Kaiser Maximilians I. „Theuerdank“ von 1517 bis 1693 : Seine Entstehung und seine Bearbeitung durch Burkard Waldis und Matthäus Schultes

/ Dennis Wegener

Wien : 2021

Dennis Wegener

Dissertation

Betreut von: Stephan Müller

Erstmals wurde der Theuerdank 1517 gedruckt. Eine Verteilung an ausgewählte Persönlichkeiten erfolgte jedoch erst 1526, weil die Drucke noch nicht fertiggestellt waren. Zum einen verbesserte man die Drucke durch Korrekturzettel, zum anderen war das 117. Kapitel noch nicht gedruckt. Die Wirren nach Kaiser Maximilians I. Tod nutzte 1519 sein Drucker Johann Schönsperger für einen nicht autorisierten Nachdruck. Im Anschluss entwickelte das Werk ein produktives Eigenleben. Nachdem Heinrich Steiner den Druck 1537 in ein kleineres Format überführte, engagierte der Drucker Christian Egenolff den Pfarrer und Dichter Burkard Waldis für eine Modernisierung und Erweiterung des Textes. Diese Fassung wurde für vier Drucke (1553, 1563, 1589, 1596) verwendet, die sich aber hinsichtlich ihrer Rahmentexte und ihres Formats unterscheiden. Neben metrischen und sprachlichen Modifikationen strebte Waldis für seine Textfassung eine stärkere Dichotomisierung der Figuren an. Die ursprüngliche Verschlüsselung wurde aufgeweicht und ergänzende historische Informationen integriert. Gleichzeitig reagierte der protestantische Pfarrer auf konfessionelle Unterschiede und nutzte moralische Zusätze zur Didaxe. Schließlich kreierte Waldis ein 117. Kapitel, in dem der Ritter Theuerdank über die Feinde der Christenheit siegt. Im Jahr 1679 wurde auf Veranlassung des Formschneiders Matthäus Schultes eine neue Ausgabe des Theuerdank in Ulm gedruckt. Diese Modifikation der Originalfassung ist von Kürzungen geprägt und zeugt von einer Geringschätzung des Textes. Stattdessen fokussierte man sich auf die Holzschnitte und bediente ein historisches Interesse. Neben einer allgemeinen Ausgabe, die in Augsburg und Ulm vertrieben wurde, bot Schultes noch eine Exklusivausgabe mit zusätzlichen Holzschnitten. 1693 griff man auf Restbestände des Jahres 1679 zurück und aktualisierte den Druckvermerk. Erstmals soll hier eine umfassende Druckgeschichte des Theuerdank geboten werden, die sowohl jeden einzelnen Druck als auch die jeweilige Textfassung im Vergleich zur Originalfassung detailliert analysiert. Darüber hinaus konzentriert sich die Studie auf die Genese des Theuerdank, indem einerseits nach den Inspirationsquellen gefragt und andererseits die drucktechnische Realisation des Erstdrucks untersucht wird.