Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Forschungs- und Lehrgegenstand des Fachbereichs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache ist die unterrichtliche und nicht-unterrichtliche Aneignung des Deutschen durch Personen mit anderen Erstsprachen im Kontext von Mehrsprachigkeit unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, sprachlicher, institutioneller und politischer Rahmenbedingungen, sowohl inner- als auch außerhalb der amtlich deutschsprachigen Regionen. Im Detail geht es vor allem um die Bearbeitung eines breiten Spektrums von Aspekten der didaktisch-methodischen Gestaltung von verschiedenen Unterrichtskonzepten und der Professionalisierung von angehenden und praktizierenden Lehrkräften in der Schul- und Erwachsenenbildung, wobei im Zuge einer interdisziplinären Herangehensweise unterschiedliche theoretische Grundlagen herangezogen werden.

Gäste am Fachbereich

Workshop „Rassismuskritisches Forschen“

7.–8. Mai 2026 | Universität Wien | Präsenz

 

Der Workshop findet am 7. und 8. Mai 2026 als Präsenzveranstaltung an der Universität Wien statt und richtet sich an Masterand*innen und Doktorand*innen . Im Zentrum stehen rassismuskritische Perspektiven als erkenntnispolitische Querschnittsdimension wissenschaftlicher Forschung sowie die gemeinsame Reflexion laufender Master- und Dissertationsprojekte.

Ergänzend findet am 7. Mai 2026 um 19:00 Uhr eine öffentliche Buchvorstellung („Migrationspädagogik – Grundlagen, Zusammenhänge, Perspektiven“) im Hybridformat statt (vor Ort im Hauptgebäude – Hörsaal 1, Hauptgebäude der Universität Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien sowie online).

 

Gastdozent:innen

Paul Mecheril (Universität Bielefeld)

https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/erziehungswissenschaft/arbeitsbereiche/abteilung-allgemeine-erziehungswissenschaft/mecheril/

María do Mar Castro Varela (Alice Salomon Hochschule Berlin)

https://www.ash-berlin.eu/hochschule/lehrende/professor-innen/prof-dr-maria-do-mar-castro-varela/

Claus Melter (Hochschule Bielefeld)

https://www.hsbi.de/personenverzeichnis/claus-melter/

Saphira Shure (Universität Bielefeld)

https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/erziehungswissenschaft/personen/shure/

 

Programm und Räume

 

Donnerstag, 7. Mai 2026

13:15–14:45 Uhr
Diskussionsveranstaltung:
Rassismuskritisches Forschen als Querschnittsperspektive – Anschlüsse an Sprache, Kultur und Gesellschaft
Ort: Besprechungsraum 341 / Seminarraum 4, Porzellangasse 4, Stiege 2, 4. Stock
(zuvor: Gerda-Lerner-Saal HS 41, Hauptgebäude, 1. Stock, Stiege 8)

15:00–16:30 Uhr
Parallelworkshops – Phase 1

Workshop A (Paul Mecheril):
Zugehörigkeit, Machtverhältnisse und Positionierung im Forschungsprozess
Ort: Besprechungsraum 404, Porzellangasse 4, Stiege 2, 4. Stock
(zuvor: Seminarraum I, Germanistik, Hauptgebäude)

Workshop B (María do Mar Castro Varela):
Sprache, Diskurs und epistemische Gewalt in wissenschaftlicher Wissensproduktion
Ort: Besprechungsraum 436, Porzellangasse 4, Stiege 2, 4. Stock
(zuvor: Hörsaal 34, Hauptgebäude)

 

Öffentliche Abendveranstaltung (hybrid)

Buchvorstellung:
Migrationspädagogik – Grundlagen, Zusammenhänge, Perspektiven

7. Mai 2026, 19:00 Uhr
Hörsaal 1, Hauptgebäude der Universität Wien
Universitätsring 1, 1010 Wien
Online-Teilnahme möglich

Bei der Migrationspädagogik handelt es sich um einen macht- und gesellschaftstheoretischen pädagogischen Ansatz, der in den letzten Jahren in verschiedene akademische Felder und in die Bildungspraxis Eingang gefunden hat. Im Rahmen der Abendveranstaltung wird vom Autor:innenteam die dritte und vollständig überarbeitete Fassung des Buches vorgestellt.

