Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Forschungs- und Lehrgegenstand des Fachbereichs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache ist die unterrichtliche und nicht-unterrichtliche Aneignung des Deutschen durch Personen mit anderen Erstsprachen im Kontext von Mehrsprachigkeit unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, sprachlicher, institutioneller und politischer Rahmenbedingungen, sowohl inner- als auch außerhalb der amtlich deutschsprachigen Regionen. Im Detail geht es vor allem um die Bearbeitung eines breiten Spektrums von Aspekten der didaktisch-methodischen Gestaltung von verschiedenen Unterrichtskonzepten und der Professionalisierung von angehenden und praktizierenden Lehrkräften in der Schul- und Erwachsenenbildung, wobei im Zuge einer interdisziplinären Herangehensweise unterschiedliche theoretische Grundlagen herangezogen werden.

Sprach(en)politik am Beispiel von Deutsch in Brasilien: Historische und aktuelle Perspektiven

Online-Gastvortrag: Dr. Paul Voerkel
Hochschule Schmalkalden
Datum: Dienstag, 04.06.2024
Uhrzeit: 11.30 – 13:00 Uhr
Meetingraum: https://univienna.zoom.us/j/65438877948?pwd=MmhNUjRmUlhHUXljYlNQZVMxYlcxZz09
Meeting-ID: 654 3887 7948
Kenncode: 782914

Organisation: Daniele Polizio BA MA

Vor 200 Jahren, im Juli 2024, erreichte eine Gruppe deutschsprachiger Einwanderer die heutige Stadt São Leopoldo im Süden Brasiliens und markierte damit den Beginn der organisierten, dauerhaften Immigration aus Mitteleuropa in der Region. Seitdem haben sich die deutsche Sprache und Kultur im Land dynamisch entwickelt und bilden eine wesentliche Grundlage für die Beziehung zwischen Deutschland und Brasilien auf persönlicher, kultureller, wirtschaftlicher und politischer Ebene.
Im Gastvortrag wird zunächst auf die historische Entwicklung der deutschsprachigen Einwanderung nach Brasilien und ihre Folgen für die sprachliche und kulturelle Landschaft eingegangen. Dabei werden einige zentrale Begriffe und Konzepte des Sprachkontakts erörtert. Daran anschließend wird am Beispiel der Aus- und Weiterbildung von brasilianischen Deutschlehrkräften gezeigt, welche Akteure in die Ausgestaltung der Sprachenpolitik involviert sind und welche Potenziale sich über eine sinnvolle Ausgestaltung von Netzwerken ergeben. Die Impulse öffnen den Raum für weitere Überlegungen und Diskussionen.

Dr. Paul Voerkel studierte Deutsch als Fremdsprache, Geschichte, Spanisch und Bildungswissenschaften an den Universitäten Leipzig, Warschau und Curitiba und promovierte zum Thema der Deutschlehrerausbildung in Brasilien an der Universität Jena. Über 15 Jahr war er als Lehrer und Dozent für Deutsch an verschiedenen Institutionen in Brasilien, Deutschland und Ecuador tätig. Seit 2024 leitet er das Dezernat „Studium und Internationales“ an der Hochschule Schmalkalden.

Rechtsruck in der Schulsprachenpolitik? Eine Analyse des Erlasses für die Beschulung neu zugewanderter Schüler*innen in Nordrhein-Westfalen

Gastvortrag: Workshop von Dr. M Knappik

Bergische Universität Wuppertal

Datum: Dienstag, 07.05.2024

Urhzeit: 11.30 – 13:00 Uhr

Ort: Hörsaal 32 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9

Organisation: Daniele Polizio BA MA

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Beschulung neu zugewanderter Schüler*innen sind in Nordrhein-Westfalen in einem Erlass geregelt, der seit 2016 zahlreichen Veränderungen unterlag (Massumi 2019). Die Analyse dieses Erlasses zeigt eine zunehmende Schließung der Räume für sprachliche Bildung als Aufgabe der gesamten Schule und eine deutliche Tendenz zu separierenden Maßnahmen (Knappik 2023). Im Workshop analysieren wir die neueste Entwicklung dieses Erlasses. Das Ziel ist es, die gesetzlichen Vorgaben vor dem Hintergrund des aktuellen sprachbildungspolitischen Diskurses in Nordrhein-Westfalen zu reflektieren, den Blick für subtile und weniger subtile Ausschlüsse von Schüler*innen aus dem Bildungssystem Nordrhein-Westfalens zu schärfen und Möglichkeitsräume für Sprachbildung als Bildungsangebot für alle auszuloten.

