Vorlesungs­verzeichnis

Storytelling: Narratologische Grundlagen

100252 VO 2025W

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Vortragende:

Nächster Termin

Donnerstag, 19.02.2026 16:45-18:15 Hörsaal 6 Franz König Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Was ist der Unterschied zwischen Lügen und Bullshitten? Weshalb finden viele Menschen die Existenz außerirdischer Echsenwesen plausibler als den Klimawandel? Und was hat unsere psychische Gesundheit mit storytelling zu tun?

Die Vorlesung „Storytelling: Narratologische Grundlagen“ präsentiert den Modus des Erzählens als grundlegende menschliche Erkenntnisform, die sich sowohl auf der Ebene der Kognition als auch in vielen Dimensionen des sozialen Lebens nachweisen lässt und dort prägend wirksam wird. Narrative Muster liegen unserem Denken zugrunde, sie strukturieren unser Perzipieren und Handeln und helfen uns dabei, die Welt und uns selbst zu verstehen. Menschliche Erfahrung wird in Form von Geschichten über die Generationen weitergegeben. Narrative stiften Identität und Gruppenzugehörigkeit; sie können aber auch dazu verwendet werden, Falschwissen zu verbreiten, Vorurteile zu festigen und Macht und Ungleichheit zu legitimieren.

Unter Anwendung eines interdisziplinären Analysewerkzeugs und anhand von Fallbeispielen werden unter anderem folgende Themenkreise aus neuro-narratologischer Perspektive erörtert (kurzfristige Änderungen sind möglich):

• Kognition, Evolution und Narrativität
• Die Eigenschaften ästhetischer Narrative: Literatur, Film, computer games
• Fiktion, Imagination, Tagtraum
• Emotion, immersion, prospective coding, theory of mind
• Die Erzählungen der Wissenschaft
• Pseudowissenschaft, magisches Denken, Lüge, Bullshit
• Identitätsnarrative, psychische Gesundheit und autobiographisches Erinnern
• Geschichtswissenschaften und kulturelles Gedächtnis
• Macht, Propaganda, politische Manipulation
• ...

Ziel der Lehrveranstaltung ist, Studierenden eine interdisziplinär gestützte Einführung in das Phänomen der Narrativität zu bieten. Studierende sollen befähigt werden, das Narrativ in seiner Funktion als erkenntnissteuerndes und bedeutungsbildendes Instrument zu erfassen, die Eigenschaften narrativer Konstrukte an konkreten Beispielen zu erkennen und deren Implikationen zu verstehen. Ein besonderes Augenmerk der Lehrveranstaltung liegt auf der metakognitiven bzw. epistemologischen Dimension: Studierende sollen für die besonderen heuristischen Eigenschaften narrativer Muster sensibilisiert werden und diese im gesellschaftlichen Diskurs und im eigenen Denken erkennen.

Lehrform: Vortrag mit powerpoint-Folien; interaktive Übungen; online-Selbsttests

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Leistungsüberprüfung erfolgt mittels eines multiple-choice Tests in Präsenz.

Der Test besteht aus 40 Fragen und dauert 60 Minuten. Die Anzahl der falschen und richtigen Antworten pro Frage ist offen. Mindestens eine Antwort pro Frage ist falsch, mindestens eine Antwort ist richtig. Die Verwendung von Hilfsmitteln ist nicht gestattet.

 

Literatur

Ausgewählte Texte werden online zur Verfügung gestellt.

Zur Einführung:
Herman, David, ed. (2007). Cambridge Companion to Narrative. Cambridge UP.
Herman, David, et al., ed. (2005). The Routledge Encyclopedia of Narrative Theory. Routledge.
Martínez, Matías , ed. (2017). Erzählen: Ein interdisziplinäres Handbuch. Metzler.

 

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff ist der Inhalt der Vorlesung (Vortrag & Powerpoint-Folien).

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Um eine positive Note zu erhalten, müssen mindestens 50% der Fragen richtig beantwortet werden. Auch teilweise korrekt beantwortete Fragen werden gezählt. Eine Frage kann nicht mit weniger als 0 Punkten bewertet werden.

Notenschema (40 Fragen = 40 Punkte):
40 – 36 = 1 (sehr gut)
35,99 – 31 = 2 (gut)
30,99 – 26 = 3 (befriedigend)
25,99 – 20 = 4 (genügend)
19,99 – 0 = 5 (nicht genügend)