Autor:innen:
Paul Mecheril (Universität Bielefeld)
María do Mar Castro Varela (Alice Salomon Hochschule Berlin)
İnci Dirim (Universität Wien)
Claus Melter (Hochschule Bielefeld)
Saphira Shure (Universität Bielefeld)

Einführung: Hannes Schweiger
Moderation: Aleksandra Brill

Nach der Buchvorstellung und -diskussion lassen wir den Abend bei Wein und Wasser ausklingen.

 

Freitag, 8. Mai 2026

09:45–11:15 Uhr
Parallelworkshops – Phase 2

Workshop C (Claus Melter):
Institutionelle Kommunikation, professionelle Diskurse und Rassismuskritik
Ort: Besprechungsraum 404, Porzellangasse 4, Stiege 2, 4. Stock

Workshop D (Saphira Shure):
Begriffe, Benennungen und Sprache im Forschungsprozess
Ort: Besprechungsraum 436, Porzellangasse 4, Stiege 2, 4. Stock

 

Teilnahme und Anmeldung

Die aktive Teilnahme an den Parallelworkshops steht allen Fellows der Sektion Sprache – Kultur – Gesellschaft offen.

Für die aktive Teilnahme ist im Vorfeld einzureichen:
– eine kurze Projektskizze (max. 300 Wörter)
– eine zentrale Forschungs-, Begriffs- oder Reflexionsfrage

Die Einreichung dient der inhaltlichen Vorbereitung und erfolgt ohne Leistungsbewertung.

Anmeldung (Workshop & Buchvorstellung):
bis 30. April 2026 unter alice.hovannesian@univie.ac.at

 

Linguizismus als Form struktureller Diskriminierung – Konzeptionalisierung, Operationalisierung und intersektionale empirische Analysen

Gastvortrag von Prof. Dr. Marion Döll
Universität Flensburg, Deutschland

https://www.uni-flensburg.de/daf-daz/wer-wir-sind/personen/doell-marion-prof-dr

Datum: Mittwoch, 27.05.2026
Uhrzeit: 15:00 – 16:30 Uhr
Ort: Hörsaal 21, Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 8
Organisation: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim

Rassismuskritische Professionalisierung

Gastvortrag von Prof. Dr. Nicolle Pfaff
Universität Duisburg-Essen, Deutschland

https://www.uni-due.de/biwi/migrations-ungleichheitsforschung/pfaff.shtml)

Datum: Montag, 20.04.2026
Uhrzeit: 18:30 – 20:00 Uhr
Ort: Seminarraum 1 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Organisation: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim

Anmeldung: Bis 10.04.2026 bei Alice Hovannesian (alice.hovannesian@univie.ac.at)

Buchvorstellung: „Migrationspädagogik – Grundlagen, Zusammenhänge, Perspektiven“

Datum: Donnerstag, 07.05.2026
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: Hörsaal 1, Hauptgebäude der Universität Wien

Bei der „Migrationspädagogik“ handelt es sich um einen macht- und gesellschaftstheoretischen pädagogischen Ansatz, der in den letzten Jahren in verschiedene akademische Felder und in die Bildungspraxis Eingang fand. Im Rahmen der Abendveranstaltung wird vom Autor*innenteam die dritte und vollständig überarbeitete Fassung des Buches vorgestellt.

Autor*innen:

Prof. Dr. Paul Mecheril (Universität Bielefeld)
Prof. Dr. María do Mar Castro Varela (Alice Salomon Hochschule Berlin)
Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim (Universität Wien)
Prof. Dr. Claus Melter (Hochschule Bielefeld)
Prof. Dr. Saphira Shure (Universität Bielefeld)

Einführung: Assoz. Prof. Mag. Dr. Hannes Schweiger
Moderation: Aleksandra Brill

Nach der Buchvorstellung und -diskussion lassen wir den Abend bei Wein und Wasser ausklingen.
Die Autor*innen freuen sich darauf, im Rahmen der hybriden Abendveranstaltung gemeinsam die Neufassung des Buches vorzustellen und laden alle Interessierten herzlich dazu ein!

Anmeldung: Bis 30.04.2026 bei Alice Hovannesian (alice.hovannesian@univie.ac.at)

Migration und Bildung – Schulautonome Sprachförderung mit Schwerpunkt Deutsch als Zweitsprache

Veranstaltungsreihe SoSe 2026

Konzept: PH Wien (Rektorin Barbara Herzog-Punzenberger) & Universität Wien (Univ. Prof.in Dr.in İnci Dirim)
Ort der Veranstaltungen: Pädagogische Hochschule Wien
Organisation: HS-Prof. Dr. Rainer Hawlik (rainer.hawlik@phwien.ac.at)

Link: https://phwien.ac.at/infos_termine/migration-und-bildung-2026/

 

1) Eröffnungsveranstaltung im März

Vortragende: Univ.-Prof.in Dr. in Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen)
Thema: „Die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Praxis im Bereich Migration und Bildung am Beispiel Bremen“
Termin: 27.03.26, 10:00 – 12:00 Uhr
Ort: Festsaal (4.0.004), Haus 4, PH Wien

 

2) DaZ-Fördermodelle im Spiegel der Wissenschaft

Vortragende: Prof. in Dr. in Heidi Rösch em. (PH Karlsruhe)
Thema: „Unterschiedliche DaZ-Fördermodelle im Spiegel der Wissenschaft“
Termin: 23.04.26, 15:00 – 17:00 Uhr,
Ort: Hedy Lamarr-Saal (1.0.020), Haus 1, PH Wien                                                                                                                                          Link zur Veranstaltung (ph-online)

 

3) DaZ-Fördermodelle und ihre Implementierung

Vortragender: Stefan Paffrath (Lehrer, Berlin)
Thema: „Sprachbildung wirksam implementieren: Erfolgsfaktoren sprachbildender Schulentwicklung“ (Vortrag und Kleingruppenarbeit)
Termin: 28.05.26,13.30 – 17.00 Uhr,
Ort: Stufenhörsaal (1.0.019), Haus 1, PH Wien

Vortragende: Univ.-Prof.in Dr. in Beate Lütke (Humboldt Universität Berlin)
Thema: „DaZ-Fördermodelle für die Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher“ (Vortrag und Kleingruppenarbeit)
Termin: 29.05.26,13.30 – 17.00 Uhr,
Ort: Stufenhörsaal (1.0.019), Haus 1, PH Wien

 

4) Durchgängige Sprachbildung nach FörMig und Resümee

Vortragender: Dr. Thomas Quehl (Lehrer, London)
Thema: „Durchgängige Sprachbildung nach FörMig. Zur Umsetzung am Beispiel des Sachunterrichts“
Termin: 10.06.26, 13.30 – 15.00 Uhr
Ort: Festsaal (4.0.004), Haus 4, PH Wien                                                                                                                                                      Link zur Veranstaltung (ph-online)

Vortragender: Dr. Thomas Quehl (Lehrer, London)
Thema: „Durchgängige Sprachbildung nach FörMig. Informationen für Schulleitungen“
Termin: 10.06.26, 15.30 – 17.00 Uhr
Ort: Festsaal (4.0.004), Haus 4, PH Wien

Vortragende: Rektorin Barbara Herzog-Punzenberger (PH Wien) & Univ.-Prof.in Dr.in İnci Dirim (Universität Wien)
Thema: „Resümee – Diskussion und Reflexion der Anregungen aus den Vorträgen“ (Abschlussveranstaltung)
Termin: 18.06.26, 18.00 – 20.00 Uhr
Ort: Festsaal (4.0.004), Haus 4, PH Wien

Kreatives Schreiben zu Bildern – Sprachlich-ästhetisches Lernen durch Kunst im Zusammenspiel von DaF-Unterricht und Lernort Museum

