Vorlesungs­verzeichnis

Proseminar NdL: Die Mutter in der Literatur

100104 PS 2025W

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Mutter ist eine der Ur-Figuren der Literaturgeschichte und stand von Anfang an im Fokus der Psychoanalyse, für die sie das erste Liebesobjekt des Kindes darstellt. In unserem Proseminar wollen wir Mutterfiguren in Texten ab 1900 vorstellen und vor der Folie psychoanalytischer Theorien (u. a. Anna und Sigmund Freud, Melanie Klein, Jacques Lacan, Helene Deutsch, Margarethe Hilferding und Julia Kristeva) und historisch-politischer Implikationen (z. B. Frauenbewegung, sozialhygienische Reformen des Roten Wien) sowie medizinischer Entwicklungen (z. B. Verhütungsmittel/Pille, Reproduktionsmedizin) diskutieren. Hier interessieren wir uns für die Beziehung zwischen Mutter und (erwachsenem) Kind, für mögliche Konzepte von Mutterschaft und Erfahrungen des Mutterseins (Schwangerschaft, Abtreibung, Geburt, ‚Regretting Motherhood‘, unerfüllter Kinderwunsch).
Eine erste Textauswahl umfasst u. a. Werke von Helena Adler, Vicki Baum, Thomas Bernhard, Bertolt Brecht, Hans Fallada, Else Feldmann, Marianne Fritz, Peter Handke, Marlen Haushofer, Elfriede Jelinek, Erich Kästner, Irmgard Keun, Angela Lehner, Thomas Mann, Joachim Meyerhoff, Arthur Schnitzler, Jackie Thomae.
Der theoretische Hintergrund und die literarischen Texte werden anhand von Impulsvorträgen durch die LV-Leiterinnen, Kleingruppenarbeiten, Präsentationen der Teilnehmer*innen und Diskussionen aufbereitet und erschlossen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

-Anwesenheit, aktive Mitarbeit und fristgerechte Erledigung der Arbeitsaufträge
-Präsentation und Handout
-schriftliche Proseminararbeit

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Zur Sicherstellung der guten wissenschaftlichen Praxis kann nach Abgabe der schriftlichen Arbeit ein Plausibilisierungsgespräch stattfinden.

 

Literatur

Primärliteratur (Auswahl, Änderungen vorbehalten):
Adler, Helena: Fretten (2022)
Baum, Vicki: stud. chem. Helene Willfüer (1928/29)
Brecht, Bertolt: Mutter Courage (1938/39)
Fallada, Hans: Kleiner Mann, was nun (1932)
Feldmann, Else: Der Leib der Mutter (1924)
Fritz, Marianne: Die Schwerkraft der Verhältnisse (1978)
Handke, Peter: Wunschloses Unglück (1972)
Hartwig, Mela: Der phantastische Paragraph (1928)
Haushofer, Marlen: Eine Handvoll Leben (1955)
Jelinek, Elfriede: Die Klavierspielerin (1983)
Kästner, Erich: Fabian/Der Gang vor die Hunde (1932)
Kaus, Gina: Die Schwestern Kleh (1933)
Keun, Irmgard: Gilgi, eine von uns (1931)
Meyerhoff, Joachim: Man kann auch in die Höhe fallen (2024)
Schnitzler, Arthur: Therese. Chronik eines Frauenlebens (1928)
Struck, Karin: Die Mutter (1975)
Thomae, Jackie: Glück (2024)

Sekundärliteratur zur Einführung:
Balsam, Rosemary: Freud, Females, Childbirth, and Dissidence. Margarete Hilferding, Karen Horney, and Otto Rank. Psychoanalytic Review, 100, 5, 2013, S. 695–716.
Chodorow, Nancy: Das Erbe der Mütter. Psychoanalyse und Soziologie der Geschlechter. München: Verlag Frauenoffensive 1994.
Donath, Orna: #regretting motherhood. Wenn Mütter bereuen. München: Knaus 2016.
Kraft, Helga/ Liebs, Elke (Hg.): Mütter – Töchter – Frauen. Weiblichkeitsbilder in der Literatur. Stuttgart: Metzler 1993.
Krüger-Kirn, Helga; Metz-Becker, Marita; Rieken, Ingrid (Hg.): Mutterbilder. Kulturhistorische, sozialpolitische und psychoanalytische Perspektiven. Gießen: Psychosozial-Verlag 2016.
Sayers, Janet: Mütterlichkeit in der Psychoanalyse. Helene Deutsch, Karen Horney, Anna Freud, Melanie Klein. Stuttgart: Kohlhammer 1994.
Vinken, Barbara: Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos. Frankfurt/Main: Fischer 2007.

Detaillierte Literaturangaben erhalten Sie im Seminar, eine ausführliche Literaturliste wird auf Moodle zur Verfügung gestellt.

 

Prüfungsstoff

s. oben

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

-Anwesenheit und Mitarbeit (25%): regelmäßige Anwesenheit (max. 2 Fehlstunden), aktive Mitarbeit und Beteiligung an Diskussionen und Gruppenarbeiten, fristgerechte Erledigung der Arbeitsaufträge.
-Präsentation und Handout (25%)
-schriftliche Proseminararbeit (50%): 15 Seiten Haupttext, Formatierung lt. Institutsrichtlinien.

Die Note setzt sich aus diesen Teilleistungen zusammen, wobei jedenfalls eine mündliche Präsentation gehalten werden und die Abschlussarbeit positiv sein muss. Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Proseminararbeit.

Diese Lehrveranstaltung erfordert die regelmäßige Anwesenheit der Teilnehmer*innen zur Diskussion der Referate und Inputs der LV-Leitung. Ein zweimaliges Fehlen ist zulässig. Ein mehrmaliges Fehlen ohne wichtigen Grund führt zu einer negativen Beurteilung.

Die PS-Arbeit muss bis zum 28.02.2026 über Moodle sowie ausgedruckt im Sekretariat Scheffl abgegeben werden. Die LV-Leitung hat 4 Wochen (30.03.2026) Zeit, um die PS-Arbeit zu beurteilen.
Wenn diese PS-Arbeit negativ beurteilt wird und damit die Beurteilung der gesamten Lehrveranstaltung negativ ist, wird den Studierenden eine Verbesserungsmöglichkeit eingeräumt. Die Studierenden erhalten ein Feedback mit Kriterien, die sie erfüllen müssen, damit die Teilleistung noch positiv beurteilt werden kann. Diese Kriterien müssen bis spätestens 30.04.2026 erfüllt werden, in dem die verbesserte Teilleistung über Moodle erneut eingereicht werden. Danach hat die LV-Leitung wieder 4 Wochen für die Beurteilung Zeit. Sollte die Frist versäumt oder die Kriterien nicht erfüllt werden, wird die gesamte LV negativ beurteilt.