Kunst und Natur in „Der Untergeher“ und „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ von Thomas Bernhard in Reflexion von Arthur Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung“

/ Yasemin Lausch

Wien : 2024

Masterarbeit

Betreut von: Pia Janke

Diese Arbeit widmet sich der Frage nach den Darstellungsweisen von Natur und Kunst in Der Ignorant und der Wahnsinnige und Der Untergeher. Eine philosophische Schärfung der Analyse wird über Arthur Schopenhauers Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung gewonnen. In einer ersten Einführung werden die Erkenntnispotentiale der Forschung reflektiert, um innerhalb der Arbeit besonders dem impliziten Anspielungsreichtum neue Einsichten zu entlocken. Es konnte bewiesen werden, dass mit der Betrachtung Schopenhauers ein großer Erkenntnisgewinn für beide Werke Bernhards besteht. Besonders die Inkongruenzen zur Naturphilosophie Schopenhauers, die anspielerisch anklingen und die Kunstphilosophieübernahme, die Bernhard u.a. in den Kontext des Nationalsozialismus stellt, führen zu Komik. Natürlichkeit und Künstlichkeit, Kunst und Natur sind nicht voneinander zu trennen. Die Koloratursopranistin in ihrer Kunstausübung wirkt vergleichsweise zu Glenn Gould etwas unnatürlicher. In Der Untergeher projiziert das erkennende Subjekt sich und seine Stimmungen, seinen Willen und den Willen seines Umfelds in Landschaft, Umgebung und Menschen. Die Natur der Menschen trägt zu der besonderen Negativität des Naturbegriffs in Der Untergeher bei. Kunst ist unter anderem durch die dargebrachte Rücksichtslosigkeit gegen sich selbst und andere eine zerstörerische Kraft und ein Krankheitsweg. Die Dichotomie von Kunst und Leben ist weitgehend aufgehoben.