Vorlesungs­verzeichnis

NdL: Figurationen der Angst. Ästhetische Gegenwartsanalysen

100167 KO 2018W

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Angst bildet eine Grundemotion des menschlichen Organismus, ist aber auch das Ergebnis einer kulturell jeweils wandelbaren Konstellation. Durch Angst werden menschliche Selbst- und Weltverhältnisse emotiv erfasst und Grenzen des Fremden und Eigenen bestimmt. Angst determiniert auch das Verhältnis des Subjekts zur politischen Handlungsmacht, zu ökonomischen Bedingtheiten und sozialer Abhängigkeit. Seit der Moderne entsteht die Angst vorwiegend aufgrund der wachsenden Komplexität der Welt, die keine Überschau mehr ermöglicht, und durch die Erosion von Verbindlichkeiten: Mit dem Verlust einer kollektiv adressierten Geschichte und des Gedankens an einen individuellen Körper sind offenbar zwei "Vertrautheitszonen der menschlichen Vernunft" (L. Koch) abhandengekommen.
Die Angstforschung hat in den letzten Jahren großen Zuwachs erhalten, und auch die Gegenwartsliteratur geht etwa in der Prosa von Natascha Wodin, Nino Haratischwili oder Doron Rabinovici Anlässen und Wirkungen der Angst intensiv nach. Wovor hat eine demokratische Gesellschaft aber eigentlich Angst? Wir erkunden im ersten Teil zentrale Themen und Motive der Angst in der Gegenwart. Anschließend entwickeln wir ein gemeinsames Projekt zur ästhetischen Reflexion über herrschende Ängste, die uns und unsere Zeit betreffen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Grundlage der Leistungsbeurteilung sind mehrere dokumentierte mündliche oder schriftliche Teilleistungen. Dazu gehört die aktive Mitarbeit an einem Gemeinschaftsprojekt, dessen Inhalt im Seminar erarbeitet wird.
Obligatorische Teilleistung ist eine mündliche Abschlussprüfung über den Stoff des Semesters.

 

Literatur

Heinz Bude: Gesellschaft der Angst. Hamburg 2014.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das Seminar richtet sich an interdisziplinär orientierte Literaturwissenschaftler, die soziologische Fragestellungen mit ästhetischen verbinden möchten und zudem auch an Literaturvermittlung interessiert sind.