Dr. M Knappik ist Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in am Arbeitsbereich Mehrsprachigkeit in der Schule, Institut für Bildungsforschung in der School of Education, Bergische Universität Wuppertal.

Um Voranmeldung bis 02.05.2024 an daniele.polizio@univie.ac.at wird gebeten.

Digitale Lehr-/Lernressourcen DaFZ – state of the art

Gastvortrag von Dr. Diana Feick

University of Auckland, Neuseeland

Datum: Montag, 29.04.2024

Urhzeit: 16.45 – 18:15 Uhr

Ort: Seminarraum 1 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3

Organisation: Katrin Hofmann B.A. MA

Ob Whatsapp, Google Translate oder ChatGPT – die zunehmende Digitalisierung des Fremdsprachenunterrichts prägt seit nunmehr einigen Jahren die Diskurs- und Forschungslandschaft.
Der Gastvortrag fokussiert deshalb aktuelle Forschungstendenzen (state of the art) und bietet einen Überblick über Studien und Ergebnisse zu einer Integration digitaler Ressourcen im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Im Anschluss daran sind Studierende wie Zuhörer:innen eingeladen, gemeinsam über einen / den eigenen Tool-Einsatz im DaF/DaZ-Kontext zu reflektieren und vor dem Hintergrund einer Entwicklung „Digitaler Kompetenz“ zu betrachten.

Dr. Diana Feick ist Senior Lecturer für Deutsch und angewandte Linguistik an der School of Cultures, Languages and, Linguistics der University of Auckland, Neuseeland. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem die Bereiche digitalen, mobilen und virtuellen Lernens sowie Lerner:innenautonomie und Unterrichtsinteraktion.

Um Voranmeldung bis 24.04.2024 an katrin.hofmann@univie.ac.at wird gebeten.

Sprachpolitik und Sprachunterricht in Georgien. Geschichtliche Entwicklung und gegenwärtige Tendenzen (Fokus: Deutsch als Fremdsprache und Georgisch als Zweitsprache).

Gastvortrag von Prof. Ekaterine Shaverdashvili und Dr. Tinatin Kiguradze

Ilia Staatliche Universität Tbilisi, Georgien

Datum: Dienstag, 23.04.2024

Urhzeit: 11.30 – 13:00 Uhr

Ort: Seminarraum 1 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3

Organisation: Daniele Polizio BA MA

Georgien, ein multiethnisches Land mit 26 verschiedenen Sprachen und Bevölkerungen, hielt seine ästhetischen und kulturellen Ideale aufrecht und setzte die Sprachbildung als Priorität. Von den Anfängen bis zum heutigen Tag hat es eine vielfältige sprachliche Landschaft, in der mehrere Sprachen und mehrsprachige Ausbildung ein wesentlicher Bestandteil der Bildung sind.
In dem Beitrag werden die historischen und gegenwärtigen Entwicklungen in Georgien behandelt, wobei der Fokus auf der Staatssprache (Georgisch als Zweitsprache) und der deutschen Sprache (als Fremdsprache) liegt.

Prof. Ekaterine Shaverdashvili ist Professorin für Erziehungswissenschaften (Schwerpunkte: Sprachdidaktik, Werteerziehung) und Leiterin des Zentrums für Innovative Bildungsforschung an der Ilia Staatlichen Universität Tbilisi, Georgien.

Dr. Tinatin Kiguradze ist Assistenzprofessorin an der Fakultät für Business, Technologien und Bildungswissenschaften (Schwerpunkt Didaktik des Georgischen als Zweitsprache, DaF, CLIL, Sprachpolitik) an der Ilia Staatlichen Universität Tbilisi, Georgien.

Klimaprotest. Ästhetische Intervention oder Angriff auf Besitzverhältnisse?

