Vorlesungs­verzeichnis

Masterseminar NdL: Poetiken des Sachbuchs

100237 SE 2021W

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Moodle

Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziel des Seminars ist es, sich mit der Bandbreite eines in der Literaturwissenschaft oftmals wenig beachteten Bereich des literarischen Feldes auseinanderzusetzen – dem Sachbuch. Diese Sammelkategorie umfasst die unterschiedlichsten Texte von Reportagen über Essays bis hin zu populärwissenschaftlichen Schriften, wird jedoch oftmals lediglich unter dem Negativvorzeichen des Nichtfiktionalen diskutiert. Das Seminar widmet sich einigen sowohl inhaltlich wie auch formal heterogenen Beiträgen, die gemeinhin dem Sachbuch zugerechnet werden, und fragt nach deren Poetiken und Praktiken.
Untersucht werden hierzu historische Fallbeispiele wie die botanischen Schriften von Raoul H. Francé, die entscheidende Rolle von beliebten Buchserien (die Kosmos-Reihe oder rowohlts enzyklopädie) ebenso wie aktuelle Sachbücher, z.B. über Frauenliteratur (Nicole Seifert), Bildung und Migration (Melisa Erkurt) oder Krieg und Trauma (Petra Ramsauer u. Carolin Emcke). Beiträge über Materialien (wie Papier) oder Orte werden ebenso besprochen wie Beispiele (auto)biographischen Schreibens. Weitere Texte werden in Absprache mit den Studierenden in den ersten Sitzungen ausgewählt.
In der Konfrontation von ausgewählten Sachbuchtexten mit theoretischen Beiträgen wird die Differenz von Fiktionalität/Faktualität sowie die narratologische Grundsatzfrage nach der Rolle des Erzählens diskutiert. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Geschichte und Formen populärer Literatur gelegt und nach Strategien des Schreibens gefragt, mit denen hochkomplexe Sachverhalte einem möglichst breiten Publikum nahegebracht werden können.
Voraussetzung für ein erfolgreich absolviertes Seminar ist die Bereitschaft zu intensiven Lektüren, solide Recherchefähigkeiten sowie das Interesse an theoretischen Fragestellungen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Alle Teilnehmenden sind für je eine Seminarsitzung als Expert_in (ggf. in einer Gruppe) verantwortlich. Dazu gehört die Vorbereitung von drei Leitfragen zu den jeweiligen Seminartexten (vorab einzureichen über Moodle), ein knappes Impulsreferat sowie ein schriftliches Thesenpapier im Nachgang der Sitzung. Eine Seminararbeit im Umfang von 25 Seiten ist bis Ende März in gedruckter und elektronischer Form einzureichen. Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. es muss eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden. Verpflichtend ist eine vorherige Themenabsprache mit der Dozentin sowie die Einreichung und Besprechung eines Exposés im Rahmen einer Sprechstunde.

 

Literatur

Auszüge aus den zu lesenden Sachbüchern sowie Forschungsliteratur wird per Moodle bereitgestellt.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.

Dies ist ein lektüreintensives Seminar. Alle Teilnehmer_innen sind verpflichtet, die Texte der jeweiligen Sitzung vorzubereiten. Die Bereitschaft, ggf. einzelne Beiträge auf Englisch zu lesen, wird dabei vorausgesetzt. Die Impulsreferate stellen die Diskussionsgrundlagen der jeweiligen Sitzungen dar und sollen daher möglichst konzis, informiert und anregend gestaltet werden. Aktive Seminarteilnahme wird von allen Teilnehmer_innen erwartet. Die Seminararbeit behandelt nach Rücksprache mit der Dozentin ein möglichst originelles Thema aus dem Bereich des Seminars, zeigt eine eigenständige Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur, ist sprachlich (stilistisch, orthographisch) korrekt, ansprechend formuliert und sinnvoll strukturiert.