Proseminar NdL: Bildung in der Literatur um 1848
100105 PS 2026S
Vortragende:
Nächster Termin
Donnerstag, 23.04.2026 15:00-16:30 Seminarraum 5 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Bereits ein Jahrzehnt vor der von Minister Leo Thun-Hohenstein initiierten
Unterrichtsreform (1848-53) stand das Bildungssystem der
Habsburger-Monarchie in der Kritik. Die weithin bekannten Defizite betrafen
alle Stufen staatlicher Bildung, reichten also von den religiös dominierten
Volksschulen bis hin zu den von veralteter Verwaltungswissenschaft
gehemmten Universitäten. Nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen
pressierte die Kritik so sehr, dass die Frage nach dem gesellschaftlichen
Stellenwert von Wissenschaft und Technologie in den Zeitungen und
auf den Bühnen zu einem Thema öffentlichen Interesses wurde.
Studienhofkommission eine Unterkommission zur Erarbeitung grundlegender
Reformvorschläge für das Bildungssystem eingerichtet wurde. Die dort
erarbeiteten Vorschläge zur Verbesserung des Stellenwerts der Wissenschaften
innerhalb der Schulen und Universitäten waren teilweise radikaler als die
nach 1848 erfolgten Reformen. Das Proseminar nimmt diese vor der Revolution
formulierten Reformvorschläge in den Blick und untersucht in der Verbindung von
kulturhistorischer Einbettung und literaturwissenschaftlicher Analyse
wie sich literarische Texte dieser Zeit (1840-1848) verschiedenen Themen
der Bildung annahmen.Die genau Auswahl an Primärtexten wird ebenso wie das historische Vorwissen
in der ersten Sitzung gemeinsam geklärt. Einige dialogische Passagen
über die Stellung des Menschen innerhalb der Natur zwischen
dem Lehrer Wampl und dem Schüler Willibald in Johann Nestroys
"Die schlimmen Buben in der Schule" (1847) wirken als Text ebenso
vielversprechend wie die Posse "Die beiden Herren Söhne" (1845),
in der Erwartungen von und Ressentiments gegenüber Studierenden
zur Sprache kommen. Weitere Vorschläge zu Texten aus dieser Zeit
sind herzlich willkommen.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Präsentation eines Thesenpapiers: 20%Eigenständiges Verfassen einer Proseminararbeit: 80%
Literatur
Einführend:
Christopher Clark: Frühling der Revolution. Europa 1848/49 und der Kampf für eine neue Welt. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2023.
Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur. Begr. v. Rolf Grimminger. Bd. 5: Gerd Sautermeister, Ulrich Schmidt (Hrsg.): Zwischen Revolution und Restauration 1815-1848. Hanser, München 1998 (dtv 4347).
Prüfungsstoff
Thesenpapier, Proseminararbeit
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.Umfang der Abschlussarbeiten: Proseminararbeiten 15 Seiten HaupttextDas Hauptgewicht (80%) der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Proseminararbeit.
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