Gastvortrag: Prof. Dr. Michael Baum (Institut für deutsche Sprache und Literatur, PH Karlsruhe)

Am Mittwoch 17.4.24, um 18:30 Uhr, Hauptgebäude, Tiefparterre, Stiege 9, Hörsaal 3

Der Vortrag versucht zu klären, welcher Zusammenhang zwischen Klimawandel und sozialer Ungerechtigkeit besteht. Ferner soll überlegt werden, wie dieser Zusammenhang die Positionen der Streitenden bestimmt. In didaktischer Perspektive kommt die Interdependenz sozialer, ökonomischer und ökologischer Faktoren als Bildungsziel in den Blick; eine Verengung ökonomischer Bildung auf Strategien unternehmerischen Handelns gilt es zu vermeiden.

Call for Papers: Linguizismuskritische (Zweitsprach-)Didaktik

Liebe Kolleg*innen,

die 8. Jahrestagung  des Vereins Migrationspädagogische Zweitsprachdidaktik findet unter dem Titel „Linguizismuskritische (Zweitsprach-)Didaktik“ am 08. und 09. November 2024 an der Pädagogischen Hochschule Wien statt.

Wir freuen uns über Vorschläge für Vorträge und Workshops. Details entnehmen Sie bitte folgendem PDF: CfP_MPZD 2024  oder unter dem Link: https://www.mpzweitsprachdidaktik.at/de/news/cfp-linguizismuskritische-zweitsprach-didaktik.

Bitte schicken Sie Ihre Vorschläge (Abstract-Umfang maximal 300 Wörter) bis zum 21. April 2024 an info@mpzweitsprachdidaktik.at.

Mit herzlichen Grüßen
İnci Dirim

DaF in Griechenland

Gastvortrag von Evangelia Karagiannidou

Aristoteles Universität Thessaloniki

Datum: Montag, 11.12.2023

Uhrzeit: 09:45-11:15 Uhr

Ort: Hörsaal 50 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 8

Organisation: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Nach einer Einführung zum DaF-Interesse in Griechenland sowie zu den bestehenden Studiengängen und Forschungsmöglichkeiten werden die Teilnehmenden über die Ausbildungsverfahren von DaF-Lehrenden an der Abteilung für Deutsche Sprache und Philologie der Aristoteles-Universität Thessaloniki in Griechenland informiert.

Im Anschluss daran erfolgt ein praktischer Teil zum Thema: Lehr- und Lernprozesse im DaF-Unterricht. Die Teilnehmenden haben die Gelegenheit, exemplarischen DaF-Unterricht anhand eines videographierten Microteachings zu erleben und ihre Beobachtungen zu diskutieren.

Evangelia Karagiannidou ist Assoc. Professorin für Didaktik an der Aristoteles Universität Thessaloniki, in der Abteilung für Deutsche Sprache und Philologie.

 

 

 

Zwischen Theorie und Praxis – professionelle Handlungskompetenz von Deutschlehrenden im frankofonen Westafrika

Gastvortrag von Eva Hamann, Leiterin der Spracharbeit am Goethe Institut in Sarajevo

Datum: 11.10.2023
Uhrzeit:  16:45 – 18:15 Uhr
Ort:  Universität Wien, Porzellangasse 4. Raum 436
Organisation:  Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Forschungsgegenstand der explorativ-qualitativen Studie sind fremdsprachenspezifische Sinnkonstruktionen von professionellen Handlungskompetenzen im Spannungsfeld zwischen einer theoretischen Wissensbasis und einem spezifisch-berufsalltäglichem Erfahrungswissen im frankofonen Westafrika. Die professionelle Handlungskompetenz ist als Teil des berufskulturellen Wissens einer professionellen Gemeinschaft in einen größeren Rahmen eingebettet und verlangt die Berücksichtigung von bildungspolitischen, institutionellen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen. Hintergrund bildet der westafrikanische Kontext, der auf der Hochschulebene die Ausbildungsoptionen, auf der Sekundarschulebene institutionelle Rahmenbedingungen und auf der Mikroebene das Rollenverständnis der Lehrpersonen und die Schüler:innen in ihrer Interaktion im Klassenraum in den Blick nimmt. Das entwickelte Kategoriensystem differenziert die Kategorien des fachdidaktischen, fachlichen und pädagogischen Wissens fremdsprachenspezifisch aus und setzt sie zu induktiv entwickelten Kontextkategorien ins Verhältnis. Die für den Bereich Deutsch als Fremdsprache spezifizierten Kategorien umfassen eine fachliche Kompetenz mit „Sprache und Kultur“, eine didaktische Kompetenz mit „Lehren und Lernen“, eine pädagogische Kompetenz mit „Interaktion und Motivation“, eine professionelle Selbstkompetenz mit der fachlichen Komponente „Kooperation und Entwicklung“ sowie der persönlichen Komponente „Rolle und Identität“ (vgl. Legutke/Schart 2016). Das Forschungsdesign umfasst ein methodenintegratives Verfahren bestehend aus einer Dokumentenanalyse, Expert:inneninterviews und Gruppendiskussionen, das mit einem neunstufigen Analyseverfahren nach der strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet wird.

