Vorlesungs­verzeichnis

EC-Aufbaumodul VO Zentrale Fragen der Gender Studies in den Kulturwissenschaften

240226 VO 2024S

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Nächster Termin

Mittwoch, 26.06.2024 00:00-00:00

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Gender Studies sind ein Forschungsfeld, das sich mit der Bedeutung von Geschlechterdifferenzen in Wechselwirkung mit unter anderem sozialen, ethnisierten, rassifizierten, kulturellen und sexuellen Differenzierungsprozessen in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft beschäftigt. Entsprechend ist die Geschlechterforschung heute ein unverzichtbarer Bestandteil kulturwissenschaftlicher Forschung, während sie umgekehrt teilweise gerade aus den Kulturwissenschaften hervorgegangen ist. So gibt es ein weites Feld an Überschneidungen, an gemeinsamen theoretischen Vorannahmen und Überzeugungen, an Themenfeldern zwischen Gender-Forschung und Kulturwissenschaften beziehungsweise den Cultural Studies. Was insbesondere letztere, also die Cultural Studies, mit den Gender Studies eint, ist die politische Perspektive: Kultur wird hier als ein Feld von Machtbeziehungen verstanden, in dem es um die Grenzziehung zwischen Selbst und ‘Anderem‘ geht. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Zusammenhang von Bedeutungsproduktion mit Macht- und Herrschaftsverhältnissen. Denn das Selbstverständnis der Cultural Studies wie auch der Gender Studies ist nicht allein wissenschaftliche Analysen, sondern Gesellschaftskritik zu betreiben. Das heißt, es geht um die Betrachtung von symbolischen Ordnungen, Repräsentationen innerhalb gegebener Macht- und Herrschaftsstrukturen und Repräsentationsregimen.
Die Vorlesung geht den Zusammenhängen von Machtbeziehungen und Bedeutungsproduktion anhand Fragen der Darstellung und des Erzählens nach. Sie beleuchtet die Grundlagen und wichtige Vertreter*innen der Repräsentationskritik in den Cultural Studies wie auch in der feministischen Theorie und verknüpft diese mit Konzeptionen von Geschlecht als (Selbst-)Repräsentation sowie als performativen Akt. Fragen, welche die VO aufwirft sind unter anderem: Welche (Geschlechter) werden in welchen Medien und Diskursen mit welchen Mitteln in welchem Interesse wie dargestellt? Wie werden Unterschiede hervorgebracht beziehungsweise wie funktionieren Prozesse des ‚Othering‘? Welche Geschichten werden (über Geschlechter) erzählt? Welche können erzählt werden? Welche Möglichkeiten der Veränderung hegemonialer Darstellungsformen gibt es?

Lehrmethoden:
Vortrag, gemeinsames Diskutieren und Reflektieren des mündlichen Vortrags (diskursive Wissensproduktion) - auch anhand von (Bild)Material, Eigenstudium, Übungen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Essay als Take Home Exam, vom 26.06.2024-01.07.24

 

Literatur

Butler, Judith (1990): Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity. New York: Routledge; dt von Kathrina Menke (1991): Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
--- (1993): Bodies that Matter. On the Discursive Limits of Sex. New York: Routledge; dt von Karin Wördemann (1995): Körper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts. Berlin: Berlin-Verlag.
de Lauretis, Teresa (1984): Alice Doesn’t. Feminism Semiotics Cinema. London: McMillan
---- (1987): Technologies of Gender. Essays on Theory, Film, and Fiction. Bloomington and Indianapolis: Indiana University PressHall, Stuart (1997): Representation. Cultural Representations and Signifying Practices. London, Thousand Oaks: Sage
Haraway, Donna (1985): Simians, Cyborgs, and Women. The Reinvention of Nature. London: Routledge; dt. (1995) von Dagmar Fink et al.: Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen. Hg. und eingeleitet von Carmen Hammer und Immanuel Stieß. Frankfurt/Main, N.Y.: Campus
Hall, Stuart (1997): Representation. Cultural Representations amd Signifying Practices. Milton Keynes: The Open University
Hepp, Andreas; Krotz, Friedrich und Tanja Thomas (Hg:innen) (2009): Schlüsselwerke der Cultural Studies. Wiesbaden: VS
McRobbie, Angela (2005): The Uses of Cultural Studies. A Textbook. London, Thousand Oaks: Sage
Schaffer, Johanna (2008): Ambivalenzen der Sichtbarkeit. Über die visuellen Strukturen der Anerkennung. Bielefeld: transcript
Trinh T. Minh-ha (1986/87): Difference: A Special Third World Women Issue. Discourse. 8, 11-38.
---- (1989): Woman, Native, Other. Writing Postcolonialty and Feminism. Davis: University of California Press

 

Prüfungsstoff

Der Prüfungsstoff umfasst alle in der Lehrveranstaltung durchgenommenen Inhalte.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Es ist ein wissenschaftliches Essay zu einer vorgegebenen Fragestellung zu schreiben. Wichtig ist, dass im Essay wissenschaftlich fundiert ARGUMENTIERT wird.

Notenschlüssel:
Sehr gut: 20-17,6 Punkte
Gut: 17,5-15,1 Punkte
Befriedigend: 15-12,6 Punkte
Genügend: 12,5-10,1 Punkte
Ungenügend: 10-0 Punkte

Die Höchstpunktezahl 20 ergibt sich aus folgendem Schema:
+ Formale Kriterien (Aufbau, Umfang, Genauigkeit, Sprachliche Qualität): max. 2 Punkte
+ Inhaltliche Kriterien (Vollständigkeit der Beantwortung, Literaturbezüge, Kenntnis der VO-Inhalte): max. 10 Punkte
+ Wissenschaftlichkeit und Originalität (Argumentation, Innovation, Wissenschaftlichkeit, Logik): max. 8 Punkte