Dr. Michael Berger, BA BA MA MA

Michael Berger

Ältere deutsche Sprache und Literatur

Institut für Germanistik
Universitätsring 1
1010 Wien

Stiege 7a
1. Zwischengeschoss
Zimmer: ZG2O1.144

Tel: +43-1-4277-42273
E-Mail: michael.berger@univie.ac.at

Sprechstunde

Sprechstunde nach schriftlicher Vereinbarung per E-Mail

 

Dissertationsprojekt (abgeschlossen): „Textnarben und Materialkritik. Fünf Fallstudien zur Überlieferungspraxis in deutschsprachigen literarischen Handschriften um 1300“

Meine Arbeit widmet sich der Analyse mittelalterlicher Schreiberarbeit als materialer Praxis, die maßgeblich zur Textkonstitution beitragen kann. Texte werden im Kopierprozess nicht nur reproduziert, sondern immer auch rematerialisiert. Im Zuge dieses Prozesses können Spannungen zwischen dem Text und seiner wechselnden materialen Realisierung entstehen, mit denen die Schreiber sich auseinandersetzen und auf die sie reagieren müssen. Die Untersuchung setzt sich aus fünf Fallstudien deutschsprachiger literarischer Handschriften aus der Zeit um 1300 zusammen. Es handelt sich dabei um prominente Objekte wie die ‚Riedegger Handschrift‘ (Ms. germ. fol. 1062 der Berliner Staatsbibliothek), den Heidelberger Cod. Pal. germ. 341 und den Cologny-Genfer Cod. Bodm. 72 sowie um weniger gut erforschte Handschriften wie den Florenzer Cod. B. R. 226 oder Cod. 2779 und Cod. 2707 der Österreichischen Nationalbibliothek. Auf Basis dieser Einzelanalysen ruft die Arbeit dazu auf, bei der Bewertung mittelalterlicher Textüberlieferung materialbezogene Faktoren stärker zu berücksichtigen und eine ‚Materialkritik‘ als Teil philologischer Praxis zu etablieren.

Curriculum vitae

1995 in Innichen (Südtirol/IT) geboren

 

2014-2017 Bachelorstudium Vergleichende Literaturwissenschaft (Universität Wien)

2015-2019 Bachelorstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft (Universität Wien)

2018-2021 Masterstudium Deutsche Philologie (Universität Wien). Titel der Abschlussarbeit: „Enthüllendes Erzählen. Zur Präsenzinszenierung in den Legenden Konrads von Würzburg“

2018-2022 Masterstudium Vergleichende Literaturwissenschaft (Universität Wien). Titel der Abschlussarbeit: „Schriftwerdungsszenen. Selbstbezügliches Schreiben in der mittelalterlichen Visionsliteratur“

2022-2025 Doktoratsstudium der Philosophie, Dissertationsgebiet Deutsche Philologie (Universität Wien). Titel der Abschlussarbeit: „Textnarben und Materialkritik. Fünf Fallstudien zur Überlieferungspraxis in deutschsprachigen literarischen Handschriften um 1300“

 

2018-2021 Tutor am Institut für Germanistik und am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft (Universität Wien)

2020-2021 Studienassistent am Institut für Germanistik (Universität Wien)

2021-2025 Universitätsassistent (prae doc) am Institut für Germanistik (Universität Wien)

seit 2025 Universitätsassistent (post doc) am Institut für Germanistik (Universität Wien)

Publikationsverzeichnis

Publikationsdatenbank u:cris

Aktuelle Publikationen
  • Got alt hui. Some considerations on the German dialogue between Massimiliano Sforza and Maximilian I in the Liber Iesus (Milan, Archivio Storico Civico e Biblioteca Trivulziana, Cod. Triv. 2163). In: Renaissance Studies 40, 1/2026, S. 6–24; DOI: https://doi.org/10.1111/rest.12971.
  • zusammen mit Simon Brenner und Stephan Müller: Einige neue Lesungen in der ‚Iwein‘-Handschrift A (Heidelberg, Universitätsbibl., Cod. Pal. germ. 397). Ergebnisse der Multispektral-Aufnahmen des Codex mit einem Anhang zur Technik des Multispectral Imaging. In: Zeitschrift für deutsches Altertum (ZfdA) 153, 3/2024, S. 300–322.
  • Sammeln als Problem. Materiale Spuren der Sammlungspraxis in der Überlieferung von Konrads von Würzburg ‚Der Welt Lohn‘ im Cgm 16 und im Cod. Karlsruhe 408. In: Materialität und Medialität. Aspekte einer Anderen Ästhetik, hrsg. von Jan Stellmann und Daniela Wagner, Berlin/Boston: De Gruyter 2023 (Andere Ästhetik – Koordinaten, 4), S. 315–336; DOI: https://doi.org/10.1515/9783110988413-013.
  • Herzenzunder. Konrads von Würzburg Pantaleon und das schwierige imitabile. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik (LiLi) 53, 2023, S. 521–541; DOI: https://doi.org/10.1007/s41244-023-00302-5.

