Vorlesungs­verzeichnis

ÄdL: Das spätmittelalterliche Rechenbuch aus kulturwissenschaftlicher Perspektive

100156 SE-B 2024S

Ansicht in u:find »

Moodle

Vortragende:

Nächster Termin

Mittwoch, 26.06.2024 13:15-14:45 Seminarraum 3 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Rechenbücher sind im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit allgegenwärtig. Aus mathematikhistorischer Perspektive sind einige dieser Texte bereits gut aufgearbeitet, die Philologien haben sich jedoch mit einigen wenigen Ausnahmen bis dato noch kaum mit jenen beschäftigt. In diesem Bachelorseminar werden wir uns mit Rechenbüchern aus dem 15. und 16. Jahrhundert auseinandersetzen und sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln erforschen. Dabei steht nicht die Mathematik, sondern das Rechenbuch als didaktischer, unterhaltender und historisch relevanter Text im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Wir werden damit beginnen, handgeschriebene Rechenbücher des 15. Jahrhunderts mit Hilfe der Software Transkribus zu erschließen und leichter "lesbar" zu machen. Danach wenden wir uns den Paratexten zu, die vor allem in den gedruckten Rechenbüchern des 16. Jahrhunderts immer wichtiger werden, um etwas über die Verfassenden, das Publikum und die Entstehungszeit zu erfahren. Ein Blick in englische Rechenbücher der Zeit soll hier einen komparatistischen Zugang ermöglichen. In einem nächsten Schritt werden wir uns dem Aufbau der Texte widmen, um die Strukturen von Gebrauchstexten besser zu verstehen. Dazu gehört auch eine Analyse der Sprache bzw. der Sprechsprachlichkeit der Rechenbücher und deren Funktion. Es folgt eine längere Beschäftigung mit den Rechenbeispielen an sich, die wir in Hinblick auf ihr narratives Potential untersuchen werden. Absurdes, tagespolitisches Geschehen, Handelswissen und Antisemitismus sind vier der Hauptaspekte, die wir aufgreifen werden. Letztlich soll ein spätes Rechenbuch abschließend noch genauer untersucht werden: Die Arithmetia Historica des Sigismund Suevus ist als Rechenbuch aufgebaut und möchte vordergründig das Rechnen beibringen, ist allerdings auf den zweiten Blick eindeutig ein Erbauungsbuch. Warum das so ist und wieso gerade Rechenbücher sich als Vehikel für andere Inhalte eignen, wird uns in den letzten Einheiten dieses Seminars beschäftigen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Eine aktive Mitarbeit während des Semesters ist eine Grundvoraussetzung für die positive Absolvierung dieses Bachelorseminars.
Dazu zählen:
- Vorbereitung einer Unterrichtseinheit (Thesenentwicklung zu einem bestimmten Thema und kurze Aufbereitung für Ihre Kolleg:innen)
- aktive Beteiligung an der Diskussion
- Abgabe Exposé zur Bachelorarbeit
- Abgabe der Bachelorarbeit (30 Seiten Haupttext)

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Die benötigte Literatur wird in der ersten Einheit bekannt gegeben bzw. über die Lernplattform Moodle zur Verfügung gestellt.

Wichtiges Grundlagenwerk:
Gärtner, Barbara: Johannes Widmanns "Behende und hubsche Rechenung". Die Textsorte Rechenbuch in der Frühen Neuzeit. Tübingen 2000 (Verfügbar als E-Book über u:search)

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Umfang der Abschlussarbeiten: Bachelorarbeiten 30 Seiten Haupttext

Das Thema der Bachelorarbeit wird im Laufe des Semesters in Absprache mit der Lehrveranstaltungsleiterin festgelegt.