Gastvortrag von Prof. Dr. Heike Roll
Universität Duisburg-Essen, Deutschland

Datum: Freitag, 15.05.2026
Uhrzeit: 18:30 – 20:00 Uhr
Ort: Seminarraum 1 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Organisation: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Die Auseinandersetzung mit Werken der bildenden Kunst regt eine ganzheitliche, multimodale Form der sprachlichen Bildung an, die auf dem Wechselspiel von sinnlicher Wahrnehmung, sprachlichem Ausdruck und kooperativem Lernen beruht. Ein besonderes Potential des ästhetischen Lernens besteht darin, verschiedene Sinne zu aktivieren und eine inhaltsorientierte, authentische Kommunikation über das Kunstwerk in den sprachlichen Lernprozess einzubinden. Der Mehrwert eines solchen inhalts- und sprachintegrierten Lernens (CLIL-Ansatz) gilt als belegt. Insbesondere die Verbindung von literarischen Texten, Bildern und kreativen Schreibformen bietet Ansätze, um die Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit von Sprache(n) zu erschließen. Der Vortrag stellt exemplarisch Konzepte, Szenarien und Lehr-Lernmaterialien vor, die im Rahmen eines kollaborativen Entwicklungsdesigns (museale Kunstvermittlung im Museum Folkwang, Essen und im Kunsthistorischen Museum, Wien, universitäre Sprachdidaktik und schulische Lehrkräfte) entwickelt wurden und sprachlich-künstlerische Lernprozesse im Unterricht und im Museum anregen.                                                                                                                                Roll, H. (2023). Mit.Sprache am Lernort Kunstmuseum. In S. Dengscherz, H. Schweiger, S. Reitbrecht, & B. Sorger (Hrsg.). Kulturreflexiv, ästhetisch, diskursiv. Band 2, IDT 2022: *mit.sprache.teil.haben. Erich Schmidt Verlag. https://doi.org/10.37307/b.978-3-503-21104-3

Prof. Dr. Heike Roll ist seit 2012  Professorin für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache am Institut für DaZ/DaF an der Universität Duisburg-Essen. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung liegen in den Bereichen Sprachbildung im Fach, Literalität in Deutsch als Zweitsprache (Fokus Schreib- und Textkompetenz) sowie ästhetisch-kulturelles Lernen am außerschulischen Lernort Museum.

Kritisch-reflexiver Umgang mit ›Kultur‹ in qualitativ-empirischen Arbeiten

Workshop für Doktorand:innen der DocSchool PhilKult

Gastdozentin: Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen) – mit Vorstellung ihrer aktuellen Studie zur kulturellen Bildung in Migrant*innenorganisationen in Deutschland.

https://www.uni-bremen.de/fb12/arbeitsbereiche/abteilung-a-allgemeine-erziehungswissenschaft/interkulturelle-bildung/team/prof-dr-phil-yasemin-karakasoglu

Datum: Donnerstag, 26.03.2026
Uhrzeit: 15:15 – 18:15 Uhr
Ort: Wird zeitnah bekannt gegeben.
Organisation: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim und Defne Taner, B.A. M.A. (Sektion Sprachliches, literarisches und kulturelles Lernen)

In diesem Workshop setzen wir uns mit dem Konzept ›Kultur‹ kritisch und reflexiv auseinander: Wie wird ›Kultur‹ in empirischen Studien operationalisiert? Welche methodischen und theoretischen Haltungen sind nötig, um Kultur im Kontext migrationserfahrener Gruppen sensibel und differenziert zu erfassen? Anhand der vorgestellten Studie „Bildungsinitiativen BIKuMiG – Bildungsinitiativen für den Erhalt und Transfer von Kulturkapital in der Migrationsgesellschaft von Frau Prof. Karakaşoğlu diskutieren wir unterschiedliche Zugänge zu Kultur, erarbeiten Reflexionsdimensionen und entwickeln Kriterien für einen verantwortungsvollen Umgang mit kulturellen Kategorien in der Forschung.

Der Workshop richtet sich an Sie, wenn
• Sie in Ihrer Dissertation mit kulturellen Aspekten umgehen,
• Sie methodisch-theoretische Sensibilität im Umgang mit Mehrsprachigkeit, Migration oder
kultureller Diversität weiterentwickeln möchten
• Sie sich mit der Bedeutung und Wirkung des Kulturbegriffs in der qualitativen Forschung kritisch
auseinandersetzen wollen

Wir freuen uns auf eine engagierte und kritische Diskussion und darauf, gemeinsam einen Reflexionsraum für kulturelle Differenz und soziale Teilhabe zu gestalten.

