Bachelorseminar Sprachwissenschaft: Spracherwerb & Sprachvariation
100200 SE-B 2025W
Vortragende:
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen dem kindlichen Spracherwerb und der Sprachvariation Erwachsener aus psycholinguistischer und soziolinguistischer Perspektive.
Ausgehend von Daten und Ergebnissen aktueller Forschungsprojekte zum Deutschen in Österreich analysieren und reflektieren wir ausgewählte Sprachgebrauchsphänomene und sehen uns erstens an, wie diese Phänomene von Kindern mit Deutsch als Erstsprache (L1) und/oder von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache (L2) erworben werden. Zweitens beleuchten wir die horizontal-areale Variation dieser Phänomene bei Erwachsenen, die in unterschiedlichen Dialektregionen Österreichs leben, sowie die sozial-vertikale Variation dieser Phänomene in unterschiedlichen Kommunikationssituationen.
Schwerpunkte liegen dabei auf den Systemebenen Morphologie und Pragmatik, aber auch phonetisch-phonologische, lexikalische und syntaktische Aspekte werden behandelt und können im Rahmen von Bachelorarbeiten untersucht werden.
Ziel des Seminars ist die Befähigung zur eigenständigen und erfolgreichen Durchführung eines individuellen Forschungsprojekts, das in eine empirische BA-Arbeit mündet. Zur Erreichung dieses Ziels werden die Erarbeitung theoretischer Grundlagen, das Vertrautwerden mit dem einschlägigen Forschungsstand (und seiner Literatur) sowie empirisches Arbeiten (mit Sprachdaten) wesentliche Bestandteile der LV darstellen. Einschlägige Methoden für die Erhebung von Sprachmaterial (u.a. aus der Distanz, z. B. Online-Fragebogen) werden ebenfalls ein Schwerpunkt der LV sein.
Je nach Präferenz können die Studierenden entweder von der LV-Leitung bereitgestellte Daten aktueller Projekte für weiterführende Analysen im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten verwenden, oder die Studierenden können selbst eigene Daten erheben und analysieren.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
- Aktive Anwesenheit und Mitarbeit (Einzel- und Gruppenarbeiten, Diskussionen)
- Nach- und Vorbereitung der Sitzungen (insbes. Lektüre bzw. praktische Aufgaben, wie z. B. Verfassen eines Exposés, Transkriptionsübungen, Excel-Auswertung)
- Kurzpräsentation des individuellen BA-Projekts
- Schriftliche BA-Arbeit im Umfang von 30 Seiten Haupttext
Werden technische Hilfsmittel wie KI-Chatbots für Leistungsnachweise in dieser LV verwendet, so müssen alle Quellen, Prompts, Outputs und Modifikationen jeweils im Anhang angeführt bzw. gekennzeichnet werden. Plagiate sind in keiner Form erlaubt.
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Literatur
Literaturempfehlung (zur Vorbereitung):
Bülow, Lars, Ann Kathrin Fischer & Kristina Herbert (Hrsg.) (2019): Dimensionen des sprachlichen Raums: Variation – Mehrsprachigkeit – Konzeptualisierung. Berlin et al.: Peter Lang (Schriften zur deutschen Sprache in Österreich 45). Open Access: https://www.peterlang.com/view/title/68464
Kauschke, Christina (2012): Kindlicher Spracherwerb im Deutschen: Verläufe, Forschungsmethoden, Erklärungsansätze. Berlin/Boston: De Gruyter.
Lenz, Alexandra N. (2019): Bairisch und Alemannisch in Österreich. In: Joachim Herrgen & Jürgen Erich Schmidt (Hrsg.): Sprache und Raum. Ein internationales Handbuch der Sprachvariation. Band 4: Deutsch. Unter Mitarbeit von Hanna Fischer und Brigitte Ganswindt. Berlin/Boston: De Gruyter (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. 30.4), 318-363.
Prüfungsstoff
Die relevante Literatur für die Hausübungen wird auf Moodle zur Verfügung gestellt.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Bachelorarbeit; die Endnote setzt sich aus den folgenden Leistungen zusammen:
- schriftliche BA-Arbeit: 70 %
- mündliche Präsentationsleistungen: 15 %
- aktive Mitarbeit und Hausübungen: 15 %
Die Bachelorarbeit wird mit der Plagiatsprüfungssoftware Turnitin in Moodle überprüft.
Für die Bachelorarbeit wird Ihnen eine Verbesserungsmöglichkeit eingeräumt. Dazu müssen Sie diese Teilleistung bis zum 31.03.2026 über Moodle einreichen. Wenn diese Teilleistung und damit auch die gesamte Lehrveranstaltung negativ beurteilt wird, erhalten Sie bis 15.04.2026 ein Feedback mit Kriterien für eine erfolgreiche Verbesserung. Sie müssen die Verbesserung bis 30.04.2026 vornehmen.
Wenn Sie auf die Verbesserungsmöglichkeit verzichten, reichen Sie die Teilleistung bis spätestens 30.04.2026 über Moodle ein.
Umfang der Abschlussarbeiten: Bachelorarbeiten 30 Seiten Haupttext
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
