Proseminar Sprachwissenschaft
Qualitative Forschung in der Sprachwissenschaft
100064 PS 2025S
Vortragende:
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Sprache begegnet uns im Alltag zumeist nicht in Form klar voneinander abgegrenzter Systeme: Je nach Situation verwenden und mischen wir unterschiedliche Varietäten, grenzen uns durch verschiedene Stile voneinander ab und verwenden mehrere Sprachen, auch wenn wir manche davon auch nur bruchstückhaft beherrschen. Von außen betrachtet wirkt das mitunter willkürlich oder – im schlimmsten Fall – wie ein Anzeichen von Sprachverfall. Wissenschaftlich betrachtet wird allerdings deutlich, dass auch die vermeintlich chaotische Verwendung sprachlicher Ressourcen eigenen Regeln folgt. Um diese Art der alltäglichen Mehrsprachigkeit untersuchen zu können, braucht es qualitative Forschungsmethoden.
Qualitative Forschung zeichnet sich durch Offenheit, Tiefgang und Blick auf Details aus. Während quantitative Ansätze geeignet sind, Aussagen über größere Gruppen von Sprecher*innen zu treffen (wobei sie häufig auf qualitative Erhebungen zurückgreifen, um ihren Untersuchungsgegenstandes einzugrenzen), ist qualitative Forschung in der Lage, komplexe sprachliche Verhältnisse anhand kleiner Stichproben im Detail zu untersuchen.Dieses Seminar verfolgt zwei Ziele:1. Sie lernen Forschungs- und Analysemethoden kennen, die Sie im weiteren Studium noch mehrfach einsetzen können, etwa zum Verfassen von Seminar-, BA- und MA-Arbeiten. Anhand verschiedener Mehrsprachigkeitskonstellationen beschäftigen wir uns in diesem Seminar u. a. mit sprachbiographischer Forschung und Gesprächsanalyse.2. Sie lernen, den Sprachgebrauch, der Sie täglich umgibt und an dem Sie selbst teilhaben, mit anderen Augen zu sehen. Die hierbei gewonnenen Einblicke lassen sich sowohl im sprachlich heterogenen Klassenzimmer als auch im (vermeintlich) einsprachigen Arbeitsumfeld außerhalb der Schule anwenden.Vorausgesetzt werden die Bereitschaft zum Lesen englischsprachiger Texte sowie Grundkenntnisse in Phonetik, wie sie im Rahmen der STEOP vermittelt werden. Erfahrungen im Transkribieren sind von Vorteil, aber nicht unbedingt notwendig.
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Schriftliche Beiträge aller Lehrveranstaltungstypen der SPL 10 können einer automatischen Plagiatsprüfung unterzogen werden; dazu zählen insbesondere Arbeiten der Pro-, Bachelor- und Masterseminarstufe, aber auch Lehrveranstaltungsprüfungen (z.B. Vorlesungsprüfung) und Teilprüfungen (z.B. Zwischentest, 'Hausübungen').
Literatur
Die Literatur wird ab Beginn des Seminars über Moodle bekanntgegeben.
Prüfungsstoff
Relevant sind die Texte, die zu den jeweiligen Sitzungen zu lesen sind, sowie die in den Sitzungen erarbeiteten Inhalte.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der SPL10 sind grundsätzlich anwesenheitspflichtig. Maximal zweimaliges Fehlen ist erlaubt. Eine konsequenzlose Abmeldung ist bei wöchentlichen Lehrveranstaltungen bis vor der dritten LV-Einheit möglich, bei 14-tägigen Lehrveranstaltungen und Blöcken bis vor dem zweiten Termin.
Umfang der Abschlussarbeiten: Proseminararbeiten 15 Seiten HaupttextDas Hauptgewicht der Beurteilung liegt auf der schriftlichen Proseminararbeit.
Abkürzungen: ÄdL: Ältere deutsche Sprache und Literatur – DaF/Z: Deutsch als Fremd- und Zweitsprache – FD: Fachdidaktik Deutsch – NdL: Neuere deutsche Literatur – SpraWi: Sprachwissenschaft