Anmeldung bitte bis zum 10.3.2026 bei Alice Hovannesian (alice.hovannesian@univie.ac.at)

Sprechen über Literatur im kommunikativen DaF/DaZ-Unterricht

Gastvortrag von Prof. Dr. Ewout van der Knaap
Universität Utrecht, Niederlande

Datum: Montag, 23.03.2026
Uhrzeit: 9:45 – 11:15 Uhr
Ort: Seminarraum 31, Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Organisation: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Es besteht Konsens darüber, dass literarische Texte Quellen sein können für ästhetische, moralische und geistige Bildung, und als Grundlage für sprachliches Handeln geeignet sind. Im kommunikativen Sprachenunterricht bieten literarische Texte unterschiedlichen Typus und unterschiedlichster Komplexität Möglichkeiten für rezeptive und produktive Zwecke. Über Handlungsstränge, Perspektiven und Figuren lässt sich viel erzählen. Wie geht man das an und wie stärkt man den Unterricht inhaltlich und sprachlich? Im aktivierenden Vortrag soll aufgezeigt werden, wie die Integration von Literatur und Sprechfertigkeit aussehen kann, und welche Kriterien und Kompetenzmodelle eine Rolle spielen.

Prof. Dr. Ewout van der Knaap ist an der Universität Utrecht Lehrstuhlinhaber für deutschsprachige Literatur und Kultur, und erforscht Erinnerungskulturen, Gegenwartsliteratur und Literaturdidaktik. Er veröffentlichte u.a. über Ilse Aichinger, Paul Celan, Lion Feuchtwanger, Robert Menasse und Robert Musil. Er ist Autor des Buches „Literaturdidaktik im Sprachenunterricht“ (UTB, 2023). Derzeit schreibt er ein Buch über den bilingualen Dichter Kito Lorenc und bereitet er ein Themenheft für Fremdsprache Deutsch vor. Er wurde ausgezeichnet mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst sowie mit dem Bundesverdienstkreuz.

Vom Sprach- zum Kulturtransfer: Das Beispiel des deutsch-albanischen Sprachkontakts

Gastvortrag von Blertë Ismajli
Universität Prishtina

Datum: Freitag, 13.06.2025
Uhrzeit: 17:30 – 18:15 Uhr
Ort: Seminarraum 1, Hauptgebäude, Tiefparterre, Stiege 9, Hof 3
Organisation: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Dieser Vortrag möchte den durch albanische Migrationen bedingten breiteren Kulturtransfer zwischen den deutschsprachigen Ländern im Allgemeinen und Deutschland im Speziellen und den albanischsprachigen Ländern und Regionen auf dem Westbalkan im Allgemeinen und Kosovo im Speziellen untersuchen. Es handelt sich dabei um einen durch die Migration verursachten Erfahrungswandel in den Herkunftsländern auf mehreren Ebenen: der wirtschaftlichen, kulturellen und sprachlichen Ebene. Die Besonderheit dieses Transfers liegt darin, dass der in Südosteuropa weit verbreitete wirtschaftliche Transfer nirgends sonst zu einem vergleichbar umfassenden Kultur- und Sprachtransfer geführt hat. Innerhalb der albanischsprachigen Länder und Regionen haben wir eine weitere Besonderheit, dass in Albanien aufgrund des jungen Alters dieses Transfers, der erst nach der politischen Wende der 1990er Jahre eintrat, der deutsche Sprachtransfer teilweise ausgeblieben ist, wodurch innerhalb des Albanischen die Germanismen eins der wichtigsten plurizentrischen Merkmale darstellen. Unter Sprachtransfer verstehen wir aber nicht nur die Verbreitung von Germanismen im Albanischen, sondern auch die Verbreitung der deutschen Sprache auf dem albanischen Westbalkan. Sie stellt inzwischen eine Fremdsprache dar, die sich auf Augenhöhe mit dem global prestigereichen Englisch befindet.

Die Rolle der Migration ist nicht immer offensichtlich, weil deutscher Sprachtransfer auf dem ex-jugoslawischen Raum Tradition hat, jedoch hilft die soziolinguistische Herangehensweise der Untersuchung dieser Lehnschicht, genau diese Schnittstelle zwischen dem gemeinjugoslawischen und gesonderten albanischen Transferweg der Germanismen zu untersuchen. Auch der kulturelle Bereich ist aufgrund der Felder, auf denen sich die deutsche Kultur etabliert hat, wie auf dem Handwerk, nicht immer einfach vom ex-jugoslawischen Transferweg zu trennen, doch helfen auch hier soziokulturelle Herangehensweisen über das Alter des Bereichs, beispielsweise auf dem Handwerk, das Alter und die Transferwege ausfindig zu machen.

Blertë Ismajli ist Dozentin für die deutsche Sprache und DaF an der Abteilung für Germanistik der Universität Prishtina. Sie promovierte am Institut für Germanistik an der Universität Wien (OeAD-Stipendiatin). Seit Oktober 2024 leitet sie die Abteilung für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Prishtina. Ihre Forschungsfelder sind: Kontrastive Morpho-Syntax mit dem Fokus auf die Verbmodi als grammatische Kategorie und die Modalität als semantische Kategorie, Übersetzbarkeit von Sprachmitteln zur Äußerung der Modalität, Erwerb von diesen Sprachmitteln in DaF, Status der deutschen Sprache in Kosovo. Sie ist Autorin von zahlreichen Artikeln, Monographien, Sammelbänden und Organisatorin mehrerer Konferenzen, Sommerschulen, Lesungen und Ausstellungen deutschsprachiger Autoren in Kosovo. Sie hat mehrere Erasmus+-Aufenthalte an Universitäten in Deutschland, Tschechien, Italien, sowie einige Forschungsaufenthalte am Institut für Germanistik der Universität Wien absolviert.

 

Die Stellung der deutschen Sprache im Kosovo

Gastvortrag von Milote Sadiku
Universität Prishtina

Datum: Freitag, 13.06.2025
Uhrzeit: 16:45 – 17:30 Uhr
Ort: Seminarraum 1, Hauptgebäude, Tiefparterre, Stiege 9, Hof 3
Organisation: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

In einem Zeitalter, in dem Englisch als Lingua Franca auf allen gesellschaftlichen Ebenen an Bedeutung gewinnt, ergibt sich eine besondere Chance für die deutsche Sprache im Kosovo. Nach Englisch ist Deutsch heute am meisten gewählte Fremdsprache in Kosovo. In dieser Vorlesung wird die Stellung der deutschen Sprache sowie das Lehren und Lernen des Deutschen als Fremdsprache im Kosovo thematisiert. Deutsch wird in Kosovo erst seit den 1990-er Jahren als ein Studienfach angeboten: 1992 wurde die Abteilung für Deutsche Sprache und Literatur an der Philologischen Fakultät der Universität Prishtina gegründet. Während in den Lehrplänen der Schulen im Kosovo, Deutsch ist seit 2017 als Pflichtfremdsprache neben Englisch verankert.

In den letzten Jahren besteht eine besondere sozioökonomische Situation, die wieder zu hohem Interesse an Deutschkenntnissen bzw. –unterricht führt. Einerseits wurde durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (am 1. März 2020 in Kraft getreten) eine bedarfsgerechte Zuwanderung aus Drittstaaten nach Deutschland ermöglicht. Andererseits gibt es eine immer größere Anzahl an Unternehmen, die mit deutschen Unternehmen zusammenarbeiten und in diesem Gebiet spielen kosovarische Migranten eine wichtige Rolle. Obwohl die Bewerberzahlen für Studienplätze einen signifikanten Rückgang verzeichnen, erfreut sich das Studium der Deutschen Sprache in Prishtina anhaltend großer Beliebtheit. Der Studiengang „Deutsche Sprache und Literatur“ gehört zu den hoch frequentierten Studiengängen, der bei weitem nicht allen Bewerberinnen und Bewerbern einen Studienplatz anbieten kann.

Das große Interesse an der deutschen Sprache sowie der Bedarf an Lehrkräften sowohl in öffentlichen wie auch privaten Schulen haben dazu geführt, dass mit dem Wintersemester 2021/2022 der Masterstudiengang „Deutsch als Fremdsprache“ seine Tätigkeit aufgenommen hat. Das Curriculum dieses Studiengangs legt den Schwerpunkt auf Methodik und Didaktik des Deutschen als Fremdsprache und hat einen stark praxisbezogenen Ansatz.

Milote Sadiku ist Professorin an der Abteilung für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Prishtina. Sie promovierte an der Philologischen Fakultät der Universität Prishtina im Bereich der kontrastiven Phraseologie. Seit Oktober 2020 ist sie Vizedekanin für Internationale Beziehungen der Philologischen Fakultät. Ihre Forschungsfelder sind: Phraseologie – mit dem Focus auf der Deutsch-Albanischen kontrastiven Phraseologie, Lexikologie, Wortbildung, kontrastive Linguistik, Methodik/Didaktik des Deutschen als Fremdsprache. Sie hat zahlreiche Artikel veröffentlicht, an mehreren internationalen Konferenzen vorgetragen.

