Vorlesungs­verzeichnis

DaF/Z: Methodenwerkstatt Fallarbeit

100166 PS 2020S

Ansicht in u:find »

Moodle

Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Alle Formen der mündlichen Interaktion sowie physischen Anwesenheit sind für die Zeit des Home-learning in den virtuellen Raum verlagert.

Für das Nachdenken über Deutsch in der Migrationsgesellschaft ebenso wie für die Gestaltung von pädagogischer Professionalisierung, hat sich das kasuistische Arbeiten, also das Lehren und Lernen am Fall, als produktiv erwiesen: Das gilt sowohl für die wissenschaftlichen Erkenntnisproduktion als auch für die Praxisreflexion.

In dem Proseminar lernen Sie Grundzüge eines interpretativen Vorgehens bei der Analyse qualitativer Daten kennen und anzuwenden, wofür vor allem Arbeiten aus der erziehungswissenschaftlichen Biographieforschung zentral sind. Kennzeichnend für diese Methoden- und Interpretationswerkstatt ist ihre erkenntnistheoretische und -politische Orientierung an Perspektiven der Cultural Studies und damit an einem selbstreflexiven, machtkritischen Zugang.

Der inhaltliche Schwerpunkt unserer Analysen sind Sprachverhältnisse in der Schule. Zum Gegenstand werden Fragen danach werden, inwiefern sich machtvolle Sprachverhältnisse in der Schule rekonstruieren lassen und mit welchen (bildungs-)biographischen Konsequenzen das für Schüler.innen verbunden sein kann.

Ziele:

…das Verstehen von erkenntnistheoretischen Grundlagen der Cultural Studies und deren Implikationen für den gesamten Forschungsprozess
…das Kennenlernen aktueller einschlägiger Studien
…das Erarbeiten einer machtkritischen theoretische Perspektive auf Ihren Untersuchungsgegenstand
…die Beherrschung des vorgestellten interpretativen methodischen Vorgehens zur Analyse qualitativer Daten
…das Erwerben der Fähigkeit, sich (selbst-)reflexiv zu Fragen der Verallgemeinerung von Forschungsergebnissen und deren Bedeutung für verschiedene Praxisfelder zu verhalten

Methoden:

Hochschuldidaktische Orientierung an der Methode des Forschenden Lernens, Betonung des Werkstattcharakters mit Schwerpunkt auf selbstständige Erarbeitung von theoretischen Grundlagen und Anwendungen in der Gruppe und/oder in Einzelarbeit, Input, Aufbereitung von Texten für die Diskussion im Plenum/in der Gruppe

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

• Kurze schriftliche Vorbereitungen der PS-Lektüre in Form von Lesenotizen: Abgabe auf moodle plus der Kommentierung (peer feedback) von mind. zwei von Kolleg.innen verfassten Lesenotizen, ebenfalls auf moodle (ersetzt für die Zeit des Home-learnings die Diskussion in der Präsenzphase)
• Aufbereitung eines Textes in Gruppenarbeit zur Bearbeitung/Diskussion per Video-Konferenz
• Seminararbeit im Umfang von 15 Seiten Haupttext

Bei Notwendigkeit haben Sie das Recht auf abweichende Prüfungsmethoden.

Gängige Hilfsmittel des wissenschaftlichen Arbeitens, wie diverse Nachschlagewerke und Methodenhandbücher, sind zur Verwendung nachdrücklich empfohlen.

 

Literatur

Alpagu, F.; Dausien, B.; Draxl, A.; Thoma, N. (2019): „Die Bedeutung von Deutsch und Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext. Erfahrungen aus einem Projekt mit einer ‚Übergangsklasse‘ für geflüchtete Jugendliche“ In: ÖDaF-Mitteilungen Oktober 2019 Band 35, Ausgabe 1+2, S. 207-223.

Phoenix, A. (2017). Claiming liveable lives. Subjektivierung als Erwachsene und Erzählungen von ‚nicht-normativen‘ Kindheitserfahrungen. In: Spies, T./Tuider, E. (Hg.). Biographie und Diskurs. Methodisches Vorgehen und methodologische Verbindungen. S.171-194.

Kleiner, B.; Rose, N. (2014): Zur Rekonstruktion jugendlicher Schulerfahrungen unter den Bedingungen von Heteronormativität und Rassismus. In: diess.: (Re-) Produktion von Ungleichheiten im Schulalltag. Judith Butlers Konzept der Subjektivation in der erziehungswissenschaftlichen Forschung. Opladen: Barbara Budrich, S. 75-96.

Mecheril, P. (2006): Das un-mögliche Subjekt. Ein Blick durch die erkenntnistheoretische Brille der Cultural Studies, in: Keupp, Heiner/Hohl, Joachim (Hg.): Subjektkonzeptionen im gesellschaftlichen Wandel. Bielefeld: transcript, S. S. 119-141.

Rosenthal, G. (2011). Kap. 1 Qualitative und interpretative Sozialforschung „Was versteht man unter qualitativer Sozialforschung?“ In: Interpretative Sozialforschung. Eine Einführung. Weinheim/München: Juventa Verlag; S.13-26.

Weitere Literatur wird in der LV vorgestellt. Es werden zur vertieften Auseinandersetzung zwei Haupttexte vorgegeben, darüber hinaus wählen Sie einen weiteren Text aus einem Text-Pool für die Vorbereitung in der Gruppe.

 

Prüfungsstoff

- Rassismuskritische Perspektiven
- Interpretatives Vorgehen bei der Analyse von qualitativen Daten
- Migrationspädagogische Perspektiven auf Sprache und Schule

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für den Zeitraum des Home-learnings ersetzt die virtuelle Anwesenheit zu den vereinbarten Terminen die physische Präsenz.

1. Regelmäßige Anwesenheit (nach Möglichkeit nicht nur physisch, sondern auch konstruktiv zum Seminargeschehen beitragend), wobei unentschuldigtes Fehlen an einem einzelnen Präsenztermin möglich ist
2. Das Erbringen aller mündlicher und schriftlicher Teilleistungen
3. Die fristgerechte Abgabe der Seminararbeit, aus der zweifellos deutlich wird, dass sie im LV-Kontext entstanden ist (Achtung – Abgabe schon am 31.07.2020! Es wird aber an der Seminararbeit schon begleitend während des Semesters gearbeitet.)

Es können insgesamt 100 Punkte erreicht werden Die PS-Arbeit fließt zu 60% in die Beurteilung ein, die Gestaltung der Diskussion eines Textes zu 25% und die Mitarbeit (v.A. Lesenotizen) zu 15%.

Beurteilungsschlüssel
1 (sehr gut) 100 – 90 Punkte; 2 (gut) 89 – 81 Punkte; 3 (befriedigend) 80 – 71 Punkte; 4 (genügend) 70 - 61 Punkte; 5 (nicht genügend) 60 – 0 Punkte