Vorlesungs­verzeichnis

Theorien und Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaften

100084 UE 2022S

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Moodle

Vortragende:

Die Einzeltermine finden (Stand Semesterbeginn) allesamt nur in Präsenz statt.
ERGÄNZUNG:
Ab dem 17. März wird – auf mehrheitlichen Wunsch der Studierenden – die Veranstaltung zumindest vorläufig auf Zoom umgestellt. Der entsprechende Link findet sich auf der Moodle-Seite.

 

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Literarische Texte sind nicht bloß durch formale Qualitäten ausgezeichnet, durch einen reflexiven Sprachgebrauch oder einen fiktionalen Darstellungsmodus. Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat besonders das ‚Wissen der Literatur‘ in den Vordergrund gerückt. Denn zur Beschreibung etlicher Texte prägend und entscheidend ist ebenso die Art und Weise, wie sie bestimmte Wissensformen aufnehmen, bearbeiten und kommunizieren, um damit zur Ausbildung oder auch Kritik an bestimmten Erkenntnistraditionen und -kulturen, an historischen, politischen oder pädagogischen Vorstellungen beizutragen.

Einerseits können literarische Texte theologische, politische, juristische und ökonomische Diskurse aufgreifen oder die Geltung und Genese naturwissenschaftlicher Kenntnisse reflektieren; andererseits sind an der Ausbildung des theologischen, politischen und institutionell oder disziplinär etablierten Wissens immer schon gewisse Gattungsmuster sowie bestimmte rhetorische, narrative und ästhetische Mittel beteiligt. Deshalb betrifft die Poetologie des Wissens (die ‚Lehre von der Verfertigung von Wissensformen‘) die Formulierung etablierter Kenntnisse ebenso wie die Entwicklung literarischer Schreibweisen – Literatur und Wissen greifen von jeher ineinander.

Das Seminar soll das ‚Wissen der Literatur‘ theoretisch und methodologisch thematisieren, indem es zunächst in Forschungsprogramme wie die der Diskursanalyse (Michel Foucault) oder Metaphorologie (Hans Blumenberg) einführt; indem es wissensgeschichtliche Modellanalysen diskutiert; und indem es Texte von Brockes und Goethe über Büchner und Kafka bis hin zu Marcel Beyer in wissenspoetologischer Perspektive untersucht.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Erwartet wird – neben der aktiven und regelmäßigen Teilnahme – die Mitwirkung in einer Expertengruppe, die den Stoff einer Sitzung aufbereitet und präsentiert; mindestens eine Respondenz zur Präsentation einer anderen Expertengruppe; und nach Semesterende eine knappe, essayistische Hausarbeit, deren Konzept in der letzten Sitzung kurz vorgestellt und diskutiert wird. Abgabefrist: 31.7.2022 oder, aber nur bei begründeter Säumnis, in gesonderter Absprache.

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Der Hauptteil der Texte wird nach Möglichkeit über Moodle bereitgestellt

Literaturhinweis: Joseph Vogl, „Einleitung“, in: Ders. (Hg.), Poetologien des Wissens um 1800, München 1999, S. 7-16.

 

Prüfungsstoff

Semesterprogramm

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.

- regelmäßige und aktive Teilnahme
- Lektüre und Vorbereitung entsprechend des Arbeitsplans
- Impulsreferat und Teilnahme in Expertengruppe mit Diskussionsleitung
- zudem (aktive) Teilnahme an einer Respondentengruppe
- Essay (nach Absprache über Thema und Umfang)

- aktive Teilnahme, Input/Expertengruppe und Essay werden für die Gesamtnote zu gleichen Teilen gewichtet