Vorlesungs­verzeichnis

NdL: Drama und Geschichte

100240 VO 2024S

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Vortragende:

Nächster Termin

Dienstag, 25.06.2024 15:00-16:30 Hörsaal 42 Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 7

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Bereits am Beginn des europäischen Theaters steht die Auseinandersetzung mit der Geschichte: nicht nur dadurch, dass Stoffe aus der Vergangenheit auf die Bühne gebracht werden, sondern auch im Nachdenken über das, was die Substanz des Historischen ausmacht - was Geschichte für den Menschen bedeutet, welche Kräfte ihren Gang beeinflussen, von welchen Umgestaltungen Zeitenwenden betroffen sind, nicht zuletzt auch: welchen Sinn man dem Historischen abgewinnen kann und ob dies überhaupt möglich ist. Geschichte im Drama hilft mit, mustergültige Handlungsweisen auf der Bühne vorzuführen, Einsichten in menschliches Verhalten zu gewinnen, nationale Identität zu stiften, zu feiern, zu erinnern und zu mahnen - und das ist längst nicht alles. Nicht zuletzt beeinflusst Dramenliteratur auch in großem Maße das, was uns als Geschichte vertraut zu sein scheint. Und obwohl das Wort „Drama“ auf das griechische Wort für „Handeln“ oder „Tun“ ableitet, verhalten sich die zentralen Figuren in Geschichtsdramen häufig eigentümlich passiv und entscheidungsschwach.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, unterschiedliche Möglichkeiten zur Gestaltung von Geschichte auf der Bühne herauszupräparieren, zugleich darauf aufmerksam zu machen, welche Bedeutung dem Historischen für die Entwicklung unterschiedlicher Dramenkonzepte zukommt (u.a. hinsichtlich der Gestaltung des Helden, des Tragischen, des Verhältnisses von Kunst und Wirklichkeit). Der Textkanon der Vorlesung ist so gestaltet, dass er den Bedürfnissen von Lehramtsstudierenden entgegenkommt.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Prüfungen finden ausnahmslos mündlich statt; der erste von vier Terminen wird gegen Ende des Sommersemesters eingerichtet. Voraussetzung für ein erfolgreiches Ablegen der Prüfung ist die Kenntnis der Vorlesungsinhalte, der Texte auf den Handouts sowie der Pflichtlektüre, die in Taschenbuchausgaben vorliegt. Hilfsmittel sind keine gestattet.

 

Literatur

Hinweise zur Sekundärliteratur sowie die Handouts zu den Vorlesungseinheiten sind - neben einer detaillierten Inhaltsübersicht - auf Moodle zu finden.

 

Prüfungsstoff

Folgende Theaterstücke, deren Lektüre und Kenntnis für die erfolgreiche Ablegen der Prüfung obligatorisch sind, werden - nach einer allgemeinen gattungspoetischen Einführung - in jeweils einer Vorlesungseinheit besprochen: J. W. Goethe, Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (Reclam UB 71) - F. Schiller, Don Karlos, Infant von Spanien (Reclam UB 38) - H.v. Kleist, Die Hermannsschlacht (Reclam UB 14381 bzw. UB 18834) - F. Grillparzer, König Ottokars Glück und Ende (Reclam UB 4382) - Chr. D. Grabbe, Napoleon oder die hundert Tage (Reclam UB 258) - G. Büchner, Dantons Tod (Reclam UB 6060) - F. Hebbel, Agnes Bernauer (Reclam UB 4268) - G. Hauptmann, Die Weber (Reclam UB 19364 bzw. Reclam XL19406) - B. Brecht, Mutter Courage und ihre Kinder (SBB 11) - F. Dürrenmatt, Romulus der Große (detebe 23042) - P. Weiss, Die Ermittlung (SBB 65) - E. Jelinek, Burgtheater (rororo 12996).

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Eine der Prüfungsfragen zielt darauf hin, Textausschnitte aus der Pflichtlektüre bzw. Textausschnitte und Bilder aus den Handouts zu erkennen und darüber zu sprechen. Weitere Fragen können die Inhalte der Texte, deren Entstehungsbedingungen, die historischen Vorbedingungen, Zugänge zur Interpretation, poetologische und literaturtheoretische Aspekte, Rezeption u.a. behandeln.