Vorlesungs­verzeichnis

Masterseminar NdL: Spielen mit und in der Fiktion

Metafiktion und unzuverlässiges Erzählen in der zeitgenössischen Jugendliteratur

100192 SE 2025W

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Vortragende:

Studierende können aus einem Pool an Exkursionsmöglichkeiten eine Veranstaltung auswählen, die zusätzlich zu den LV-Terminen verpflichtend zu besuchen ist (Exkursion zählt als 1 Einheit).

Führung durch die Ausstellung Grüffelo & Co in KREMS (Details folgen in der ersten Einheit; https://www.kunstmeile.at/de/ausstellungen/grueffelo)
Führung durch die Hörbücherei des Blinden- und Sehbehindertenverbands (https://www.hoerbuecherei.at/ueber-uns), Mi 29.10. (11h-12:30)
STUBE-Freitag (voraussichtlich 14.11., 18h/12.12.18h)
Besuch EINES SLOTS der Herbsttagung der ÖG-KJLF: Geschichtserzählende Kinder- und Jugendliteratur seit 1933 Kinderliteraturfestivals (https://oegkjlf.univie.ac.at/aktuelles/tagungensymposien/) am 24. /25.10.

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Mit “Spielen mit und in der Fiktion” charakterisiert Gabriele von Glasenapp das Gemeinsame der Erzählstrategien des unzuverlässigen Erzählens und der Metafiktion. Beide regen Diskurs über Authentizität und künstlerisches Schaffen an.
Metafiktion als selbstreflexives Mittel, das Aufmerksamkeit auf den Status des Werkes als Kunstwerk und Konstruktion der erzählten Welt legt überschneidet sich hierin mit unzuverlässigem Erzählen, das die grundsätzliche “Verlässlichkeit” bzw. Vertrauenswürdigkeit bezüglich Aufbau und Darstellung der Handlung durch eine Erzählstimme hinterfragt. Grundlagen der Überlegungen bilden neben Grundlagentheorien zu Metafiktion von Patricia Waugh, Vera Nünning Typologie zur Unzuverlässigkeit, die Metafiktion miteinbezieht, Martinez/Scheffels Kategorien des Mimetisch teilweise unzuverlässiges Erzählens, theoretisch unzuverlässiges Erzählen und Mimetisch unentscheidbares Erzählen sowie Heidi Lexes Überlegungen zur Charakterisierung unzuverlässiger Ich-Erzähler*innen in zeitgenössischer Jugendliteratur.

Auf der Basis von Pflichtlektüre (4-6 Primärmedien und 3-4 Artikel aus der Fachliteratur) erfolgt eine gemeinsame Erarbeitung der Semesterinhalte. Teil der LV ist ein Workshop zu literaturwissenschaftlicher Recherche spezifisch mit Blick auf KJL. Erwartet wird die Erledigung regelmäßiger Aufgabenstellungen (überwiegend mündlich zur Literaturgesprächsvorbereitung und max. 3 schriftlich). Diskussion erfolgt im Plenum und in Kleingruppen. Darüber hinaus wird von jeder/m Teilnehmenden ein kurzes (Gruppen-)Referat gehalten. Als Impuls für eine konkrete Auseinandersetzung auch mit dem Handlungssystem Literatur wählen die Studierenden aus einem Pool an Exkursionsmöglichkeiten eine Veranstaltung aus, die verpflichtend zu besuchen ist (Lesungen, Vorträge auf Tagungen, ect.).
Die LV ist so aufgebaut, dass die schriftliche Arbeit parallel zum Seminar (zumindest teilweise) verfasst wird. Es werden Arbeitsgruppen gebildet, deren Mitglieder sich gegenseitig zu einem festgelegten Termin verpflichtend Feedback geben und es erfolgt ein Feedback durch die Lehrperson auf ein Kapitel der Arbeit ( 5 S.) vor Ende des Semesters.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Als Primärmedien voraussichtlich herangezogen werden "Josch der Froschkönig – Ein Nicht-Märchen" (Petra Piuk und Gemma Palacio, 2023), "Marienbilder" (Tamara Bach, 2014), "Ensel und Krete" und Auszüge aus "Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte" (Walter Moers, 2000/2024), "Engel der letzten Nacht" (Nils Mohl, 2025).
Eventuelle Änderungen werden in der ersten Einheit bekannt gegeben.

Fachliteratur
Frickel, Daniela: Über Unwahrscheinlichkeit und Unwahrheit. In: 1001 Buch 1/2017, S. 31-33.
Glasenapp, Gabriele von: Spielen mit und in der Fiktion. In: Buch&Maus 3/2014, S. 2-5.
Lexe, Heidi: Literarische Täuschungsmanöver. Aspekte unzuverlässigen Erzählens in der Jugendliteratur. In: kids+media. Zeitschrift für Kinder- und Jugendmedienforschung 2/2017. S. 2-23. In: https://www.kids-media.uzh.ch/article/view/3456
Mader, Ilona: Metafiktionale Elemente in Walter Moers' Zamonien-Romanen. Marburg: Tectum 2012.
Martínez, Matías/ Scheffel, Michael:Einführung in die Erzähltheorie. 11., überarbeitete und aktualisierte Auflage. München: C.H.Beck 2019.
Nünning, Vera : Reconceptualising Fictional (Un)reliability and (Un)trustworthiness from a Multidisciplinary Perspective: Categories, Typology and Functions. In: dies. (Hg.): Unreliable Narration and Trustworthiness. Berlin/München u.a.: De Gruyter 2015, 83-108.
Stemmann, Anna: Bühne frei für die Erzählstimme, über Spielarten des Kommentierens. In: 1001 Buch 4/2017, S. 30-31.
Waugh, Patricia: Metafiction: The Theory and Practice of Self-Conscious Fiction. London: Routledge 1984.

 

Prüfungsstoff

Mitarbeit (inkl. das Erledigen der Arbeitsaufträge), das Halten eines (Kurz)referats und die schriftliche Arbeit werden zur Leistungsbeurteilung herangezogen.
Die Arbeit ist bis 13.03.2026 abzugeben.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mitarbeit (inkl. das Erledigen der Arbeitsaufträge), das Halten eines (Kurz)referats und die schriftliche Arbeit werden zur Leistungsbeurteilung herangezogen.
Die Arbeit ist bis 13.03.2026 abzugeben.

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 25 Seiten Haupttext

Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Seminararbeit.

Modul V Masterseminar mit Zusatzleistung aus dem Master Deutsche Philologie (12 ECTS): Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. es muss eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden.