Vorlesungs­verzeichnis

Neuere deutsche Literatur: Iphigenie in Drama und Oper

100131 PS 2013S

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

"Vernimm! Ich bin aus Tantalus' Geschlecht" - so offenbart Iphigenie in J. W. Goethes "Iphigenie auf Tauris" dem Taurer-König Thoas ihre Herkunft. Die Geschichte der Iphigenie, die aus der schuldbeladenen Familie der Atriden stammt, gehört seit Euripides zu den großen Stoffen der europäischen Literatur. Anhand des Schicksals der Königstochter und Priesterin verhandeln etliche Dramen und Opern die Implikationen von Fluch, Opfer und Exil, aber auch von Rettung, Heilung und Versöhnung. Der Iphigenien-Stoff bildet insofern den Ausgangspunkt grundsätzlicher Überlegungen zu den Triebkräften des Tragischen und deren Bann, und somit zu den Möglichkeiten der Tragödie schlechthin. Das Proseminar befasst sich mit diesen Aspekten in Euripides' "Iphigenie in Aulis" und "Iphigenie bei den Taurern", in Racines "Iphigénie", Glucks Opern "Iphigénie en Aulide" und "Iphigénie en Tauride" sowie Goethes "Iphigenie auf Tauris." Besonderes Augenmerk gilt dabei der Rezeption der antiken Vorlagen, dramaturgischen Fragestellungen sowie Gender-Aspekten.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mitarbeit (incl. der regelmäßigen Lektüre von Forschungsliteratur)
Hausaufgaben
Referat
Exopsé zur schriftlichen Hausarbeit
Schriftliche Hausarbeit

 

Literatur

Voraussichtliche Lektüre:

Euripides: Iphigenie in Aulis
Euripides: Iphigenie bei den Taurern
Jean Racine: Iphigénie
Ch. W. Gluck: Iphigénie en Aulide
Ch. W. Gluck: Iphigénie en Tauride
J. W. Goethe: Iphigenie auf Tauris

Die Kenntnis folgender Texte wird zu Beginn des Semesters vorausgesetzt:

Euripides: Iphigenie in Aulis (Reclam RUB-7099)
Euripides: Iphigenie in Tauris (Reclam RUB- 737)
J. W. Goethe: Iphigenie in Tauris (Reclam RUB-83)

Zur Einführung empfohlen:

Aristoteles: Poetik (Reclam RUB-7828)

Forschungsliteratur wird über Moodle zur Verfügung gestellt.

 

Prüfungsstoff

Vermittlung bzw. gemeinsames Erarbeiten der LV-Ziele; Gemeinsame Lektüre der Primär- und Forschungsliteratur; Referate und Diskussionen.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Kenntnis zentraler Begriffe und Formelemente der griechischen Tragödie, der "tragédie classique", der Reform-Opern Ch. W. Glucks sowie der Weimarer Klassik; Kompetenzen in Dramenanalyse; Einblick in die historischen und sozialgeschichtlichen Dimensionen von Tragödie und Oper am Beispiel der besprochenen Werke; Kenntnis ausgewählter Theorien zur Mythenrezeption sowie zu Gender-Fragen.