Die Regierungsjubiläums-Feiern von Franz Joseph I. (1908) und die „Türkenbefreiungsfeiern“ (1933) im Vergleich : Festrede und Festspiel als Formen kollektiver Repräsentation

/ Johannes Mattes

Wien : 2009

Diplomarbeit

Betreut von: Pia Janke

Die vorliegende Diplomarbeit versucht die Entwicklung der Gattungen ?Festspiel? und ?Festrede? und der sterreichischen Festkultur zwischen 1900 und 1933 zu beschreiben. Als Grundlage fr die literaturwissenschaftliche Analyse werden vier Texte verwendet, die anlsslich des Regierungsjubilums von Kaiser Franz Joseph I. (1908) und anlsslich der Trkenbefreiungsfeiern (1933) verfasst wurden. Den Gattungen ?Festspiel? und ?Festrede?, literarische Formen kollektiver Reprsentation, kommt hinsichtlich des festkulturellen Wandels der Zwischenkriegszeit eine besondere Funktion zu. Nach wie vor inszenieren beide Gattungen kollektive Mythen und stiften Identitt, aber die sthetischen Mittel zur Erreichung dieses Ziels erfahren eine deutliche Vernderung. Feste werden zu einem Massen anziehenden Rahmen fr die ffentliche, in ihrem Vokabular zunehmend radikalisierte Rede. Festspiele und Festreden werden Teil der politischen Auseinandersetzung. Von zentraler Bedeutung ist demnach die Untersuchung der gattungsspezifischen Mittel von Festrede und Festspiel zur Etablierung einer politischen ffentlichkeit: Wie sind die beiden Gattungen 1908 und 1933 hinsichtlich ihrer identittsstiftenden Funktion konzipiert? Stehen die Texte programmatisch fr eine bestimmte Form der Erinnerungskultur? Gibt es in den Inszenierungen gewisse Traditionen, Dissonanzen oder Brche? Im ersten Teil der Diplomarbeit werden nach einer eingehenden Diskussion des Quellenmaterials und des Forschungsstandes die gattungsspezifischen Grundlagen von Festrede und Festspiel errtert. Ergnzt wird der erste Abschnitt mit einem kurzen Einblick in festtheoretische Erklrungsanstze und in die Festkultur der Monarchie und des ?Stndestaats?. Im zweiten Abschnitt folgt auf Basis der im ersten Teil dargelegten Grundlagen die literaturwissenschaftliche Analyse von je zwei exemplarischen Festreden und Festspielen. Der dritte und letzte Abschnitt dient der Diskussion der im zweiten Teil gesammelten Ergebnisse. Die Diplomarbeit wird zudem von einem umfangreichen Literaturverzeichnis sowie von einer Multimedia-Beilage im Anhang begleitet.