Vorlesungs­verzeichnis

ÄdL: Kurzgeschichten Konrads von Würzburg

100096 PS 2022W

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Vortragende:

Nächster Termin

Thursday, 01.12.2022 13:15-14:45 Seminarraum 3 Hauptgebäude, Tiefparterre Stiege 9 Hof 5

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Konrad von Würzburg war ein sehr profilierter professioneller Autor des späteren 13. Jahrhunderts, der – zum Teil im Auftrag des Basler Stadtpatriziats – in fast allen Genres (der Artusroman fehlt interessanterweise) schrieb. Zu seinem Werk gehören auch etliche Kurzgeschichten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Da findet sich die hochartifizielle Liebesgeschichte vom gegessenen Herzen und anschließendem Liebestod (‚Herzmaere‘) ebenso wie die Warnfabel ‚Der Welt Lohn‘, die vielleicht zur Kreuzzugsteilnahme aufrufen soll. Ganz unterschiedlich wird das Leben am Hof im ‚Heinrich von Kempten‘ (der in Handschriften meist ‚Kaiser Otte mit dem Barte‘ oder ähnlich heißt) und in der ‚Halben Birne‘ thematisiert (die die Forschung Konrad oft abgesprochen hat, obwohl er in der Überlieferung gut als Autor belegt ist): Im ‚Heinrich von Kempten‘ ein Versuch über Konfliktregulierung, in der ‚Halben Birne‘ eine grob sexualisierte Geschichte über Intrige, Begierde und Eheunglück. ‚Der Schwanritter‘ schließlich erzählt die bekannte und populäre Geschichte (deren prominenteste Realisation wohl Wagners ‚Lohengrin‘ ist), ist aber anders als die anderen Texte nur in einer Handschrift überliefert.
Im Seminar sollen zunächst die Geschichten für sich interpretiert werden, dann wird sich auch die Frage nach einem eventuellen größeren Zusammenhang und einem gemeinsamen Gestaltungsprinzip stellen. Darüber hinaus sind die Geschichten ein gutes Material, um Fragen der Überlieferung mittelalterlicher Texte zu thematisieren und die auf dieser Überlieferung entstandenen Ausgaben zu diskutieren und zu kritisieren. Dabei soll auch der kritische Umgang mit der Forschung geübt und gefestigt werden.
Wesentliche Methode ist die gemeinsame Diskussion nach individueller vorbereitender verpflichtender Lektüre. Lektüreprotokolle sollen zur Vorstrukturierung angefertigt werden. Weiters wird die Teilnahme an einer Input-Gruppe erwartet, die Forschungspositionen ins Seminar trägt.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Aktive mündliche Mitarbeit im Seminar; Lektüreprotokolle; Mitarbeit in einer Inputgruppe. Am Abschluss steht eine Seminararbeit im Umfang von 15 S.
ACHTUNG: Verbindlicher Abgabetermin: 31.3.2023

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Konrad von Würzburg: Das Herzmaere und andere Verserzählungen. Mhd./Nhd. Übersetzt von Lydia Miklautsch. Stuttgart: Reclam 2016.
Ein weiterer Text steht online zur Verfügung.
Eine mögliche einführende Lektüre bietet:
Rüdiger Brandt: Konrad von Würzburg. Kleinere epische Werke. Berlin: Schmidt 2009.

 

Prüfungsstoff

Der Seminargegenstand. Individuelle Themenabsprache der PS-Arbeit.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Abgabe von mindestens drei Lektüreprotokollen, Mitarbeit in einer Inputgruppe.
Seminararbeit im vorgeschriebenen Umfang. Bei der Bewertung wird jedenfalls auch die sprachliche Richtigkeit und Angemessenheit berücksichtigt
ACHTUNG: Verbindlicher Abgabetermin: 31.3.2023

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.

Umfang der Abschlussarbeiten: Proseminararbeiten 15 Seiten Haupttext