Vorlesungs­verzeichnis

Konversatorium ÄdL: Paläographie und Handschriftenkunde für Germanist:innen

100162 KO 2026W

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Vortragende:

Nächster Termin

Freitag, 09.10.2026 09:45-11:15 Seminarraum 1 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die mittelalterliche Textkultur ist eine Handschriftenkultur. Jahrhundertelang zirkulierte Wissen ausschließlich in handgeschriebenen Büchern, Texte wurden immer und immer wieder manuell kopiert und dabei auch laufend modifiziert. Doch mittelalterliche Überlieferungsträger sind weit mehr als bloße Textspeicher: Als materielle Buchobjekte wurden sie etwa auch durch ästhetische Vorstellungen und die jeweils spezifischen Nutzungskontexte mitgeformt. Der Blick auf die Überlieferungsträger selbst ist daher unerlässlich, um die Texte und ihre Gebrauchskontexte adäquat bestimmen zu können.

Dieses Konversatorium führt in die grundlegenden Methoden der Paläographie (Schriftkunde) und Kodikologie (Handschriftenkunde) aus der Perspektive der germanistischen Mediävistik ein. Anhand ausgewählter Beispiele beschreiten wir den Weg von der frühesten althochdeutschen Überlieferung über hochmittelalterliche Prachthandschiften bis hin zum Übergang ins Druckzeitalter. Einen besonderen Fokus bilden dabei die spätmittelalterlichen Bestände des Wiener Schottenstifts.

In intensiver Auseinandersetzung mit den Handschriftendigitalisaten erproben wir gemeinsam die Erschließung und Beschreibung von Handschriften und üben die Transkription historischer Schriften. Dabei schlagen wir stets die Brücke von kodikologischen und paläographischen Beobachtungen zu größeren philologischen und editionswissenschaftlichen Fragestellungen.

Am Ende der Lehrveranstaltung...
1) ... verstehen Sie die zentralen Bedingungen und Modalitäten der mittelalterlichen Handschriftenkultur und können deren Bedeutung für die Überlieferung deutschsprachiger Texte einordnen;
2) ... können Sie mittelalterliche Handschriften lesen, beschreiben sowie grob zeitlich und räumlich bestimmen;
3) ... sind Sie in der Lage, mediale und überlieferungsgeschichtliche Zusammenhänge auf einem adäquaten Reflexionsniveau zu diskutieren und dabei Fach- und Kontextwissen miteinander zu verknüpfen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Wöchentliche Vor- und Nachbereitung (Lektüre von Primär- und Sekundärliteratur)
- Kleinere Hausübungen
- Kleinere Impulsreferate
- Mündliche Prüfung am Ende des KO zu den in der Lehrveranstaltung behandelten Themen (Dauer ca. 20 Minuten)

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen'). Die Verwendung von KI ist in dieser Lehrveranstaltung nicht erlaubt.

 

Literatur

Unsere Grundlage bildet: Karin Schneider: Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten. Eine Einführung, 3., durchges. Aufl., Berlin/Boston 2014 (Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte, Ergänzungsreihe 8). Auch online verfügbar via: https://doi.org/10.1515/9783110338676.

 

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff sind die in den Lehrveranstaltung behandelten sowie die selbst erarbeiteten Themen.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- Anwesenheit und aktive Teilnahme.
- Alle Abgaben müssen fristgerecht erfolgen.

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fernbleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Die Leistungsfeststellung erfolgt über mehrere, auch während des Semesters zu erbringende Leistungen. Am Ende des Semesters steht eine mündliche Prüfung über die erarbeiteten Inhalte und die Semesterlektüre.