Geschlechterkonzeptionen bei Hugo von Hofmannsthal : Der Rosenkavalier, Lucidor und Arabella im Vergleich

/ Hannah Tschinder

Wien : 2011

Diplomarbeit

Betreut von: Pia Janke

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Geschlechterkonzeptionen Hugo von Hofmannsthals in den Werken Der Rosenkavalier, Arabella und Lucidor. Figuren zu einer ungeschriebenen Komdie. Diese Werke weisen strukturelle Parallelen auf, wesentliche Unterschiede in den Werken zeigen sich allerdings im Zugang zur Kategorie Geschlecht, zu (tradierten) Geschlechterrollen sowie im Umgang mit dem Motiv des Gecshlechtertausches. Den methodischen Hintergrund der Untersuchung bilden gendertheoretische und diskursanalytische Anstze: verschiedene Theorien zu Geschlecht als Maskerade und crossdressing erweisen sich ebenso als relevant wie der Genderdiskurs der Moderne und dessen Einfluss auf den literarsthetischen Modernediskurs und die sthetischen Konzepte Hofmannsthals. Das Kernstck dieser Arbeit bildet die Analyse der in den Texten vertretenen Mnner- und Frauenbilder sowie der Vorstellungen von Mnnlichkeit und Weiblichkeit. Diese werden auf Stereotype berprft und in den Kontext des Genderdiskurses der Moderne gesetzt. So zeigt sich, dass die geschlechtertauschenden Figuren im Rosenkavalier und in Lucidor sich kaum in ein binres Gefge einordnen lassen. Im Gegensatz dazu propagiert Arabella eine biologistische Auffassung von Geschlecht, die jeder Verkleidung trotzt und konventionelle Rollenbilder idealisiert. Die Mnner- und Frauenbilder, nahe an Stereotypen, erweisen sich als Konstrukte und affirmieren bestehende Geschlechterverhltnisse und somit die mnnliche Vormachtstellung. Ein genauerer Blick auf die geschlechtertauschenden Figuren zeigt, dass Hofmannsthal Geschlecht im Rosenkavalier und in Lucidor auf mehreren Ebenen in Frage stellt, in Arabella wird Geschlecht hingegen als unverrckbare biologische Gegebenheit dargestellt. Hier zeigen sich restaurative Tendenzen ? mit den Ambivalenzen, die sich im Rosenkavalier erffnen wird aufgerumt, die Ordnung der Geschlechter wieder hergestellt.