Vorlesungs­verzeichnis

ÄdL: Freundschaft

100156 SE-B 2022W

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Vortragende:

Nächster Termin

Wednesday, 30.11.2022 16:45-18:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Neben dem Thema Liebe, das das Mittelalter neu entdeckt, steht die ältere Tradition des Freundschaftsmotivs als eine der zentralen Formen der Vergesellschaftung. Es versteht sich von selbst, dass im lateinisch-klerikal gebildeten Mittelalter einer der Grundlagentexte des Freundschaftsdiskurses Ciceros ‚Laelius de amicitia‘ ist. Vor diesem Hintergrund sollen mittelalterliche Texte, in denen Freundespaarungen zumindest streckenweise im Mittelpunkt stehen, gelesen werden. Der antiken Tradition entsprechend sind dies vorerst männliche Freunde und sie stehen in der Tradition der Kriegerfreundschaft: im Seminar sollen daher zunächst Ausschnitte aus dem ‚Rolandslied‘ des Pfaffen Konrad gelesen werden; Roland und Olivier bieten ein Muster heroischer Freundschaft. In etwas ‚modernerer‘ Form stehen dagegen die Freunde Loher und Maller aus dem gleichnamigen Prosa-Epos, das Elisabeth von Nassau-Saarbrücken zugeschrieben wurde. Ein locus classicus der Freundschaft ist die Ami-und-Amilun-Tradition, die im deutschsprachigen Bereich durch Konrads von Würzburg ‚Engelhard‘ vertreten wird. Interessant sind die genannten Texte auch, weil sie Weiblichkeit marginalisieren – und das, obwohl der ‚Engelhard‘ auch in der Tradition des Tristan-Stoffes steht. Im letzten Teil des Seminars sollen Sonderfälle besprochen werden: Freundschaft zwischen Frauen sowie zwischen Frau und Mann und diejenigen Fälle, in denen es schwerfällt, Freundschaft und Liebe voneinander zu trennen. Es sollen also im Seminar die unterschiedlichen Vergesellschaftungsfunktionen von Freundschaft aufgezeigt und diskutiert werden. Dabei werden sowohl freundschafts- und gendertheoretische Fragestellungen sowie solche nach Gattungen oder Textsorten im Zentrum stehen.
Methodisch stehen intensive Lektüre und anschließende gemeinsame Seminardiskussion im Zentrum, gestützt vom Input durch Vorbereitungsgruppen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Lektüreprotokolle; Teilnahme an Vorbereitungsgruppen für einzelne Sitzungen; BA-Seminararbeit im vorgeschriebenen Umfang (30 S.).
ACHTUNG: Verbindlicher Abgabetermin: 31.3.2023

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Pfaffe Konrad: Das Rolandslied. Mhd./Nhd. Hg. von Dieter Kartschoke. Stuttgart: Reclam 1993.
Konrad von Würzburg: Engelhard. Hg. von Paul Gereke/Ingo Reiffenstein. Berlin u.a.: de Gruyter 2016 (online verfügbar).
Weitere Texte werden online (meist in Auszügen) zur Verfügung gestellt.

 

Prüfungsstoff

Der Seminargegenstand. Individuelle Themenabsprache der BA-Arbeit.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Intensive Lektüre, aktive Seminarteilnahme, Teilnahme an einer Vorbereitungsgruppe; BA-Arbeit.
Seminararbeit im vorgeschriebenen Umfang. Bei der Bewertung wird jedenfalls auch die sprachliche Richtigkeit und Angemessenheit berücksichtigt
ACHTUNG: Verbindlicher Abgabetermin: 31.3.2023

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.

Umfang der Abschlussarbeiten: Bachelorarbeiten 30 Seiten Haupttext