Vorlesungs­verzeichnis

Masterseminar Sprachwissenschaft: Intraindividuelle Variation

100168 SE 2025W

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Moodle

Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Seminar beschäftigt sich mit der sprachlichen Vielfalt der deutschen Sprache in Österreich an der Schnittstelle von Variationslinguistik und Psycholinguistik und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die intraindividuelle Variation, d.h. die sprachliche Variation von Einzelpersonen in unterschiedlichen Situationen oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die Frage “Wer spricht welche Sprache oder Varietät mit wem und wann?“ (nach Fishman 1965) ist für das Seminar somit zentral: In informellen Gesprächen in der Familie oder im Freundeskreis verwenden viele österreichische Erwachsene häufig dialektnahe Sprechlagen, während sie in formellen Situationen wie in Interviews mit unbekannten Personen zu standardnahen Sprechlagen tendieren. Auch Kinder vom Kleinkind- bis zum Schulalter zeigen eine teilweise situationsabhängige Variation, doch bei ihnen spielen auch die altersbedingten Entwicklungsphasen eine entscheidende Rolle.
Ausgehend von Daten und Ergebnissen aktueller Forschungsprojekte, in denen dieselben Erwachsenen und Kinder jeweils in unterschiedlichen Situationen oder zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen wurden, analysieren und reflektieren wir gemeinsam die intraindividuelle Variation von Sprachgebrauchsphänomenen in Österreich. Der Fokus liegt auf den Systemebenen der Morphologie und der Pragmatik, aber Studierende können in ihren Arbeiten auch andere sprachliche Ebenen als Schwerpunkte wählen. Mögliche Methoden zur Erhebung der intraindividuellen Variation stellen einen weiteren Schwerpunkt des Seminars dar.
Für das Referat suchen sich die Studierenden ein linguistisches Phänomen aus, berichten über die Ergebnisse bisheriger Studien zur intraindividuellen Variation bei diesem Phänomen und geben einen Ausblick auf ihre geplanten empirischen Seminararbeiten (idealerweise zu demselben Phänomen).
Je nach Präferenz können die Studierenden entweder von der LV-Leitung bereitgestellte Daten aktueller Projekte für weiterführende Analysen im Rahmen ihrer Seminararbeiten verwenden, oder die Studierenden können selbst eigene Daten erheben und analysieren (z.B. mit Hilfe von Online-Fragebögen, die sich häufig auch gut in schulischen Kontexten einsetzen lassen).

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Abgabe Seminararbeit (Umfang 25 Seiten Haupttext)
- Aktive Mitarbeit (inkl. Hausübungen: darunter Erstellen eines Exposés)
- Referat (Hochladen der Folien auf Moodle)
Werden technische Hilfsmittel wie KI-Chatbots für Leistungsnachweise in dieser LV verwendet, so müssen alle Quellen, Prompts, Outputs und Modifikationen jeweils im Anhang angeführt bzw. gekennzeichnet werden. Plagiate sind in keiner Form erlaubt.
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Bülow, Lars & Simone E. Pfenninger (2021): Introduction: Reconciling approaches to intra-individual variation in psycholinguistics and variationist sociolinguistics. Linguistics Vanguard 7(S2), 1-10.
Fishman, Joshua A. (1965). Who speaks what language to whom and when? La Linguistique 1(2), 67–88.
Lenz, Alexandra N. (2019): Bairisch und Alemannisch in Österreich. In: Joachim Herrgen & Jürgen Erich Schmidt (Hrsg.): Sprache und Raum. Ein internationales Handbuch der Sprachvariation. Band 4: Deutsch. Unter Mitarbeit von Hanna Fischer und Brigitte Ganswindt. Berlin/Boston: De Gruyter (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. 30.4), 318-363.Bülow, Lars, Ann Kathrin Fischer & Kristina Herbert (Hrsg.) (2019): Dimensionen des sprachlichen Raums: Variation – Mehrsprachigkeit – Konzeptualisierung. Berlin et al.: Peter Lang (Schriften zur deutschen Sprache in Österreich 45). Open Access: https://www.peterlang.com/view/title/68464
Kauschke, Christina (2012): Kindlicher Spracherwerb im Deutschen: Verläufe, Forschungsmethoden, Erklärungsansätze. Berlin/Boston: De Gruyter.
Weitere Literatur wird in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben.

 

Prüfungsstoff

Die Texte für die Hausübungen sowie einige Basistexte für die Referate (auf Deutsch und Englisch) werden auf Moodle zur Verfügung gestellt; weitere Literaturrecherche für die Referate und die Seminararbeit erfolgt durch die Studierenden.
Korpusdaten können bereitgestellt werden, sobald entsprechende Nutzungs- oder Geheimhaltungserklärungen samt Exposés von den Studierenden abgegeben worden sind.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Seminararbeit. Die Gesamtnote setzt sich folgendermaßen zusammen:
70 % aus der Seminararbeit
15 % aus der aktiven Mitarbeit
15 % aus dem Referat
Die Seminararbeit wird mit der Plagiatsprüfungssoftware Turnitin in Moodle überprüft.
Für die Seminararbeit wird Ihnen eine Verbesserungsmöglichkeit eingeräumt. Dazu müssen Sie diese Teilleistung bis zum 31.03.2026 über Moodle einreichen. Wenn diese Teilleistung und damit auch die gesamte Lehrveranstaltung negativ beurteilt wird, erhalten Sie bis 15.04.2026 ein Feedback mit Kriterien für eine erfolgreiche Verbesserung. Sie müssen die Verbesserung bis 30.04.2026 vornehmen.
Wenn Sie auf die Verbesserungsmöglichkeit verzichten, reichen Sie die Teilleistung bis spätestens 30.04.2026 über Moodle ein.

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 25 Seiten Haupttext

Modul V Masterseminar mit Zusatzleistung aus dem Master Deutsche Philologie (12 ECTS): Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. es muss eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden.