Masterseminar Neuere deutsche Literatur
Erbe und Geschlecht in der österreichischen Literatur vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
100172 SE 2025S
Vortragende:
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
In der Soziologie gelten die Millennials als die "Generation Erben". Erben heißt etwas bekommen, wofür man nicht gearbeitet, aber auch was man sich nicht ausgesucht hat. Man kann ein Erbe im Sinne der Erblasser verwenden oder ganz gegen deren Intentionen, man kann es auch ausschlagen. Der Auseinandersetzung damit, die zumeist auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft, der Familie, den Eltern ist, entkommt man nicht.
Die Literatur beschäftigt sich seit je mit diesem Themenkomplex, nicht nur in der Gattung des Familienromans. Sie widmet sich Aufstieg und Niedergang von Geschlechtern. Dabei hat Erbe eine materielle und eine biologische Bedeutung; beide waren im 19. Jahrhundert für Realismus und Naturalismus relevant. Das Problems des Geschlechts ist dabei wiederum doppeldeutig: Erbinnen haben es immer schon schwerer gehabt.
Im Seminar soll das Thema anhand ausgewählter Werke vor allem der österreichischen Literatur beleuchtet und in seinen unterschiedlichen Aspekten im Rahmen der zeitgenössischen Diskurse und vor dem Hintergrund literaturtheoretischer Ansätze vertieft werden. Ziel ist darüber hinaus ein durch close reading gewonnenes fundiertes Verständnis der einzelnen Texte und ihrer epochenspezifischen Ausgestaltung.
Dies ist ein Seminar für alle, die gerne lesen (primär: Primärliteratur).
Lotti, die Uhrmacherin
Božena
Erzählungen: Das Schädliche
Ein Edelmann
Die Freiherrn von GemperleinPeter Rosegger: Jakob der LetzteFerdinand von Saar: Schloß KostenitzLouise von François: Die letzte ReckenburgerinJakob Julius David: Das Höferecht, Der ÜbergangJoseph Roth: RadetzkymarschHeimito von Doderer: Die Merowinger oder Die totale FamilieThomas Bernhard: Auslöschung. Ein Zerfall
UngenachMarlene Streeruwitz: PartygirlOlga Flor: ErlkönigBarbara Zeman: ImmerjahnReinhard Kaiser–Mühlecker: Roter Flieder
WildererRaphaela Edelbauer: Das flüssige LandJana Volkmann: Der beste Tag seit langem
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Erlaubte Hilfsmittel:BücherComputer
Papier und Stift
Natürliche IntelligenzKI-Tools werden ausdrücklich NICHT als erlaubte Hilfsmittel angeführt. Ihr Einsatz mag nicht nachweisbar sein, aber wenn Sie aus dem von ChatGPT Gelieferten nichts Brauchbares machen, fällt es auf Sie zurück.
Prüfungsstoff
- Lektüre der im Seminar behandelten Werke
- Abgabe Seminararbeit (Umfang 25 Seiten Haupttext)
- Kurzreferat und Teilnahme an Podiumsgespräch
- Thesenpapier
- Lektüreberichte
- Mitarbeit
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Bei prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 besteht grundsätzlich Anwesenheitspflicht. Maximal dreimaliges entschuldigtes Fehlen ist erlaubt. Eine folgenlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis zur dritten LV-Einheit möglich.
- Seminararbeit: 25 Seiten Haupttext- Referat/PodiumsgesprächDas Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Seminararbeit.Modul V Masterseminar mit Zusatzleistung aus dem Master Deutsche Philologie (12 ECTS): Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. es muss eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden.
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
