Masterseminar NdL: Beyond Typewriter. Frauen in der Bürokratie
100192 SE 2026S
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Mittwoch, 18.03.2026 18:30-20:00 Seminarraum 4 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Als an der Schwelle zum 20. Jahrhundert neue Maschinen und mit ihnen auch zahlreiche Frauen in die Büros gelangen, vollzieht sich ein grundstürzender Wandel: nicht nur auf Ebene der administrativen Organisation, sondern auch auf der des Diskurses. Denn im Berufs- wie nun auch literarischen Leben kommen Frauen mehr und mehr zu Wort und Schrift. Eben deshalb bezeichnet »Typewriter« um 1900 eine Apparatur und Person, eine Technologie des Schreibens und zugleich einen sozialen Typus (nämlich den der weiblichen Büroangestellten). Und eben deshalb tragen zur Neuen Sachlichkeit, dem Goldenen Zeitalter der Büroromane und der Angestelltenliteratur, auch und besonders Autorinnen bei. Doch wie genau vollzieht sich der Wechsel von der Heim- zur Büroarbeit und jener von der sich nun normalisierenden Berufstätigkeit zur literarischen Autorschaft? Was geschieht nach der Zwischenkriegszeit, jenseits der Epoche der prototypischen Angestelltenschicksale, -kulturen und -romane? Ist die Etablierung weiblicher Autorschaft im Literaturbetrieb der 1950er und 1960er Jahre weiterhin mit der technischen Geschichte des Büros verknüpft? Und was heißt dies für unsere angeblich ›postbürokratische‹ Epoche?
Arbeitsgrundlage des Seminars werden medienhistorische Texte vor allem zur Schreibmaschine und Textverarbeitung sein, ebenso wie Handbücher des Sekretariatsbetriebs, soziologische und feuilletonistische, statistische und verwaltungswissenschaftliche Beschreibungen der Angestelltenkultur und ihrer Topoi. Zugleich wird es um deren Auftauchen in Erzählungen, Romanen und literarischen Schreibexperimenten gehen. Dass das Lektürespektrum von frühen Erzählungen zum »Typewriter Girl« bis hin zu Romanen der Neuen Sachlichkeit (von Christa Anita Brück, Mela Hartwig oder Irmgard Keun) und zu zeitgenössischen Texten (von Marianne Fritz, Elfriede Jelinek oder Ilse Kilic) reichen wird, setzt ein entsprechendes Leseinteresse aller Teilnehmenden voraus.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Zudem kann, um den tatsächlichen Eigenanteil der Arbeit bei evt. Benutzung von Chatbots zu ermitteln, die schriftliche Arbeit jederzeit durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden.
Literatur
Zur ersten Orientierung:
Martyn Lyons, The Typewriter Century. A Cultural History of Writing Practices, Toronto u.a. 2021.
Prüfungsstoff
Seminarthemen
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 25 Seiten HaupttextDas Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Seminararbeit.Modul V Masterseminar mit Zusatzleistung aus dem Master Deutsche Philologie (12 ECTS): Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. es muss eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden.Erwartet wird – neben der aktiven und regelmäßigen Teilnahme – die Mitwirkung in einer Expertengruppe, die den Stoff einer Sitzung aufbereitet und präsentiert; mindestens eine Respondenz zur Präsentation einer anderen Expertengruppe; nach Semesterende ein Exposé für eine Seminararbeit und (nach dessen einvernehmlicher Besprechung) eine Arbeit im Umfang von 25 Seiten, Abgabe bis 1. August 2026 (der Abgabetermin ist evt. verhandelbar) in elektronischer Form.Beurteilungskriterien- im Seminar: aktive Teilnahme an den Sitzungen; sachlich pointiertes Impulsreferat mit kompetenter Diskussionsleitung; Respondenz zu einer Präsentation der anderen Expertengruppen
- in der Seminararbeit: Länge von 25 Seiten im Haupttext; originelle Themenwahl und klare Fragestellung; Erschließung des aktuellen Forschungsstands; Orthographie, sprachliche Form, Stil; Berücksichtigung wissenschaftlicher Konventionen; Methodenbewusstsein; theoretischer Hintergrund
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
