Vorlesungs­verzeichnis

Masterseminar NdL: Zur Konstruktion von Familie in der Literatur

100128 SE 2025W

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Thema
Die Konstruktion von Familie in der Literatur
Familie gilt als ein zentraler Bezugspunkt individueller und gesellschaftlicher Identität und ist nach wie vor ein stark normativ aufgeladenes Konstrukt. Die damit verbundenen Vorstellungen und Repräsentationen sind oft sehr idealisiert, ideologisch aufgeladen und in allen Bereichen des Lebens äußerst wirksam. So finden sich auch in der Familienforschung hoch aufgeladene Vorstellungen von Familie, die mit gesellschaftlichen und alltäglichen Normalitätsvorstellungen und Normierungspraktiken interagieren. In der Literatur erscheint sie in unterschiedlichen Formen: als bürgerliches Ideal, als konfliktreiches System, als Ort von Macht, Liebe, Gewalt oder Traditionsbruch. Mit Judith Butler kann gezeigt werden, dass Familienkonstruktionen nicht als statische, naturgegebene Einheiten zu verstehen sind, sondern als dynamische und vielfältige soziale Konstruktionen, die durch wiederholte Handlungen und soziale Praktiken entstehen und sich verändern. Sie fordert eine kritische Auseinandersetzung mit traditionellen Geschlechternormen und eine größere Akzeptanz und Anerkennung verschiedener Familienformen und Geschlechtsidentitäten. Pierre Bourdieus Familienmodell wiederum zeigt, wie soziale Ungleichheiten durch die Weitergabe von kulturellem Kapital und die Prägung des Habitus in der Familie über Generationen hinweg reproduziert werden.

Das Seminar untersucht literarische Familienkonstruktionen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart und fragt:
• Wie wird Familie literarisch (de)konstruiert?
• Welche kulturellen, sozialen, politischen Funktionen erfüllt sie?
• Wie verändern sich familiäre Strukturen und Narrative über die Zeit hinweg?
Ein besonderer Fokus wird auf die De-Konstruktion diskursbestimmender Begrifflichkeiten gelegt. Etwa im Hinblick auf Versionen von Kinship, Mutter/schaft, Vater/schaft, Biopolitik, (weibliche*) Subjektivität, Gewalt, Migration und Herkunft, Trauma etc....

Ziele: Lektüre paradigmatischer literarischer Texte entlang theoretischer Reflexionen zur De-konstruktion von Familie – Analyse und Kritik. Tieferes Verständnis der Begrifflichkeiten, Fähigkeit zur Erprobung und Evaluierung der theoretischen Ansätze und ihrer Anwendungsfelder für die germanistische Forschung.
Methoden:
*Gruppen- und Partner_innenarbeit
*Input (von Lehrenden und Studierenden) mit Diskussion
*Lektüre und Diskussion theoretischer Texte, Übertragen der theoretischen Ansätze auf konkrete

Diese LVA bedient sich einer Mischung aus kommentierten Gruppenabeiten (durch Spezialis-tInnen-Gruppen werden die Grundlagen der theoretischen Konzepte präsentiert und durch eine angeleitete Lektüre der Primärtexte vertieft), zeitweiligem diskursivem Erarbeiten verschiedener Theoriebereiche (z.B. Arbeit in Kleingruppen) sowie angeleiteter Lektürearbeit zu Hause.
Diese LVA zielt auf eine gemeinsame Wissenskonstruktion im Laufe des Semesters ab. Der Erfolg hängt nicht zuletzt davon ab, wie sehr sich die Studierenden mit ihrer jeweils eigenen Kompetenz, die sie im Zuge der Recherche und Vorbereitung der Gruppenreferate erworbenen haben, einbringen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Prüfungsstoff

prüfungsimmanente LV, Mitarbeit, Referat, schriftliche Arbeit
KEINE KI ERLAUBT!

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 25 Seiten Haupttext

Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Seminararbeit.

Modul V Masterseminar mit Zusatzleistung aus dem Master Deutsche Philologie (12 ECTS): Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. es muss eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden.

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Umfang der Abschlussarbeiten: Seminararbeiten 25 Seiten Haupttext

Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Seminararbeit.

Modul V Masterseminar mit Zusatzleistung aus dem Master Deutsche Philologie (12 ECTS): Für die Aufwertung des Seminars um 6 ECTS muss eine verpflichtende schriftliche Mehrleistung (10 Seiten Haupttext) erbracht werden, d.h. es muss eine Seminararbeit im Umfang von 35 Seiten Haupttext verfasst werden.

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

o Die Seminararbeit muss bis zum 28.02.2026 über Moodle eingereicht werden.
o Die LV-Leitung hat 4 Wochen (30.03.2026), um die Seminararbeit zu beurteilen.
o Wenn diese Seminararbeit negativ beurteilt wird und damit die Beurteilung der gesamten Lehrveranstaltung negativ ist, wird den Studierenden eine Verbesserungsmöglichkeit eingeräumt.
o Die Studierenden erhalten ein Feedback mit Kriterien, die sie erfüllen müssen, damit die Teilleistung noch positiv beurteilt werden kann. Diese Kriterien müssen bis spätestens 30.04.2026 erfüllt werden, in dem die verbesserte Teilleistung über Moodle erneut eingereicht werden.
o Danach hat die LV-Leitung wieder 4 Wochen für die Beurteilung Zeit.
o Sollte die Frist versäumt oder die Kriterien nicht erfüllt werden, wird die gesamte LV negativ beurteilt.