Vorlesungs­verzeichnis

Neuere deutsche Literatur: Vom Orbis Pictus zum Manga: Neue Perspektiven der Bilderbuchforschung

100215 VO 2010W

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In den letzten 20 Jahren hat die Bilderbuchforschung einen entscheidenden Wandel durchlaufen. Standen zunächst Monographien zur Geschichte des Bilderbuches im Vordergrund, erlebte die Bilderbuchtheorie mit den Untersuchungen von Maria Nikolajeva, Carole Scott und Jens Thiele (um nur einige bedeutende Forscher zu nennen) einen Aufschwung. Hierbei rückte der Begriff des Bildes als eigene ästhetische Kategorie ebenso ins Blickfeld wie die Bedeutung der symbolischen Formen von Text und Bild und deren Interaktion.
In dieser Vorlesung wird einerseits ein Überblick zur Geschichte des Bilderbuches vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart gegeben, um den Formen-, Stil- und Funktionswandel dieses Printmediums zu beleuchten. Dieser Wandel zeigt sich u.a. darin, dass komplexe Erzählstrategien Eingang in das moderne Bilderbuch gefunden haben. Zugleich entstehen durch den Einfluss anderer medialer Formen (Film, Comic/Manga, Computer) neue Bildkonzepte, die hohe Anforderungen an das Bild- und Textverstehen der Zielgruppe stellen. Andererseits werden aktuelle Perspektiven der Bilderbuchforschung vorgestellt, die sich zunehmend durch einen interdisziplinären Zugriff auszeichnet und Ergebnisse der Literacy-Forschung, kognitiven Psychologie, Sprachwissenschaft, Bildwissenschaft und Medienwissenschaft integriert.

 

Literatur

Teresa Colomer/Bettina Kümmerling-Meibauer/Cecilia Silva-Díaz (Hgg.): New Directions in Picturebook Research. New York: Routledge 2010. - Maria Nikolajeva/Carole Scott: How Picturebooks Work. New York: Garland 2001. - Jens Thiele (Hg.): Neue Impulse der Bilderbuchforschung. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 2007.