Vorlesungs­verzeichnis

DaF/Z: Lehrendenindentität im Kontext der Mehrsprachigkeit

100157 SE 2025W

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Moodle

Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalte:

Die Lehrendenidentität im Kontext von Mehrsprachigkeit ist ein komplexes und dynamisches Konstrukt, das sich aus persönlichen, sprachlichen, kulturellen und professionellen Erfahrungen speist. Im Zentrum der Lehrveranstaltung steht die Frage, wie Lehrkräfte ihre Rolle, ihr Selbstverständnis und ihre pädagogische Praxis gestalten, wenn sie in mehrsprachigen Kontexten agieren und/oder selbst mehrsprachig sind. Die Lehrendenidentität in mehrsprachigen Kontexten ist nicht immer konfliktfrei. Mögliche Spannungsfelder, die thematisiert werden sollen, sind:

Institutionelle Normen: Schulen und Curricula orientieren sich häufig noch an einer einsprachigen Norm, was mehrsprachige Praktiken marginalisieren kann.

Sprachideologien: Lehrkräfte stehen gesellschaftlichen Vorstellungen gegenüber, die bestimmte Sprachen (z. B. Deutsch als Bildungssprache) privilegieren und andere abwerten.

Rollenwidersprüche: Lehrpersonen können sich zwischen der Rolle als Vermittler*in schulischer Bildung und der Anerkennung sprachlicher Vielfalt hin- und hergerissen fühlen.

Die Lehrendenidentität im Kontext von Mehrsprachigkeit ist ein Aushandlungsprozess zwischen persönlichen Erfahrungen, institutionellen Anforderungen und gesellschaftlichen Diskursen. Lehrkräfte, die Mehrsprachigkeit nicht nur tolerieren, sondern aktiv als Ressource nutzen, können ihre eigene Rolle neu definieren – als inklusive, reflektierte und sprachbewusste Pädagogen/Pädagoginnen in einer zunehmend diversen Bildungslandschaft.

Ziele:

Die Auseinandersetzung mit Mehrsprachigkeit soll Teil der professionellen Identitätsbildung sein:
• Lehrkräfte reflektieren über die eigene Sprache(n)biografie und deren Einfluss auf ihre pädagogische Haltung, Beliefs und das professionelle unterrichtliche Handeln
• Sie entwickeln vielfältige Kompetenzen und ein Bewusstsein für sprachliche Heterogenität (Auseinandersetzung mit aktueller Literatur)
• Die Förderung von sprachlicher Bildung und sprachsensiblen Unterrichtsstrategien auf Basis migrationspädagogischer Unterrichtskonzepte wird zunehmend Teil ihres professionellen Selbstverständnisses (Auseinandersetzung mittels praktischer Übungen)

Professionalisierung bedeutet mehr als Qualifikation – es geht um die fortwährende Entwicklung einer reflektierten, wissenschaftlich fundierten und wertebasierten pädagogischen Haltung. Sie umfasst:

• Fachliches Wissen (z. B. über Mehrsprachigkeit, Didaktik, Entwicklung)
• Handlungskompetenz (z. B. classroom management, Differenzierung)
• Reflexive Kompetenz (z. B. kritische Analyse des eigenen Handelns; Auseinandersetzung mit der eigenen Sprachbiografie, kulturellen Prägungen und Unterrichtserfahrungen; Wirkung auf die eigene Lehrer*innenrolle und Einstellung zu Mehrsprachigkeit)
• Ethische Verantwortung (Reflexion über Machtverhältnisse, Sprache als Zugang oder Barriere; Kritische Perspektive auf Sprachideologien und Diskriminierung)

Methoden:

Förderung von Rollenklarheit erfolgt durch:
Selbstreflexion (Lerntagebuch) und Feedbackprozesse (z. B. durch kollegiale Fallbesprechungen)
Digitale Tools für Selbsteinschätzung (z. B. European Profiling Grid, CEF Professional Development Toolkit)
Kleingruppendiskussionen und lektürebasierte Übungen (inkl. Analyse und Reflexion von Unterrichtsvideos)
Professionelle Lerngemeinschaften (PLGs): Regelmäßige Zusammenarbeit im Kollegium zur Entwicklung, Erprobung, Diskussion und Reflexion von Unterrichtsentwürfen für die Praxis

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

1. Ausarbeitung und Präsentation eines praxisorientierten Unterrichtskonzeptes mit Fokus auf sprachsensiblen Unterricht sowie das eigene Rollenverständnis (je nach TN*innenzahl in Partnerarbeit) - Kriterien dazu auf Moodle (25%)
2. Aktive Beteiligung und Diskussion; Lektürebasierte Übungen in Kleingruppen (1x Anleitung einer Kleingruppe) - Kriterien dazu auf Moodle (25%)
3. Lerntagebuch (1 Eintag alle zwei Wochen beginnend am 21.10.25) somit 6 Einträge (schriftlich) (50%) Abgabe am 27.1.26 (letzte Einheit)

 

Literatur

Empfehlungen:
Aeppli, Jürg/Lötscher, Hanni (2016): EDAMA - Ein Rahmenmodell für Reflexion. In: Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung 34 (1); S. 78-97.

König, Johannes (Hrsg.) (2012): Teachers' pedagogical beliefs. Definition and operationalisation, connections to knowledge and performance, development and change. Münster; New York; München; Berlin: Waxmann.

Reintjes, Christian/Kunze, Ingrid (Hrsg.) (2022): Reflexion und Reflexivität in Unterricht, Schule und Lehrer:innenbildung. Studien zur Professionsforschung und Lehrerbildung. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.

Weitere Literatur siehe Moodle!

 

Prüfungsstoff

1. Ausarbeitung und Präsentation eines praxisorientierten Unterrichtskonzeptes mit Fokus auf sprachsensiblen Unterricht sowie das eigene Rollenverständnis (je nach TN*innenzahl in Partnerarbeit) - Kriterien dazu auf Moodle (25%)
2. Lektürebasierte Übungen in Kleingruppen (1x Anleitung einer Kleingruppe) - Kriterien dazu auf Moodle (25%)
3. Lerntagebuch (1 Eintag alle zwei Wochen beginnend am 21.10.25) somit 6 Einträge (schriftlich) (50%) Abgabe am 27.1.26 (letzte Einheit)

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 25 Seiten Haupttext

Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Seminararbeit.

1. Ausarbeitung und Präsentation eines praxisorientierten Unterrichtskonzeptes mit Fokus auf sprachsensiblen Unterricht sowie das eigene Rollenverständnis (je nach TN*innenzahl in Partnerarbeit) - Kriterien dazu auf Moodle (25%)
2. Lektürebasierte Übungen in Kleingruppen (1x Anleitung einer Kleingruppe) - Kriterien dazu auf Moodle (25%)
3. Lerntagebuch (1 Eintag alle zwei Wochen beginnend am 21.10.25) somit 6 Einträge (schriftlich) (50%) Abgabe am 27.1.26 (letzte Einheit)