Vorlesungs­verzeichnis

Masterseminar NdL: Gender und Genre

100167 SE 2022S

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Moodle

Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Seminar fragt nach den Zusammenhängen zwischen den Begriffen Gender und Genre. Hierzu soll sowohl in literatur- und kulturwissenschaftlichen Theorien als auch in einem breiteren Diskurs über das Literarische herausgearbeitet werden, welche Vorannahmen dem jeweiligem Verständnis von Gender, Genre, Gattung und Geschlecht zugrunde liegen. Ziel ist es, auf dieser Basis nach ihrem (wissenschaftspolitischen) Einsatz, ihrem Nutzen und ihren Grenzen zu fragen.
Hierzu befassen wir uns in einem ersten Teil mit grundlegenden Theorien (u.a. von Fredric Jameson und Judith Butler), der Problematik von ‚Naturalisierung‘ und Essentialisierung sowie mit Überschneidungen zwischen Gender und Genre in kultur- und naturwissenschaftlichen Diskursen (Jacques Derrida). In einem zweiten Teil stehen anhand von konkreten Beispielen ausgewählte „gendered genres“ wie Melodrama, Autofiktion und hard-boiled Krimis im Mittelpunkt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf populären Formen, die oftmals unter dem Schlagwort der „Genreliteratur“ verhandelt werden. Indem diese historisiert werden, gehen wir ihrer Ab- bzw. Aufwertung aufgrund des Geschlechts ihrer Produzent_innen bzw. Rezipient_innen nach (Nicole Seifert, Frauenliteratur) und fragen nach dem Zusammhang von Form, (wirtschaftlichem) Erfolg und kritischer Wertschätzung.
In einem dritten Teil des Seminars wird es schließlich um explizite Genre- und Genderüberschreitungen gehen, sowohl in der Theorie (wie z.B. Carrie Garrigers Konzept der „Heldinnenreise“ und Ursula K. LeGuins „Carrier bag theory of fiction“) als auch in der literarischen Praxis.
Neben den genannten Grundlagen- und Beispieltexten werden in Absprache mit den Studierenden in den ersten Sitzungen weitere Materialien ausgewählt. Voraussetzung für ein erfolgreich absolviertes Seminar ist die Bereitschaft zu intensiven Lektüren, solide Recherchefähigkeiten sowie das Interesse an theoretischen Fragestellungen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Alle Teilnehmenden sind für je eine Seminarsitzung als Expert_in (ggf. in einer Gruppe) verantwortlich. Dazu gehört die Vorbereitung von drei Leitfragen zu den jeweiligen Seminartexten (vorab einzureichen über Moodle), ein knappes Impulsreferat sowie ein schriftliches Thesenpapier im Nachgang der Sitzung. Eine Seminararbeit im Umfang von 25 (bzw. 35, s.u.) Seiten ist bis 15. September in gedruckter und elektronischer Form einzureichen. Verpflichtend ist eine vorherige Themenabsprache mit der Dozentin sowie die Einreichung und Besprechung eines Exposés.
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, ‚Hausübungen‘).

 

Literatur

Auszüge aus den zu lesenden literarischen und theoretischen Texten sowie Forschungsliteratur wird per Moodle bereitgestellt.

 

Prüfungsstoff

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Aktive Seminarteilnahme wird von allen Teilnehmer_innen erwartet. Dies ist ein lektüreintensives Seminar. Alle Teilnehmer_innen sind verpflichtet, die Texte der jeweiligen Sitzung vorzubereiten. Die Bereitschaft, ggf. einzelne Beiträge auf Englisch zu lesen, wird dabei vorausgesetzt. Die Impulsreferate stellen die Diskussionsgrundlagen der jeweiligen Sitzungen dar und sollen daher möglichst konzis, informiert und anregend gestaltet werden.
Die Seminararbeiten umfassen 25 Seiten Haupttext. Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS als Modul V Masterseminar mit Zusatzleistung aus dem Master Deutsche Philologie (12 ECTS) muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden. Die Seminararbeit behandelt nach Rücksprache mit der Dozentin ein möglichst originelles Thema aus dem Bereich des Seminars, zeigt eine eigenständige Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur, ist sprachlich (stilistisch, orthographisch) korrekt, ansprechend formuliert und sinnvoll strukturiert.