Professuren

  • İnci Dirim
    Univ.-Prof. für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
  • Karen Schramm
    Univ.-Prof. für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
    Vize-Studienprogrammleiterin Doktorat

Ass.-Prof. · Assoz. Prof. · ao. Univ.-Prof.

  • Hannes Schweiger
    Assoz. Prof. für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
    Stellvertretender Institutsvorstand

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (post doc)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (prae doc)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (Projekte)

Lehrbeauftragte

Studentische Mitarbeiter*innen

Emeriti · Im Ruhestand

Portrait

Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache

Das Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache (DaF) widmet sich linguistischen, didaktisch-methodischen, kultur- und literaturbezogenen Fragen des fremdsprachlichen Deutschunterrichts. Zentrales Anliegen ist es zur Qualitätsentwicklung des DaF-Unterrichts weltweit beizutragen, indem beispielsweise Impulse für den handlungsorientierten DaF-Unterricht mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und für die erfahrungsbasierte, reflexive Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen erarbeitet werden. Dabei steht der schulische und universitäre Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht im Zentrum der Forschungsanstrengungen, aber auch Erwachsenenbildung und Elementarbildung sind wichtige Forschungsfelder. Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien versteht sich dabei im Hinblick auf historische, konzeptuelle und insbesondere empirische Forschung sowie auch Lehrpersonenaus- und -weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache als Partner in der internationalen Zusammenarbeit von Germanistik- bzw. Deutsch-als-Fremdsprache-Abteilungen und misst der Förderung von Nachwuchswissenschaftler*innen besondere Bedeutung bei.

Ansprechpartnerin für Deutsch als Fremdsprache: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache

Das interdisziplinäre Fachgebiet Deutsch als Zweitsprache befasst sich vornehmlich mit der Frage, wie die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile für migrationsresultierend zwei- und mehrsprachige Kinder, Jugendliche und Erwachsene reduziert werden können. Dabei werden unterschiedliche Lebens-, Bildungs- und Arbeitsbereiche in den Blick genommen; es werden Modelle der Unterstützung der Aneignung des Deutschen entwickelt und evaluiert. Hierfür werden linguistische Grundlagen und Rahmenbedingungen wie Sprachwandel in der Migrationsgesellschaft untersucht. Ziel ist es, dazu beizutragen, die Gleichstellung von Menschen, die sich Deutsch als eine Zweitsprache aneignen, mit solchen, die Deutsch als Erstsprache sprechen, zu erreichen. Da die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile auch durch die Nutzung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit reduziert werden können, werden auch methodisch-didaktische Vorgehensweisen zur Verwendung und Nutzung der Migrations- bzw. Minderheitensprachen im Unterricht ausgearbeitet bzw. reflektiert. Um soziale bzw. subjektivierende Effekte der vorgeschlagenen Maßnahmen (auch in selbstreflexiver Absicht) in den Blick nehmen zu können, werden machttheoretische Wissenschaftstraditionen herangezogen und für den jeweiligen Gegenstand adaptiert. Da Sprache nie losgelöst von politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden kann und faktisch sowie symbolisch für die Regulierung von Zugehörigkeiten benutzt wird, kommen weitere wissenschaftliche Perspektiven zum Einsatz, die diese Verknüpfungen zu verstehen ermöglichen, etwa rassismuskritische. Da der Begriff „Deutsch als Zweitsprache“ als Bezeichnung für den persönlichen Sprachbesitz inferiorisierende Effekte für als DaZ-SprecherInnen geltende Personen nach sich ziehen kann, ist er mit Bedacht zu verwenden. Jenseits didaktischer und methodischer Notwendigkeiten der Verwendung des Begriffs „Deutsch als Zweitsprache“ ist Deutsch Deutsch, unabhängig davon, ob jemand diese Sprache als Erst- oder Zweitsprache verwendet und in jeglicher Perspektive gleichermaßen wertvoll. Ansprechpartnerin für Deutsch als Zweitsprache: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim

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