Vorlesungs­verzeichnis

Proseminar NdL: Grenzen, Schwellen, Übergänge: Theoriebasierte Lektüren deutschsprachiger Literatur

100076 PS 2026S

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Vortragende:

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Grenzen strukturieren literarische Texte in vielfältiger Weise: Sie markieren Räume und Ordnungen, definieren Zugehörigkeiten und Ausschlüsse, organisieren Erzählebenen und Gattungen und werden zugleich immer wieder überschritten, verschoben oder unterlaufen. Das Proseminar untersucht literarische Darstellungen von Grenzen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart und verbindet diese mit zentralen literatur- und kulturtheoretischen Konzepten.
Ausgehend von grundlegenden Begriffen wie Grenze, Schwelle, Übergang und Transgression werden einschlägige theoretische Ansätze (u. a. Jurij M. Lotman, Johan Schimanski, Michel Foucault, Pierre Bourdieu, Julia Kristeva, Judith Butler, Homi Bhabha.... erarbeitet und auf exemplarische literarische Texte angewendet. Dabei stehen sowohl literaturhistorische Konstellationen (etwa Raum- und Ordnungsmodelle des 19. Jahrhunderts, soziale und normative Grenzziehungen) als auch zeitgenössische Fragestellungen (Identität, Geschlecht, Migration, Mehrsprachigkeit, Intermedialität) im Mittelpunkt.
Das Seminar zielt darauf, Grenzen als historische, kulturelle und diskursive Konstruktionen zu analysieren und ihre ästhetische Funktion zu reflektieren. Neben der theoriegeleiteten Textanalyse werden grundlegende wissenschaftliche Lektüre-, Argumentations- und Diskussionskompetenzen eingeübt.
Diese LV bedient sich einer Mischung aus kommentierten Gruppenabeiten (durch Spezialist*innen-Gruppen werden die Grundlagen der theoretischen Konzepte präsentiert und durch eine angeleitete Lektüre der Primärtexte vertieft), zeitweiligem diskursivem Erarbeiten inTheoriebereiche (z.B. Arbeit in Kleingruppen) sowie angeleiteter Lektürearbeit zu Hause.
Diese LV zielt auf eine gemeinsame Wissenskonstruktion im Laufe des Semesters ab. Der Erfolg hängt nicht zuletzt davon ab, wie sehr sich die Studierenden mit ihrer jeweils eigenen Kompetenz, die sie im Zuge der Recherche und Vorbereitung der Gruppenreferate erworbenen haben, einbringen.

 

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').

 

Literatur

Pflichtlektüre (Auswahl)

• Lotman, Jurij M.: Die Semiosphäre (Auszug)
• Schimanski, Johan: „Grenzungen“ (Auszug)
• Foucault, Michel: „Andere Räume“
• Kristeva, Julia: Die Macht des Grauens (Auszug)
• Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter (Auszug)

 

Prüfungsstoff

prüfungsimmanente LV, Mitarbeit, Referat, schriftliche Arbeit
KEINE KI ERLAUBT!

 

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig.

Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung.

Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.

Umfang der Abschlussarbeiten: Proseminararbeiten 15 Seiten Haupttext

Das Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Proseminararbeit.