Vorlesungs­verzeichnis

Konversatorium NdL: Karl Kraus und die Sprache

100134 KO 2025W

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Eine ethisch ausgerichtete Sprach-Kritik, die es ermöglicht, Institutionen (Schriftstellertum, Medien, Gerichte und politische Ideologien) systematisch zu analysieren und polemisch anzugreifen – das gilt als große Leistung des Karl Kraus: mit unglaublicher Energie fokussiert Kraus auf Ungerechtigkeit, Korruption und Gewalt, und schreckt nicht davor zurück, auf Aggression mit Attacke, auf Anfeindung mit Feindschaft und gewaltsamem Verbrechen mit Hass zu begegnen.
Diese lebenslange polemische Anstrengung droht indes eine grundlegende Seite dieses Werks zu verdecken, mit der sich die Forschung schwer tut. In einer Literaturgeschichte des Hasses verschwindet allzuschnell, dass im Dienste dessen, was die Römer eine „ars boni et aequi“ nannten, eine „Kunst des Guten und Gerechten“, Kraus auch ein anderes, ein unironisches und nicht-satirisches Sprechen zu konstituieren suchte. Elias Canetti hat darauf hingewiesen, als er bei Bekanntwerden des jahrzehntelangen (Liebes-)Briefwechsels von Kraus mit Sidonie von Nádherný sofort von einem „neuen“ Kraus sprach.
Das Konversatorium möchte in gemeinsamer, textnaher Auseinandersetzung einzelne Gedichte und Briefe mit Kraus‘ spätem Projekt einer „Sprachlehre“ abgleichen und diesem anderen, am Kanon der klassischen Literatur ausgerichteten „guten Sprechen“ des Karl Kraus etwas näher kommen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Leistungsfeststellung erfolgt über mehrere, auch während des Semesters zu erbringende Leistungen. Am Ende des Semesters steht eine mündliche Prüfung über die erarbeiteten Inhalte und die Semesterlektüre.

 

Literatur

Detaillierte Literaturhinweise zu Beginn des Semesters.

 

Prüfungsstoff

Stoff und Argumentationsfortgang des Semesters.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Vorbereitung auf die jeweiligen Lehrveranstaltungseinheiten, die aktive Teilnahme an den Sitzungen in Frage und Diskussionsbeitrag, gegebenenfalls die gründliche Ausarbeitung von Berichts-, Impulstexten oder Handouts.

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.