Bachelorseminar Sprachwissenschaft: Gutes Deutsch - Früher und heute
100154 SE-B 2026S
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Donnerstag, 21.05.2026 13:15-14:45 Seminarraum 1 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 3
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Was ist „gutes Deutsch“ – und wer bestimmt das? Das Seminar untersucht historische und gegenwärtige Konzepte aus variationslinguistischer und sprachideologischer Perspektive.
Im ersten Teil des Seminars wird der Frage nachgegangen, was Gelehrte des 16. bis 18. Jahrhunderts unter „Hochdeutsch“ verstanden. Auf der Grundlage ausgewählter Primärtexte (u. a. Vorreden zu Grammatiken und Lehrwerken) werden historische Spracheinstellungen rekonstruiert und zentrale Aspekte des frühneuzeitlichen Sprachnormierungsdiskurses analysiert. Im Fokus stehen unter anderem die Struktur des historischen Konzepts „Hochdeutsch“, Leitvarietäten, Sprachvorbilder, Prestigekonstellationen sowie sich wandelnde Normideale.
Der zweite Teil richtet den Blick auf gegenwärtige Diskurse um „gutes Deutsch“. Anhand dialektologischer, soziolinguistischer und wahrnehmungslinguistischer Ansätze werden aktuelle Spracheinstellungen untersucht und mit historischen Konzepten kontrastiert. Behandelt werden u. a. Dialektgeographie, Wahrnehmungsdialektologie (z. B. Mental Maps), Sprachvariation im öffentlichen Raum (Linguistic Landscaping) sowie Fragen der Varietätenbewertung.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, ein fundiertes Verständnis sprachlicher Variation und Sprachwandelprozesse in räumlicher und historischer Perspektive zu entwickeln sowie historische und aktuelle Normdiskurse kritisch zu analysieren und vergleichend einzuordnen. Forschung und Lehre sind dabei eng verzahnt; die Studierenden führen auf Basis ausgewählter Materialien eigenständige Analysen durch und reflektieren ihre Ergebnisse im Plenum.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Literatur
Sauer/Hoffmeister (2022): Wahrnehmungsdialektologie. Eine Einführung. Berlin: De Gruyter.
Sauer (2024): Hochdeutsch. Eine framesemantische Analyse historischer Spracheinstellungen zum Deutschen vom 16. bis 18. Jahrhundert. Berlin: De Gruyter.
Weitere Literatur wird im Seminarverlauf mitgeteilt.
Prüfungsstoff
Alle in der Lehrveranstaltung durchgenommenen Inhalte. Unterstützendes Lernmaterial befindet sich auf Moodle.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.Umfang der Abschlussarbeiten: Bachelorarbeiten 30 Seiten HaupttextDas Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Bachelorarbeit.Abgabetermin schriftliche PL: 30.07.2026 (als PDF in Moodle)
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