Eva Hamann ist Leiterin der Spracharbeit am Goethe Institut in Sarajevo. Sie hat zuvor als DAAD-Lektorin an der Universität Lomé, Togo, gearbeitet und das Deutsch-Afrikanische Alumni-Netzwerk für Mehrsprachigkeit am Herder Institut der Universität Leipzig betreut.

Die Teilnahme ist kostenlos, aber wegen der begrenzten Raumkapazität wird um Anmeldung bis 09. Oktober 2023  gebeten: orsolya.nagy@univie.ac.at

Hans-Barkowski-Preis 2023

Dr.in Doris Pokitsch, BA MA

Den Hans-Barkowski-Preis 2023 erhält Frau Dr. Doris Pokitsch von der Universität Wien für ihre Dissertation

„Wer spricht? Sprachbezogene Subjektivierungsprozesse in der Schule der Migrationsgesellschaft“.

Die Dissertation geht der Frage nach, was Schüler*innen in der Schule der Migrationsgesellschaft über ihr ‚sprachliches Selbst‘ lernen. Dazu wurden elf Gruppendiskussionen mit jugendlichen Schüler*innen verschiedener Schulen in Österreich mit Wissensbeständen aus sprachbezogenen Bildungsdiskursen verknüpft.

Der Verein JenDaF, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, vergibt seit 2019 jährlich den Hans-Barkowski-Preis, der sich an Nachwuchswissenschaftler*innen in den Forschungsfeldern Mehrsprachigkeit, Migration oder Interkulturelle Begegnung richtet.

„Kommts mit oder kommt mit? Ajde, haide!“ Aneignung und Vermittlung des Deutschen innerhalb von deutscher und mehrsprachiger Variation

Internationale Tagung

Eine Kooperation zwischen der AG Deutsch als Zweitsprache des Symposions Deutschdidaktik, der Pädagogischen Hochschule Wien und der Universität Wien (Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache)

Datum:  22. – 23. September 2023
Ort:  Festsaal der PH Wien (in Präsenz)
Organisation:  İnci Dirim (Universität Wien), Marion Döll (Universität Flensburg), Rainer Hawlik (PH Wien), Magdalena Michalak (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) und Olena Vasylchenko (Universität Wien)

Weitere Infos & Programm

Die AG Deutsch als Zweitsprache des Symposions Deutschdidaktik führt diese Tagung in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Wien und der Universität Wien (Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache) durch.

Mehrsprachigkeit im urbanen und auch ruralen Raum bedeutet für Deutschlernende zumeist in einer Umgebung mit vielfältigem sprachlichem Input aufzuwachsen und zu leben: In Kindergärten, Schulen, an Orten des öffentlichen Lebens und in Amtshäusern hört man ein Deutsch, das geprägt ist von Dialekten, Soziolekten, Umgangssprachen und einer standardsprachlichen Variation. Zumeist wird zwischen den beiden Polen eines Spektrums bzw. Kontinuums zwischen Dialekt und Standard variiert. Die Frage, wie die Variation des Deutschen und die verschiedenen Sprachen, die in multilingualen Regionen gesprochen werden, von Lernenden wahrgenommen, eingeordnet und verwendet werden, ist bisher nur wenig untersucht worden. Didaktisches Material und Curricula folgen zudem zumeist der Vorstellung, dass Deutsch in einer homogenen und zudem überwiegend standardsprachlich deutschsprachigen Umgebung gelernt und vermittelt wird, obwohl dies wohl in den meisten Fällen nicht zutrifft. Es gilt daher, herauszuarbeiten, welche Rolle die sprachliche Komplexität für die Deutschaneignung und -vermittlung spielt und wie didaktisch-methodisch damit umgegangen werden kann. Die geplante Tagung widmet sich daher dem sprachlich vielfältigen Umfeld der Deutschaneignung und -vermittlung und befasst sich mit aneignungstheoretischen und unterrichtsbezogenen Fragen.

