Guided Reading
Revisiting Gender- und Queer Theory von und mit Judith Butler
240098 UE 2026S
Vortragende der Germanistik:
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Inhalte: Dieses Seminar widmet sich einem Revisiting der Gender- und Queer Theory anhand der Arbeiten von Judith Butler. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass „Gender“ nicht nur ein analytischer Begriff, sondern ein politisch umkämpftes Schlagwort ist. Insbesondere in gegenwärtigen anti-gender Diskursen fungiert „Gender“ als Projektionsfläche für gesellschaftliche Ängste, autoritäre Fantasien und demokratiefeindliche Mobilisierungen. Judith Butlers jüngstes Buch Who’s Afraid of Gender? (2024) reagiert auf diese Entwicklungen und bildet den zentralen Bezugspunkt des Seminars.
Im Seminar lesen wir Who’s Afraid of Gender? nicht isoliert, sondern im Dialog mit früheren Schlüsseltexten Butlers – darunter finden sich Textausschnitte von Gender Trouble, Bodies That Matter, Undoing Gender und anderen bedeutenden Büchern. Ziel ist es, zentrale Begriffe wie Performativität, Normativität, Anerkennung und Lebensfähigkeit historisch und systematisch nachzuzeichnen sowie verbreitete Missverständnisse und politische Instrumentalisierungen von Gender- und Queer Theory kritisch zu analysieren.
Butler wird sowohl als Theoretikerin feministischer und queer-theoretischer Interventionen diskutiert als auch in ihren Spannungen und offenen Fragen diskutiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frage, wie sich theoretische Konzepte von Gender, Körper und Subjektivität zu aktuellen politischen Konflikten um Demokratie, Gewalt, Recht und Zugehörigkeit in Beziehung setzen lassen.
*Gruppen- und Partner_innenarbeit
*Input (von Lehrenden und Studierenden) mit Diskussion
*Lektüre und Diskussion theoretischer Texte, Übertragen der theoretischen Ansätze auf konkreteDiese LVA bedient sich einer Mischung aus kommentierten Gruppenabeiten (durch Spezialist*innen-Gruppen werden die Grundlagen der theoretischen Konzepte präsentiert und durch eine angeleitete Lektüre der Primärtexte vertieft), zeitweiligem diskursivem Erarbeiten verschiedener Theoriebereiche (z.B. Arbeit in Kleingruppen) sowie angeleiteter Lektürearbeit zu Hause. Sie zielt auf eine gemeinsame Wissenskonstruktion im Laufe des Semesters ab. Der Erfolg hängt nicht zuletzt davon ab, wie sehr sich die Studierenden mit ihrer jeweils eigenen Kompetenz, die sie im Zuge der Recherche und Vorbereitung der Gruppenreferate erworbenen haben, einbringen.Ziele:- Verstehen der theoretischen Texte und Konzepte
-Reflexionskompetenz und Einnehmen einer Metaperspektive
-Schärfung des eigenen begrifflichen Denkens, des Urteilsvermögens, des wissenschaftlichen Arbeitsstiles und Argumentierens
Literatur
Auszüge aus:
Judith Butler: Wer hat Angst vor Gender?, Suhrkamp Verlag, Berlin 2025Judith Butler: Raster des Krieges. Warum wir nicht jedes Leid beklagen, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2010
Judith Butler: Die Macht der Geschlechternormen. Und die Grenzen des Menschlichen, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009
Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt am Main, 1991.
Judith Butler: Körper von Gewicht. Frankfurt am Main, Suhrkamp 2014.
Prüfungsstoff
Anwesenheit und Mitarbeit (30%) Essay (70%)
alle Teilleistungen müssen positiv absolviert werden
KEINE KI ERLAUBT!
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 20 Seiten Haupttext
o Die Seminararbeit muss bis zum 30.7.2026 über Moodle eingereicht werden.
o Wenn diese Seminararbeit negativ beurteilt wird und damit die Beurteilung der gesamten Lehrveranstaltung negativ ist, wird den Studierenden eine Verbesserungsmöglichkeit eingeräumt.
o Die Studierenden erhalten ein Feedback mit Kriterien, die sie erfüllen müssen, damit die Teilleistung noch positiv beurteilt werden kann. Diese Kriterien müssen bis spätestens 30.8.2026 erfüllt werden, in dem die verbesserte Teilleistung über Moodle erneut eingereicht werden.
o Danach hat die LV-Leitung wieder 4 Wochen für die Beurteilung Zeit.
o Sollte die Frist versäumt oder die Kriterien nicht erfüllt werden, wird die gesamte LV negativ beurteilt.
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
