Vorlesungs­verzeichnis

Theorien und Methoden der Literatur- und Kulturwissenschaften

100078 UE 2025W

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Moodle

Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Seit der Antike gibt es Orte, die Wissen einerseits einer Verwaltungslogik unterziehen und andererseits zur Disposition stellen: Archive. Mit gr. ‚archeíon‘ bzw. lat. ‚archivum‘ ist zunächst das Amtsgebäude gemeint, das der Bewahrung von Dokumenten aus rechtlichen oder administrativen Zwecken dient. Als Institution verpflichtet sich das Archiv der Konservierung von Schriftgut und setzt andere Speichermedien und Verwaltungsabläufe voraus. Archive sind jedoch keine neutralen Speicherstätten von Wissen, sondern funktionieren immer über eine spezifische Gewaltsamkeit, die sich bereits in der Selektion des Materials zeigt und durch ihre enge Allianz mit dem Staat deutlich wird (vgl. Weitin & Wolf). Als „Schlüsselbegriff der Wissensgeschichte“ (Ebeling & Günzel) erfährt das Archiv etliche Bedeutungserweiterungen: in Philosophie und Epistemologie, Kunst- und Kulturwissenschaft, in Medien-, Wissenschafts- und Technikgeschichte. Eine Kulturgeschichte des Archivs greift nicht nur auf Archivbestände zurück; erst durch das Archiv wird sie möglich.

Die Übung arbeitet mit Archivtheorie als Literatur- und Kulturtheorie: Ansätze aus der Psychoanalyse, Dekonstruktion, Medienwissenschaft, Praxeologie und Editionsphilologie sowie aus feministischen und postkolonialen Theorien werden gleichermaßen zum Thema gemacht wie ausgewählte literarische Texte, in denen Aspekte des Archivs verhandelt werden.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Aktive Diskussionsteilnahme, Lektüreprotokolle, Mitwirkung in einer Expert:innengruppe (Vorbereitung einer Sitzung mit Diskussionsleitung), Respondenz, Essay (3-4 Seiten, Abgabe 15.2.2026)

Diese Lehrveranstaltung erfordert die regelmäßige Anwesenheit der Teilnehmer:innen zur Diskussion der Referate und Inputs der LV-Leitung. Ein zweimaliges Fehlen ist zulässig. Ein mehrmaliges Fehlen ohne wichtigen Grund führt zu einer negativen Beurteilung.

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Die schriftliche Arbeit kann bei der etwaigen Verwendung von Chatbots u.ä. durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden, um den Eigenanteil der Leistung zu ermitteln.

 

Literatur

Die Texte werden während des Semesters über Moodle bereitgestellt.

Zur Vorbereitung und als weiterführende Literatur empfohlen:
Thomas Weitin & Burkhardt Wolf: (Hg): Gewalt der Archive. Studien zur Kulturgeschichte der Wissensspeicherung. Konstanz: University Press 2012.
Knut Ebling & Stephan Günzel (Hg.): Archivologie. Theorien des Archivs in Wissenschaft, Medien und Künsten. Berlin: Kadmos 2009.

 

Prüfungsstoff

Semesterstoff

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.
Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.
Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.