Vorlesungs­verzeichnis

NdL: Bildungsromane (1700 - 1800 - 1900)

100097 SE-B 2024S

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Nächster Termin

Montag, 24.06.2024 16:45-18:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Zwischengeschoß, Stiege 7a über Stiege 9

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Bildungsprozesse und der Bildungsroman als der Romantypus, der sich dem (auto-)biografischen Projekt einer intellektuellen und institutionellen Bildung, aber auch einer psychischen, emotionalen und charakterlichen Reifung widmet, wurden in den letzten Jahren in der Literatur und Literaturwissenschaft vor dem Hintergrund einer postmigrantischen Literatur der Klasse und Klassenbildung problematisiert (Blome, Eiden-Offe, Weinberg 2010). Der Anspruch, einen intellektuellen und emotionalen Bildungsprozess durchzugehen, stellt sich darin immer mehr als Hürde dar und wird mit den Begriffen der race, class und gender analysiert. Ausgehend aus dieser Diskussion werden wir uns im Seminar den Anfängen des Bildungsromans zuwenden. Anhand exemplarischer Lektüren werden wir uns dem Konzept der menschlichen Bildung und der Idee der Perfektibilität des Menschen (Leibniz, Rousseau) annähern und ihre sich ästhetisch wandelnde Verhandlung zwischen Epos, Biografie, modernem europäischem Roman und Adoleszenzroman gemeinsam diskutieren.
Gelesen werden u.a.: J. W. Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795f.), E.T.A. Hoffmanns Lebensansichten des Kater Murrs (1819) Robert Walsers Jakob von Gunten (1909).
Zur Vorbereitung und Orientierung:
Rudolf Vierhaus: Bildung. In: Otto Brunner / Werner Conze / Reinhart Koselleck (Hg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Bd. 1. Stuttgart: Klett-Cotta 1972, S. 508–551.
Wilhelm Voßkamp: Der Roman eines Lebens. Die Aktualität der Bildung und ihre Geschichte im Bildungsroman. Berlin: Berlin University Press 2009.
Eva Blome, Patrick Eiden-Offe, Manfred Weinberg: Klassen-Bildung: ein Problemaufriss, in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur, 35 (2010) 2, 158-194.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für die positive Benotung der Veranstaltung werden folgende Leistungen erwartet:
- regelmäßige und aktive! Teilnahme an den Diskussionen sowie wöchtentliche Vorbereitung der Lektüren,
- besonders gründliche Vorbereitung einer Sitzung (ExpertInnen-Teams),
- Erstellung und Präsentation eines Exposés für die Bachelorarbeit,
- Verfassen einer Bachelorarbeit (30 Seiten Fließtext)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Umfang der Abschlussarbeiten: Bachelorarbeiten 30 Seiten Haupttext