Proseminar NdL: Stefan Zweig: Weltautor zwischen Krise und Pathos
100134 PS 2026W
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Montag, 12.10.2026 09:45-11:15 Seminarraum 5 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Die Lehrveranstaltung widmet sich dem 1881 in Wien geborenen und 1942 im brasilianischen Exil verstorbenen Schriftsteller Stefan Zweig. Geprägt von der kulturellen Blüte in seiner Heimatstadt, trat er bereits 1901 literarisch in Erscheinung und zählte drei Jahrzehnte später zu den meistübersetzten, bestvernetzten und vielseitigsten Autor:innen seiner Generation. Neben Erzählungen, Novellen und Biografien verfasste Zweig u. a. auch Theatertexte, historische Miniaturen, geschichtsphilosophische Essays, Reiseschilderungen und, kurz vor seinem Freitod, das autobiografische Erinnerungsbuch "Die Welt von Gestern".
Ziel des Proseminars ist es erstens, Themen, Motive und stilistische Charakteristika in Texten Stefan Zweigs vor dem Hintergrund seines internationalen Erfolgs zu beleuchten. Dabei werden die Begriffe Krise und Pathos als zentrale Kategorien seines Werks und Lebens zur Diskussion gestellt. Im Fokus stehen die von zwei Weltkriegen und den daraus resultierenden historischen Bruchlinien stark beeinflusste Geschichtsauffassung Zweigs, sein frühes Engagement für die europäische Idee, biografische Fragestellungen und nicht zuletzt die problematische Darstellung indigener Menschen und kolonialisierter Länder in Erzählungen wie "Amok" und Biografien wie "Magellan".
Zweitens wird Stefan Zweig aus literatursoziologischer Perspektive in den Blick genommen. Er verfügte über ein umfassendes Netzwerk und galt als geschickter Verwalter seines eigenen Werks. Die Bedürfnisse und Vorlieben der Leser:innen kannte Zweig ebenso gut wie den literarischen Markt und seine Anforderungen. Allerdings führte der ökonomische Erfolg dazu, dass Zeitgenoss:innen ihn mitunter als Literaturindustriellen oder Großschriftsteller schmähten und sein Werk bis heute bisweilen der Trivialliteratur zugerechnet wird. Diese Formen der Rezeption gilt es zu diskutieren und aus gegenwärtiger Perspektive zu prüfen.
Die Inhalte der Lehrveranstaltung werden nach sorgfältiger Lektüre ausgewählter Primär- und Sekundärtexte in Form von Input durch den LV-Leiter, gemeinsamen Diskussionen, Schreibaufträgen, Gruppenarbeiten und Einzelpräsentation durch die Studierenden vertieft.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Im Verlauf des Proseminars sind drei Teilleistungen zu erbringen:
1. Teilleistung (30%): Mitarbeit und mündliche Präsentation eines Textes von Stefan Zweig.2. Teilleistung (20%): Exposee zur Proseminararbeit im Umfang von ca. 3 Seiten.
3. Teilleistung (50%): Proseminararbeit im Umfang von ca. 15 Seiten.Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').Die Verwendung von KI ist in dieser Lehrveranstaltung nicht erlaubt.
Literatur
Eine Liste mit Primärtexten von Stefan Zweig (Pflichtlektüre) und Sekundärliteratur wird in der ersten Unterrichtseinheit ausgeteilt und auf Moodle zur Verfügung gestellt.
Prüfungsstoff
Sämtliche Inhalte der Lehrveranstaltung und die zu lesende Primär- wie Sekundärliteratur.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fernbleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
