Das hat Gott getan! Gewalt im Namen Gottes? : Elfriede Jelineks „Wut“

/ Sabrina Weinzettl

Wien : 2019

Masterarbeit

Betreut von: Pia Janke

Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Frage nach dem Verhltnis von Gewalt und Religion in Elfriede Jelineks Theatertext "Wut" (2016). Der Fokus liegt dabei besonders auf den Kontexten und Intertexten, die von Jelinek in den Text eingebracht und die hinsichtlich der Verhandlung des Themas befragt werden. In "Wut" finden sich konkrete Bezugnahmen auf die Terroranschlge von Paris im Jahr 2015, die mit Wolfgang Hallets Methode der Kontextualisierung im Abgleich mit der Berichterstattung zu den Anschlgen analysiert werden. Ausgehend von diesen Bezgen nimmt die Arbeit das Verhltnis zwischen Menschen und ihren Gttern in den Blick, das in "Wut" als ein von Gewalt geprgtes erscheint. Dies zeigt sich im Text im Aufdecken des inhrenten Gewaltpotenzials religiser Ermchtigungsstrategien. Die Mechanismen der Instrumentalisierung von Ideologien offenbaren sich in "Wut" aber auch auerhalb des religisen Kontextes, nmlich in Strukturen und Hierarchien des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Im Aufrufen verschiedenster Gewalteskalationen, die von den Terroranschlgen in Paris, ber den Genozid von Ruanda bis hin zum Holocaust reichen, zeichnet "Wut" Gewalt als ein die menschliche Kultur durchdringendes Phnomen. Die Gewaltthematik wird unter Heranziehung zweier zentraler Gewalttheorien, Johan Galtungs berlegungen zur strukturellen Gewalt sowie Ren Girards Mimesis-Theorie, beleuchtet.