Vorlesungs­verzeichnis

ÄdL: Gender und mittelalterliche Legenden

100082 PS 2022S

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Moodle

Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Legenden sind ein literarischer Sonderfall und lassen sich am ehesten als Gebrauchsformen oder Medien religiöser Kommunikation beschreiben. Wie einflussreich die Legende als Erzählphänomen im mittelalterlichen Europa war, beweist die Verbreitung der lateinischen Sammlung ›Legenda aurea‹ (13. Jhd.) des Jacobus de Voragine, die in über tausend Handschriften überliefert ist und vor 1500 öfter vervielfältigt wurde als die Bibel. Die älteste deutsche Übersetzung dieser Heiligenlegenden, die Elsässische ›Legenda aurea‹ von 1267, ist die Textgrundlage für das PS. Daraus ausgewählte Erzähungen von heiligen Frauen und Männern werden mit anderen mittelalterlichen Legendaren, dem ›Passional‹ (13. Jhd.) und ›Der Heiligen Leben‹ (15. Jhd.) unter folgenden Fragestellungen verglichen: Was ist ein Heiliger und wie wird das Konzept von Heiligkeit narrativ vermittelt? Welchen Anteil hat Gewalt an der Konstitution von Heiligkeit? Welche Rolle spielen Körper- und Genderkonzepte in Erzählungen von Heiligen? Darüber hinaus sind Exkursionen ins Dommuseum und ins KHM geplant, um auch bildliche Darstellungen von den Heiligen und damit weitere Medialisierungsformen von Heiligkeit zu analysieren.
Laut Studienplan sollen die Studierenden im Proseminar Grundkenntnisse des selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens erwerben. Die Lehrveranstaltung bietet - abgesehen vom inhaltlichen Schwerpunkt - Informationen über die Standards einer guten wissenschaftlichen Praxis (insbesondere Plagiat und Folgen). Es werden grundlegende Fertigkeiten, wie Bibliographieren, richtiges Zitieren, Literatur-Recherche und Umgang mit Sekundärliteratur geübt. Zudem gibt es Hilfestellungen für die Planung, Anlage und Durchführung einer schriftlichen Proseminararbeit.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Alle Formen der Mitarbeit: Anwesenheit, Präsentationen, Hausübungen; der Schwerpunkt der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Proseminararbeit von 15 Seiten Haupttext.
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Es wird ein Reader auf Moodle zur Verfügung gestellt.

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.Umfang der Abschlussarbeiten: Proseminararbeiten 15 Seiten Haupttext