Professuren

  • İnci Dirim
    Univ.-Prof. für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
    Stellvertretende Institutsvorständin
  • Karen Schramm
    Univ.-Prof. für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Ass.-Prof. · Assoz. Prof. · ao. Univ.-Prof.

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (post doc)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (prae doc)

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen (Projekte)

Lehrbeauftragte

Emeriti · Im Ruhestand

Portrait

Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache

Das Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache (DaF) widmet sich linguistischen, didaktisch-methodischen, kultur- und literaturbezogenen Fragen des fremdsprachlichen Deutschunterrichts. Zentrales Anliegen ist es zur Qualitätsentwicklung des DaF-Unterrichts weltweit beizutragen, indem beispielsweise Impulse für den handlungsorientierten DaF-Unterricht mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und für die erfahrungsbasierte, reflexive Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen erarbeitet werden. Dabei steht der schulische und universitäre Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht im Zentrum der Forschungsanstrengungen, aber auch Erwachsenenbildung und Elementarbildung sind wichtige Forschungsfelder. Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache an der Universität Wien versteht sich dabei im Hinblick auf historische, konzeptuelle und insbesondere empirische Forschung sowie auch Lehrpersonenaus- und -weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache als Partner in der internationalen Zusammenarbeit von Germanistik- bzw. Deutsch-als-Fremdsprache-Abteilungen und misst der Förderung von Nachwuchswissenschaftler*innen besondere Bedeutung bei.

Ansprechpartnerin für Deutsch als Fremdsprache: Univ.-Prof. Dr. Karen Schramm

Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache

Das interdisziplinäre Fachgebiet Deutsch als Zweitsprache befasst sich vornehmlich mit der Frage, wie die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile für migrationsresultierend zwei- und mehrsprachige Kinder, Jugendliche und Erwachsene reduziert werden können. Dabei werden unterschiedliche Lebens-, Bildungs- und Arbeitsbereiche in den Blick genommen; es werden Modelle der Unterstützung der Aneignung des Deutschen entwickelt und evaluiert. Hierfür werden linguistische Grundlagen und Rahmenbedingungen wie Sprachwandel in der Migrationsgesellschaft untersucht. Ziel ist es, dazu beizutragen, die Gleichstellung von Menschen, die sich Deutsch als eine Zweitsprache aneignen, mit solchen, die Deutsch als Erstsprache sprechen, zu erreichen. Da die aus der (amtssprachlichen) Dominanz des Deutschen erwachsenden Nachteile auch durch die Nutzung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit reduziert werden können, werden auch methodisch-didaktische Vorgehensweisen zur Verwendung und Nutzung der Migrations- bzw. Minderheitensprachen im Unterricht ausgearbeitet bzw. reflektiert. Um soziale bzw. subjektivierende Effekte der vorgeschlagenen Maßnahmen (auch in selbstreflexiver Absicht) in den Blick nehmen zu können, werden machttheoretische Wissenschaftstraditionen herangezogen und für den jeweiligen Gegenstand adaptiert. Da Sprache nie losgelöst von politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden kann und faktisch sowie symbolisch für die Regulierung von Zugehörigkeiten benutzt wird, kommen weitere wissenschaftliche Perspektiven zum Einsatz, die diese Verknüpfungen zu verstehen ermöglichen, etwa rassismuskritische. Da der Begriff „Deutsch als Zweitsprache“ als Bezeichnung für den persönlichen Sprachbesitz inferiorisierende Effekte für als DaZ-SprecherInnen geltende Personen nach sich ziehen kann, ist er mit Bedacht zu verwenden. Jenseits didaktischer und methodischer Notwendigkeiten der Verwendung des Begriffs „Deutsch als Zweitsprache“ ist Deutsch Deutsch, unabhängig davon, ob jemand diese Sprache als Erst- oder Zweitsprache verwendet und in jeglicher Perspektive gleichermaßen wertvoll. Ansprechpartnerin für Deutsch als Zweitsprache: Univ.-Prof. Dr. İnci Dirim

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