Vorlesungs­verzeichnis

Bachelorseminar ÄdL: Lied und Liederbuch im 15. Jahrhundert

100139 SE-B 2026S

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im Laufe des 15. Jahrhundert wandelt sich die Liedkultur auf allen Ebenen grundlegend. Aus dem alten Minnelied entsteht das neue Liebeslied, in dem an die Stelle der ‚Hohen Minne‘ ein neues Ideal von gegenseitiger Treue und Verpflichtung tritt. Auf der Textoberfläche etabliert sich ein rhetorisches Ideal der Einfachheit und Schlichtheit; parallel dazu setzen sich auf musikalischer Ebene neben einstimmigen auch mehrstimmige Lieder durch. Diese sogenannten ‚Gesellschaftslieder‘ werden nicht mehr mit großen Namen verbunden, sondern zeichnen sich durch ihre Anonymität und stetige Veränderung aus. Als Teil einer lebendigen sozialen Praxis – vor allem in städtischen Zirkeln – wurden sie gesungen, komponiert, gesammelt, getauscht und in umfangreichen Liederbüchern überliefert. Diese Handschriften, die große Textmengen mit oder ohne Noten festhalten, bilden unsere wichtigste Quelle für die spätmittelalterliche Liedkultur.

Im Seminar werden wir uns diesem großen Thema auf unterschiedlichen Ebenen annähern: Gemeinsam untersuchen wir einzelne Lieder im Detail, beschäftigen uns mit konkreten Liedsammlungen und ihren Gebrauchskontexten, betrachten mögliche Formen von Rezeption und Produktion, fragen nach inhaltlichen und stilistischen Charakteristika und suchen nach musikalisch-literarischen Traditionslinien. Zu den einzelnen Themenkomplexen lesen und diskutieren wir aktuelle wissenschaftliche Sekundärliteratur, die zugleich auch als Grundlage für die Abschlussarbeiten dienen.

Am Ende der Lehrveranstaltung ...
1) ... kennen Sie die zentralen Merkmale des Lieds im 15. Jahrhunderts und können dieses literatur- und kulturgeschichtlich verorten;
2) ... haben Sie Ihre Sprachkenntnisse des Mittel- und Frühneuhochdeutschen vertieft und können auch sprachlich anspruchsvolle Texte dieser Übergangszeit verstehen und analysieren;
3) ... können Sie selbständig und auf Grundlage des aktuellen Fachdiskurses komplexere Fragestellungen und Thesen erarbeiten und ihre Positionen in adäquatem Stil und unter Einhaltung der guten wissenschaftlichen Praxis vertreten.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Wöchentliche Vor- und Nachbereitung (Lektüre von Primär- und Sekundärliteratur)
- Kleinere Hausübungen
- Abgabe eines Sitzungsprotokolls inkl. Reflexion der Inhalte
- Exposé zur Bachelorarbeit (2-3 Seiten inkl. Literaturverzeichnis)
- Bachelorarbeit (ca. 30 Seiten Haupttext)

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Die behandelte Primär- und Sekundärliteratur wird via Moodle zur Verfügung gestellt.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- Gewichtung der Einzelleistungen: Sitzungsprotokoll (20 %) + Exposé (20 %) + Bachelorarbeit (60 %)
- Alle Abgaben müssen fristgerecht erfolgen.

Generell gilt:
- Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich.
- Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden.
- Die Nutzung von KI-Tools (wie ChatGPT, Gemini, NotebookLM etc.) ist in einem etwa halbseitigen Statement auszuweisen; dabei muss beschrieben werden, auf welche Weise und in welchem Umfang KI in der eigenen Arbeit zur Anwendung kam.
- Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann die Lehrveranstaltungsleitung eine mündliche Reflexion der abgegebenen Seminararbeit vorsehen, die erfolgreich zu absolvieren ist.