 

Vollständige Publikationsliste in der Publikationsdatenbank u:cris.

Aktivitäten

Vorträge
  • Bewahren, zersingen, bearbeiten? Zur Beurteilung der Streuüberlieferung Oswalds von Wolkenstein am Beispiel von Kl. 85, Kl. 21 und Kl. 56. Vortrag im Rahmen der Tagung der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft „Oswald von Wolkenstein und die Literatur seiner Zeit. Medialität, Materialität, Kontextualisierung“, Brixen, 18.9.2025.
  • zusammen mit Sarah Hutterer: dy wiener dy tumben. Sprachliche Eskalation in Michel Beheims „Buch von den Wienern“. Vortrag im Rahmen des XV. IVG-Kongresses 2025, Graz, 23.7.2025.
  • Autonomy and Heteronomy of the Manuscript Copy. Some Considerations on Scribal Practices and the Relationship of Cod. Pal. germ. 341 and Cod. Bodm. 72. Vortrag im Rahmen der Tagung „(Re)Create. Towards a Theory of Heteronomous Texts“, Jena, 6.9.2024.
  • Variabilität und Widerstand. Überlegungen zu Textüberlieferung und Schreiberpraxis am Beispiel der Riedegger Handschrift (Berlin, Staatsbibliothek, Ms. germ. fol. 1062). Vortrag im Rahmen der Institutstagung des Institus für Germanistik 2024, Wien, 5.6.2024.
  • zusammen mit Sarah Hutterer: Verstrickt in mehrere Deutungen? Kontext und Paratext als Bedeutungsträger in der handschriftlichen Überlieferung des „Pfaffen Amis“. Vortrag im Rahmen des 27. Germanistentags 2022, Paderborn, 27.9.2022.
  • Nachahmende Nachträge. Potentiale der Variabilität mittelalterlicher Sammelhandschriften am Beispiel Wien, ÖNB, Cod. 2779. Vortrag im Rahmen des Lehrstuhlcolloquiums München/Wien (Beate Kellner/Stephan Müller), Wolfenbüttel, 14.7.2022.
  • zusammen mit Sarah Hutterer und Magdalena Lichtenwagner: werc in process. Drei Fallstudien zu Textgestalt, -organisation und -interaktion in deutschsprachigen mittelalterlichen Handschriften. ‚Lucidarius‘, Stricker, ‚Konstanzer Weltchronik‘. Panel im Rahmen des Workshops „Exzerpte – Sammlungen – Kompilationen: Wie, wo und warum sind ‚Werke‘ im Manuskript?“, Wuppertal, 6.5.2022.
  • Handschriftenkonfiguration und historische Textwahrnehmung. Konrads von Würzburg ‚Der Welt Lohn‘ als Sammlungstext. Vortrag im Rahmen der Tagung „Materialität und Medialität. Aspekte einer anderen Ästhetik“, Tübingen, 4.3.2022.
  • Der dan tet uber den walt ein preln. Der Wald als Klangraum in der Virginal. Impulsvortrag im Rahmen der Tagung „Der Wald in der Literatur des Mittelalters. Konzepte – Funktionen – Deutungen“, Bonn (Online), 6.10.2021.
  • Poetik des Enthüllens. Zur Präsenz des Heiligen in den Legenden Konrads von Würzburg. Vortrag im Rahmen des Workshops „Rhetorik und Transzendenz“ (Forschungsforum Literatur und Religion), Halle an der Saale, 1.10.2021.
  • Verantwortungsketten bilden. Eine legendarische Strategie der Heilsvergewisserung in Konrads von Würzburg Pantaleon. Vortrag im Rahmen des interdisziplinären Workshops „Responsibilisierungsdiskurse der Vormoderne“, Frankfurt am Main, 13.8.2021.
  • daz buch gelden. (Un-)Wahrheit und Selbstlegitimation in Brandans Meerfahrt. Vortrag im Rahmen des Studientags der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft „Lügen, Fake News, (Un-)Wahrheiten“, Wuppertal (Online), 16.7.2021.
  • Aigner’s ‚Tower‘ or Someone Else’s? The Mountain as Sexual Emblem in Arthur Schnitzler’s Das weite Land. Vortrag im Rahmen der Konferenz „Mediating Mountains. 46th International Conference of the Austrian Association for American Studies“, Innsbruck, 23.11.2019.

 

Weitere Aktivitäten

Lehrveranstaltungen 2026S

Lehrveranstaltungen 2025S

Lehrveranstaltungen 2024W

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