Proseminar Ältere deutsche Literatur
Tierischer Trickster: Reinecke Fuchs
100082 PS 2025S
Vortragende:
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Der listige Fuchs, der alle zu Gunsten seines eigenen Vorteils austrickst, gehört zu den eigentümlichsten und originellsten literarischen Gestalten des europäischen Mittelalters. Der Tiercharakter steht für Klugheit und strategisches Geschick, aber auch für Skrupellosigkeit und Verschlagenheit. Die mittelalterlichen Bearbeitungen der Tierfabel sind zudem schonungslose Gesellschaftssatiren, sicherlich ein Grund für die zahlreichen Rezeptionen des Stoffes in der Neuzeit. Eine der bekanntesten Bearbeitungen ist der Reineke Fuchs (1793) von Johann Wolfgang Goethe.
Im Rahmen des Proseminars werden die mittelalterlichen Bearbeitungen des Stoffes, sowie die Version Goethes unter Anwendung von "klassischen" literaturwissenschaftlichen Methoden vergleichend analysiert.
Laut Studienplan sollen die Studierenden im Proseminar Grundkenntnisse des selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens erwerben. Die Lehrveranstaltung bietet - abgesehen vom inhaltlichen Schwerpunkt - Informationen über die Standards einer guten wissenschaftlichen Praxis (insbesondere Plagiat und Folgen). Es werden auch grundlegende Fertigkeiten, wie Bibliographieren, richtiges Zitieren, Literatur-Recherche und Umgang mit Sekundärliteratur geübt. Zudem gibt es Hilfestellungen für die Planung, Anlage und Durchführung einer schriftlichen Proseminararbeit.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Aktive Mitarbeit (Vorbereitung auf die LV, Hausübungen), Präsentationen, Protokolle. Die Abgabe einer schriftlichen Proseminararbeit im Ausmaß von 15 Seiten ist für den positiven Abschluss der Lehrveranstaltung verpflichtend. Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf dieser schriftlichen Arbeit; weitere Teilleistungen (Mitarbeit, Referat, Hausübung, Leseprotokolle, Dossiers etc.) werden entsprechend mit einbezogen.
Werden technische Hilfsmittel wie KI-Chatbots für Leistungsnachweise in dieser LV verwendet, so müssen die Quellen, die Prompts, die Outputs und die Modifikationen jeweils im Anhang angeführt bzw. gekennzeichnet werden - Plagiate sind in keinem Fall erlaubt.Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Literatur
Bitte rechtzeitig besorgen:
Heinrich der Glîchezære: Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch, hg. Karl-Heinz Götter, Stuttgart 1995 [1986] [RUB 9819]
Reineke Fuchs. Das niederdeutsche Epos ‚Reynke de Vos‘ von 1498 mit 40 Holzschnitten des Originals, hrsg. von Karls Langosch. Stuttgart1994 [RUB 8768].
Johann Wolfgang Goethe. Reineke Fuchs. In zwölf Gesängen. Reclam, Stuttgart 2016
Prüfungsstoff
s. o.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.
Umfang der Abschlussarbeiten: Proseminararbeiten 15 Seiten Haupttext - Der Abgabetermin der Arbeit wird auf den 31. Juli festgesetzt. Die Nicht-Abgabe der erforderlichen schriftlichen Arbeit wird negativ bewertet. Die gesetzliche Frist der Beurteilung beträgt 4 Wochen.Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Proseminararbeit.
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
