Bachelorseminar ÄdL: Politische Lyrik des Mittelalters - Von Walther bis Beheim
100139 SE-B 2025W
Vortragende:
ACHTUNG: Da die erste Sitzung (7.10.2025) des Seminars entfällt, wird stattdessen eine selbstständige Einarbeitung mit zur Verfügung gestellter und einführender Literatur zu Fragestellungen und Definitionen wichtiger Begrifflichkeiten erwartet, die am Beginn der 1. Sitzung (14.10.) im Plenum diskutiert und zusammengetragen wird.
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Als Ulrich Müller 1974 seine Habilitationsschrift "Untersuchungen zur politischen Lyrik des deutschen Mittelalters" vorgelegt hat, haben sich die Rezensionen erstens an seinen Definitionen abgearbeitet, etwa zur politischen Lyrik: „Sangverslyrik (d. h. gesungene Strophen und Lieder) und Sprechverslyrik (d. h. nicht-sangbare Texte in Form der sog. ‚rede‘), die ‚wertend und mit Tendenz (d. h. z. B.: preisend, tadelnd, klagend, mahnend, auffordernd, ablehnend, parteilich-berichtend) aktuelle und bestimmte Ereignisse, Probleme, Orte und Personen der geistlichen und weltlichen Macht zum Thema hat“ (Müller, 1986). Zweitens haben die Rezensenten die überaus reiche Zusammenstellung der Autoren und Texte gewürdigt, zugleich aber auch die Berücksichtigung und Nichtberücksichtigung bestimmter Autoren und Texte kritisiert.
Diesen definitorischen Fragen wollen wir im Seminar nachgehen und ausgewählte Beispiele politischer Lyrik betrachten und analysieren, wobei ein inhaltlicher, zeitlicher und räumlicher Schwerpunkt auf das habsburgische Spätmittelalter (1273 mit der Wahl Rudolfs I. und dem Abschied Michael Beheims aus Wien 1465/66) gelegt wird. Das Frühmittelalter (z. B. Ludwigslied) wird nur angerissen und stattdessen mit Walther von der Vogelweide, Bruder Wernher und Tannhäuser ein erster Fokus auf die Zeit der babenbergischen Herzöge gerichtet, bevor mit Rumelant, Marner, Friedrich von Sonnenburg, Schulmeister von Esslingen, Konrad von Würzburg, Peter Suchenwirt, Oswald von Wolkenstein und Michael Beheim die Zeit der Habsburger beleuchtet wird. Die hier selektiv versammelten Autoren sind nicht als feste und einzige Inhalte zu verstehen, da etwa eine Reihe von Texten auch nur anonym überliefert ist. In diesem Sinne können im Verlauf des Semesters und in Absprache mit dem Seminar andere bzw. weitere Texte und Autoren auf die Tagesordnung kommen. Sie sollen vielmehr eine erste Ausgangsbasis für eine weitere und tiefergehende Beschäftigung im Seminar und in der Bachelorarbeit sein.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Literatur
Primärliteratur:
Die zu lesende Primärliteratur wird auf moodle zur Verfügung gestellt. Weitere Primär- und Sekundärtexte finden sich auch im Semesterapparat in der Fachbereichsbibliothek Germanistik.
Müller, Ulrich: Untersuchungen zur politischen Lyrik des deutschen Mittelalters (Göppinger Arbeiten zur Germanistik, 55/56), Göppingen 1974.Müller, Ulrich: Politische Lyrik im österreichischen Spätmittelalter, in: Zeman, Herbert [Hg.]: Die österreichische Literatur. Ihr Profil von den Anfängen im Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert (1050–1750), Teil 1, Graz 1986, S. 427–465.Grubmüller, Klaus: Rez. Ulrich Müller: Politische Lyrik im österreichischen Spätmittelalter, in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 1 (1976), S. 286–291.Kiepe-Willms, Eva: Rez. Ulrich Müller: Politische Lyrik im österreichischen Spätmittelalter, in: AfdA 87 (1976), S. 179–185.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.
2. Umfang der Abschlussarbeiten: Bachelorarbeiten 30 Seiten Haupttext; Letzte Abgabemöglichkeit: 30.04.2026
Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Bachelorarbeit.Mögliche Überarbeitung bei negativer Beurteilung
Die Seminararbeit muss bis zum 28.02.2026 über Moodle eingereicht werden.
Die LV-Leitung hat 4 Wochen (30.03.2026), um die Seminararbeit zu beurteilen.
Wenn diese Seminararbeit negativ beurteilt wird und damit die Beurteilung der gesamten Lehrveranstaltung negativ ist, wird den Studierenden eine Verbesserungsmöglichkeit eingeräumt.
Die Studierenden erhalten ein Feedback mit Kriterien, die sie erfüllen müssen, damit die Teilleistung noch positiv beurteilt werden kann. Diese Kriterien müssen bis spätestens 30.04.2026 erfüllt werden, in dem die verbesserte Teilleistung über Moodle erneut eingereicht werden.
Danach hat die LV-Leitung wieder 4 Wochen für die Beurteilung Zeit.
Sollte die Frist versäumt oder die Kriterien nicht erfüllt werden, wird die gesamte LV negativ beurteilt.
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
