Sprachreflexion in ausgewählten essayistischen Texten von Elfriede Jelinek

/ Barbara Dunst

Wien : 2013

Diplomarbeit

Betreut von: Pia Janke

Die Auseinandersetzung mit Sprache nimmt in Elfriede Jelineks essayistischen Texten einen wesentlichen Platz ein. Die Problematik des Sprechens ber Sprache ist aus sprachphilosophi-scher Sicht eine lange und viel diskutierte und umso interessanter erscheint daher die Analyse der Mittel, die von der Autorin verwendet werden, um diesem Aspekt entgegenzutreten und ber ihre verwendete Sprache im Schreiben sprechen zu knnen. Die essayistische Form er-scheint dabei als eine bewusst gewhlte, die einen spielerischen Umgang mit dem Ich im Text, das zwischen biografischem und fiktivem Ich zu stehen scheint, erlaubt. Die Untersu-chung des Essays als Form und Gattung spielt daher fr die Frage nach den Mitteln, welche die Autorin fr die Reflexion verwendet eine wesentliche Rolle. Es wird der Frage nachge-gangen, welche Bedeutung der Anthropomorphisierung der Sprache, wie sie sich besonders in der Nobelpreisrede Im Abseits von Elfriede Jelinek darstellt, zukommt. Das scheinbar ambi-valente Verhltnis zur Sprache, der sowohl die Rolle des Beschtzers, aber auch jene des Feindes und Verfolgers zugeschrieben wird, ist zu analysieren. Sprachreflexion beinhaltet bei Elfriede Jelinek aber auch die Reflexion ber Nicht-Sprechen und Schweigen ? das einerseits einen souvernen Akt und andererseits ein Nicht-Gehrt-Werden der Frau bezeichnet ? sowie auch Schreibreflexion. In der Diplomarbeit wird unter-sucht, in welcher Weise und mit welchen Mitteln Sprach- und Schreibreflexion in den ge-nannten essayistischen Texten von Elfriede Jelinek stattfindet und welches Verhltnis sich dadurch zwischen Sprache, Schreiben und Schweigen ergibt, sowie die Klrung der Frage welche Rolle die Stimme fr das Sprechen bzw. Nicht-Sprechen in diesem Zusammenhang einnehmen kann.