Vorlesungs­verzeichnis

Masterseminar NdL: Literaturwissenschaftliche Pflanzenstudien

100232 SE 2022W

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Vortragende:

Nächster Termin

Friday, 09.12.2022 09:45-11:15 Seminarraum 1 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3

 

Das Seminar beginnt am 28. Oktober. Eine verpflichtende Exkursion sowie zwei geblockte Doppeleinheit (am 16.12.22 und am 20.01.23 von 11:30–13h) sind Teil des Seminarprogramms.

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Seminar bietet eine Einführung in den neuen Forschungszweig der literatur- und kulturwissenschaftlichen Pflanzenstudien. Anhand von botanischen, kulturhistorischen, literarischen und rhetorischen Texten geht es der Frage nach, welches Wissen von und durch Pflanzen vermittelt wird. Dabei werden ‚klassische‘ Pflanzenthemen wie der Garten, die Blume oder das Ornamentale ebenso zur Debatte stehen wie theoretische Konzepte der Literatur- und Kulturwissenschaften (z.B. Hybridität, Adaption, Dissemination und Anthropomorphismus).
Vor beinahe zwanzig Jahren konstatierten die Biologen James H. Wandersee und Elisabeth E. Schussler eine um sich greifende „Pflanzenblindheit“: Pflanzen sind zwar allgegenwärtig und für das Leben auf der Erde unerlässlich sind, doch werden sie oftmals wenig beachtet. Auch in der Literaturwissenschaft sind Pflanzen (anders als Tiere) lange Zeit nur selten diskutiert und theoretisiert worden, obwohl sie die Weltliteraturen ebenso bevölkern wie unseren Planeten. Diesem blinden Fleck begegnen seit kurzem die literatur- und kulturwissenschaftlichen Pflanzenstudien, die sich gezielt dem Verhältnis von literarischen und theoretischen Texten und anderen Medien und dem Vegetabilen widmen. Ihre Vordenker finden sie u. a. in Linné, Rousseau, Goethe und Darwin, doch auch französischsprachige Theoretiker wie Derrida, Ponge und Kristeva verfassten pflanzenrelevante Texte. Verhandelt werden dort die zentralen Themen von Sprache, Geschlecht und Ordnung, die in diesem Seminar zur Debatte stehen.
Die Seminartexte werden von den Studierenden ausführlich vorbereitet und in den Sitzungen von allen TeilnehmerInnen gemeinsam diskutiert. Kurze Präsentationen durch die Studierenden dienen der Diskussionslenkung. Die Seminarleiterin kontextualisiert die theoretischen Texte und referiert literaturwissenschaftlichen Grundlagen, um die Relevanz des neuen Forschungsfeldes für Studierende der Germanistik zu verdeutlichen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Vorausgesetzt wird das Interesse an der Diskussion theoretischer Texte auf Deutsch und Englisch, die Bereitschaft zur Lektüre eines kompletten Romans sowie die Teilnahme an der verpflichtenden Exkursion in die Ausstellung GROW – Der Baum in der Kunst“ im Belvedere.
Alle Teilnehmenden sind für je eine Seminarsitzung als Expert_in (ggf. in einer Gruppe) verantwortlich. Dazu gehört die Vorbereitung von drei Leitfragen zu den jeweiligen Seminartexten (vorab einzureichen über Moodle), ein knappes Impulsreferat sowie ein schriftliches Thesenpapier im Nachgang der Sitzung. Nach dem gemeinsamen Ausstellungsbesuch ist eine kurze schriftliche Reflexion zu verfassen.
Eine Seminararbeit im Umfang von 25 (bzw. 35, s.u.) Seiten ist bis 15. März in gedruckter und elektronischer Form einzureichen. Verpflichtend ist eine vorherige Themenvereinbarung mit der Dozentin im Rahmen einer Sprechstunde sowie die Einreichung und Besprechung eines Exposés.
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Benjamin Bühler u. Stefan Rieger: Das Wuchern der Pflanzen: Ein Florilegium des Wissens (2009)
Claudette Sartiliot: Herbarium, Verbarium: The Discourse of Flowers (1993)
Elaine Scarry: »Imagining Flowers: Perceptual Mimesis (Particularly Delphinium)«, in: Representations 57 (1997), 90–115.
Stauffer, Verena: Orchis (2018)

 

Prüfungsstoff

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Seminararbeiten umfassen 25 Seiten Haupttext.
Modul V Masterseminar mit Zusatzleistung aus dem Master Deutsche Philologie (12 ECTS): Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. es muss eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden.
Die Seminararbeit behandelt nach Rücksprache mit der Dozentin ein möglichst originelles Thema aus dem Bereich des Seminars, zeigt eine eigenständige Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur, ist sprachlich (stilistisch, orthographisch) korrekt, ansprechend formuliert und sinnvoll strukturiert.