Vorlesungs­verzeichnis

Vorlesung NdL: Weltenbildung: Terraforming in Literatur und Film

100084 VO 2026S

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Vortragende:

Nächster Termin

Dienstag, 07.07.2026 15:00-16:30 Hörsaal 7 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 7

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Gemeinhin bezeichnet ‚Terraforming‘ die technologische Schaffung einer erdähnlichen, bewohnbaren Atmosphäre auf einem anderen Planeten (Oxford Dictionary of Space Exploration). Im outer space werden klimatische und ökologische Kreisläufe reguliert, militarisierte Landnahmen unternommen sowie neuartige Ressourcen entdeckt oder abgebaut (O’Neill 1977). Terraforming verbindet somit die Themenfelder Geoengineering, Territorialisierung und Energiepolitik auf einem planetarischem Maßstab: Es geht um nichts Geringeres als die gezielte Modifikation gesamter Planeten. Unter den Vorzeichen des Klimawandels hat der Begriff in den letzten Jahren eine neue Konjunktur im Climate-Engineering erfahren: Diskutiert wird etwa, die ins Ungleichgewicht geratenen Ökosysteme der Erde durch gezielte planetare Maßnahmen zu stabilisieren – sei dies durch eine Verdunkelung der Sonne, CO2-Filtermaschinen oder im Weltall platzierte Sonnenschilder. 

Die Vorlesung untersucht Terraforming als ästhetische und poetologische Kategorie der Weltenbildung in Literatur und Film vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. Ziel ist es, den Begriff aus seinem rein technologischen Kontext zu lösen und als heuristisches Instrument literatur- und medienwissenschaftlicher Analyse zu konturieren. Im Zentrum der Vorlesung steht deshalb die Frage, wie Texte und Filme seit dem 19. Jahrhundert Eingriffe in Landschaften, Atmosphären und ökologische Gefüge imaginieren und narrativ strukturieren. Terraforming wird dabei nicht nur als Motiv, sondern als formales Prinzip verstanden, das in die erzählte Welt selbst eingreift und räumliche Maßstäbe (Mikro-/Makroskalen), Zeitstrukturen, Arbeits- und Energieverhältnisse sowie Relationen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteur:innen neu ordnet. Auf diese Weise soll im Längsschnitt nachvollziehbar werden, wie Literatur und Film ihre eigene Gestaltungskraft selbstreflexiv ausstellen und sich als umweltbezogene sowie geopolitische Imaginarien zu inszenieren wissen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Der Leistungsnachweis erfolgt durch eine Klausur am 26.5.2026 oder einen Essay, der bis zum 15.7.2026 abgegeben sein muss.

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Zitate und Lesestoff werden auf Moodle zur Verfügung gestellt.

 

Prüfungsstoff

Die zu behandelnden Texte und Themen werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben. Sie werden für den Leistungsnachweis als bekannt vorausgesetzt.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Der Stoff der Vorlesung muss bekannt sein, notwendig ist dafür der regelmäßige Besuch der Veranstaltung. Es muss nur eine schriftliche Leistung erbracht werden, es gibt keine Teilleistungen.