Ältere deutsche Literatur: Erzählen von Gott. Literatur und Religion um 1200
100082 PS 2014S
Vortragende:
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Die deutschsprachige Literatur des Frühmittelalters steht bekanntlich in allen Belangen unter dem Diktat des Klerus: Sie ist "Geistlichen-Dichtung". Die sogenannte höfische Blütezeit um 1200 wird im Unterschied dazu in den Literaturgeschichten meist als Phase der Emanzipation der Laien gegenüber dem Bildungsmonopol der Kirche beschrieben: Sie ist "Ritter-Dichtung". Die Fragen, die sich aus diesem Befund ergeben, lauten exemplarisch: Wie wird in (volkssprachigen) Texten von Laien über Religion und Religiosität nachgedacht? Welche (geistlichen und/oder weltlichen) Deutungsmuster spielen für die volkssprachigen Texte eine Rolle? Inwiefern lösen sie sich von geistlichen Denkformen und gehen eigene Wege? Antworten auf diese (und weitere) Fragen wollen wir in Fallstudien zu ausgewählten Texten der Zeit um 1200 mit gemeinsamen Textanalysen und -interpretationen (z.B. zu Gottfrieds "Tristan" oder Wolframs "Parzival") erproben.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Aktive, regelmäßige Teilnahme, Referate, Abstracts, schriftliche Hausarbeiten
Prüfungsstoff
Fallstudien mit exemplarischen Textanalysen und -interpretationen, Diskussion, Kurzreferat, Abstract
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Einführung in die Literatur (und Religion) der Zeit um 1200
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
