Vorlesungs­verzeichnis

Masterseminar NdL: Gesellschaftliche Diskurse in Kultbüchern der 1970er Jahre

100192 SE 2023W

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Vortragende:

Das Seminar am 28.11.2023 entfällt.

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die 1970-Jahre waren einerseits von der politischen Radikalisierung der 1968-Bewegung gekennzeichnet, was sich in radikalen Gruppierungen (Rote Armee Fraktion), Entführungen und Terroranschlägen äußerte. Die neue Frauenbewegung erstarkte weltweit, was sich in Literatur bemerkbar machte, die sich – auf radikalere Art und Weise und mit politischeren Untertönen als bisher – mit Genderfragen ausienandersetzt. In Österreich wird mit der sogenannten Antiheimatliteratur ein neues Genre geprägt, das mit dem Klischee der Landschaftsidylle bricht und eine fundamentale Kritik an der gesellschaftlichen Ordnung in Österreich übt.
Andererseits gab es aus Gründen der Politkverdrossenheit in der Literatur und Kunst eine Gegenbewegung: die Rückwendung zum Individuum und die Konzentration auf persönliche Erfahrungen – eine Strömung, die unter der Bezeichnung Neue Innerlichkeit / Subjektivität zusammengefasst wird. Allgemein wird die Suche nach Identität zentrales Thema.

Im Seminar werden zuerst die gesellschaftspolitischen und kulturhistorischen Eckdaten und Entwicklungen, gesellschaftliche relevante Diskurse sowie prominente ästhetische Positionen der Zeit erarbeitet. Nach einer Einführung in die Methode der literaturwissenschaftlichen Diskursanalyse werden die Texte in Gruppen analysiert, auf die darin enthaltenen Diskurspositionen untersucht und zu anderen Texten in Beziehung gesetzt.
Die Präsentationen durch Gruppen dienen vor allem als Impuls für eingehende plenare Diskussionen und zur Themenfindung.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche und schriftliche Mitarbeit: Lektüre, Lektürenotizen und Thesenblätter, Gruppenarbeit, Präsentationen, Diskussionsbeteiligung, Exposé, Bibliografie, Abfassung einer Seminararbeit.

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

AUSWAHL aus folgender Liste (Änderungen vorbehalten):

Bachmann, Ingeborg: Malina (1971)
Bernhard, Thomas: Das Kalkwerk (1970)
Böll, Heinrich: Die verlorene Ehre der Ktahraina Blum (1974)
Brinkmann, Rolf Dieter: Rom, Blicke (1979)
Gruber, Reinhard P.: Aus dem Leben Hödlmosers (1973)
Handke, Peter: Wunschloses Unglück (1972)
Henisch, Peter: Die kleine Figur meines Vaters (1975)
Innerhofer, Franz: Schöne Tage (1974)
Jelinek, Elfriede: Die Liebhaberinnen (1975)
Jonke, Gert: Der geometrische Heimatroman (1969)
Mayröcker, Friederike: Das Licht in der Landschaft (1975)
Muschg, Adolf: Albissers Grund (1974)
Schneider, Peter: Lenz (1973)
Stefan, Verena: Häutungen (1975)
Strauß, Botho: Trilogie des Wiedersehens (1977)
Walser, Martin: Ein fliehendes Pferd (1978)
Winkler, Josef: Menschenkind (1979)
Wohmann, Gabriele: Paulinchen war allein zu Haus (1974)
Wolfgruber, Gernot: Herrenjahre (1976)

 

Prüfungsstoff

Siehe oben!

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Selbstständige Erarbeitung der theoretischen Inhalte, Lektüre der Primärtexte, Beherrschung der literaturwissenschaftlichen Arbeitsmethoden, Seminararbeit gemäß den Vorgaben einer literaturwissenschaftlichen Arbeit, Mitarbeit, Anwesenheit.

Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 25 Seiten Haupttext

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 25 Seiten Haupttext

Modul V Masterseminar mit Zusatzleistung aus dem Master Deutsche Philologie (12 ECTS): Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. es muss eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden.