/ Michael Seyfarth
Wien : 2018
Dissertation
Betreut von: Karen Schramm
Die Bedeutung von Angeboten zur Entwicklung kommunikativer Kompetenz für berufsbezogene Handlungskontexte hat in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt an Bedeutung gewonnen. Damit einhergehend hat sich auch die Diskussion um die Ermittlung kommunikativer Anforderungen entwickelt und zu empirischen Forschungsansätzen geführt, die an die sprachwissenschaftliche Tradition des Faches anknüpfen, diese um sozialwissenschaftliche Methoden erweitern und in einen didaktischen Rahmen setzen. Die vorliegende Arbeit knüpft hieran an und verfolgt das Ziel, Möglichkeiten zur Ermittlung kommunikativer Anforderungen am Beispiel des Tourismus zu diskutieren, weiterzuentwickeln und mit einer empirischen Studie die Frage nach arbeitsplatzbezogenen und arbeitsplatzübergreifenden kommunikativen Anforderungen zu beantworten. Im ersten Abschnitt wird dazu der Frage nachgegangen, auf welche tourismuswissenschaftlichen und fremdsprachenphilologischen Erkenntnisse zum tourismusbezogenen Arbeitsmarkt für die vorliegende Untersuchung zurückgegriffen werden kann. Ein besonderer Fokus liegt ferner darauf, aktuelle Ansätze zur Ermittlung kommunikativer Anforderungen in beruflichen Handlungskontexten vorzustellen und sie in einem Modell zur empirisch fundierten Curriculumentwicklung zu verorten. Im zweiten Abschnitt wird zunächst eine Vorstudie präsentiert, deren Ziel die Diskussion von Kriterien zur Strukturierung des tourismusbezogenen Arbeitsmarkes ist, und im Rahmen derer eine begründete Auswahl jener Berufe erfolgt, die Grundlage für die Hauptstudie sind. In der Hauptstudie wird vorgestellt, wie die identifizierten tourismusbezogenen Serviceberufe auf ihre kommunikativen Anforderungen untersucht wurden. Dafür wird ein Vorgehen dargestellt, im Rahmen dessen Schulungsmaterialien und Berufsbeschreibungen sowie Interviews und Beobachtungen im Zuge eines qualitativ inhaltsanalytischen Vorgehens miteinander trianguliert wurden. Gegenstand des dritten Abschnitts ist die Darstellung und Diskussion der Ergebnisse. Dabei werden 28 Szenarien skizziert und mögliche Handlungsschritte beschrieben, die im Rahmen der Szenarien mit Blick auf kommunikative Aufgaben möglich sind. Die Darstellung bietet den Ausgangspunkt für die Diskussion von Potenzialen für die empirisch fundierte Curriculumentwicklung am Beispiel tourismusbezogener Serviceberufe.
