Vorlesungs­verzeichnis

Einführung in die Literaturwissenschaft: Engagierte Literatur

100148 EU 2022W

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Nächster Termin

Tuesday, 13.12.2022 13:15-14:45 Seminarraum 3 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Anhand ausgewählter Texte zum Themenkomplex „Engagierte Literatur“ vermittelt die Einführungsübung auf exemplarische und praxisorientierte Weise Grundlagen der literaturwissenschaftlichen Textanalyse (Erzählliteratur, Drama, Lyrik). Der textanalytische Schwerpunkt wird ergänzt durch die Vermittlung fachspezifischer Schlüsselqualifikationen des wissenschaftlichen Arbeitens (Recherche, Zitierregeln, Umgang mit Fachliteratur).

Engagierte Literatur steht begrifflich für jene Autor*innen und literarischen Texte, deren ausdrückliches Ziel in der Veränderung der bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse liegt. Doch welche moralische Verantwortung kommt Schriftsteller*innen überhaupt zu und wie kann Literatur eigentlich gesellschaftspolitisch (d.h. über den engen Rahmen der Institution ‚Kunst‘ hinaus) wirken? Wo liegt die Grenze zwischen „Engagement“ und „Parteilichkeit“ und ist der Vorwurf berechtigt, eine einseitige Betonung politischer Ziele gehe mit einem Mangel an Literarizität einher? Dies sind wesentliche Fragen, die in der Auseinandersetzung mit engagierter Literatur bis heute diskutiert werden. Auch wenn der Fokus der LV auf Debatten und Texte der 1960er- und 70er-Jahre liegt (Lyrik von Hans Magnus Enzensberger, Dramen von Peter Weiss und Prosa von Heinrich Böll), wird die Lehrveranstaltung auch Seitenblicke auf gegenwärtige Vertreter*innen engagierter und subversiver Literatur (Juli Zeh, Elfriede Jelinek) werfen.

In der EU Einführung in die Literaturwissenschaft werden:
• methodische Grundlagen sowie das dazugehörige literaturwissenschaftliche Begriffsinventar erarbeitet und angewendet, um eine systematische Beschreibung und Analyse literarischer Texte zu ermöglichen,
• literarische Texte intensiv gelesen und nach literaturwissenschaftlichen Kategorien beschrieben und analysiert,
• Sensibilität und Problembewusstsein im Umgang mit literarischen Texten gefördert, um einen selbständigen, reflektierten und kritischen Umgang mit literarischen Texten zu ermöglichen,
• Grundkenntnisse in der Editionswissenschaft vermittelt,
• Kenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens in der Literaturwissenschaft vermittelt und an konkreten Aufgabenstellungen praktisch erprobt,
• Bewusstsein und Verantwortung für eine Ethik des wissenschaftlichen Handelns (Stichwort: Plagiat!) geschaffen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

1. Regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit
2. Termingerechte Lektüre der Pflichtliteratur
3. Schriftliche Hausübungen (Erzähltext-, Dramen- und Lyrikanalyse)
4. Schriftlicher Abschlusstest

 

Literatur

Die Primärliteratur wird in der ersten Einheit bekanntgegeben.

Auswahl Sekundärliteratur (UB online verfügbar):
Martinez, Matias und Michael Scheffel: Einführung in die Erzähltheorie. 11., überarb. und aktual. Auflage, München: Beck 2019.
Schößler, Franziska: Einführung in die Dramenanalyse. 2., aktual. und überarb. Auflage, Stuttgart: Metzler 2017.
Felsner, Kristin, Holger Helbig und Therese Manz: Arbeitsbuch Lyrik. 2., aktual. Auflage, Berlin: Akademie Verlag 2012.

 

Prüfungsstoff

Lehrveranstaltungsinhalte und besprochene Literatur

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- maximal drei Fehleinheiten
- drei schriftliche Hausübungen
- positive Absolvierung des Abschlusstests

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').