Ältere deutsche Literatur: Brautwerbungsdichtung
100147 SE-B 2013S
Vortragende:
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Verliebt, verlobt, verheiratet! Auf diese Formel bringt es der bekannte Kinderreim. Dass es so einfach nicht ist, weiß jeder. Aber welche kulturellen Spielregeln liegen Eheschließungs- und Eheanbahnungsvorgängen im Mittelalter eigentlich zugrunde? Wie und mit welchen Mitteln inszenieren literarische Texte solche Prozesse? Diesen Fragen (und mehr) versuchen wir im Seminar durch eine Reihe von Fallstudien zu Texten auf die Spur zu kommen, die alle über das Schema der (gefährlichen) Brautwerbung narrativ organisiert sind. Beschäftigen werden wir uns v.a. mit Klassikern wie dem Nibelungenlied, der Kudrun oder Gottfrieds Tristan und einigen eher seltener gelesenen Texten (König Rother, Dukus Horant, Oswald).
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit, Bachelorarbeit.
Literatur
Bitte bereits zur ersten Sitzung anschaffen: König Rother. Mittelhochdeutscher Text und neuhochdeutsche Übersetzung von Peter K. Stein. Hg. von Ingrid Bennewitz unter Mitarbeit von Beatrix Koll und Ruth Weichselbaumer, Stuttgart 2000 (RUB 18047). Zur Einführung eignet sich Kap. 4.2.1 aus dem Buch von Armin Schulz, Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hg. von Manuel Braun, Alexandra Dunkel, Jan-Dirk Müller, Berlin/Boston 2012, S. 191-209. Dieser Text kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.
Prüfungsstoff
Fallstudien mit gemeinsamen Textanalysen und -interpretationen, Diskussion, Impulsreferat, Abstract
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Analyse und Interpretation mittelhochdeutscher Literatur am Beispiel eines der zentralen Muster mittelalterlichen Erzählens, kritische Reflexion der Fachdiskussion zum Thema
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
